Du bist dein bester Arzt

Du bist dein bester Arzt

Der kürzeste Arztwitz der Welt: Mann geht zum Arzt. Arzt verschreibt nichts.

Ist gar nicht witzig? Liegt vielleicht daran, dass ich den Witz gerade erfunden habe.

Natürlich nicht ohne Hintergedanken. Und inklusive meiner geballten, jahrzehntelangen Erfahrungen in verdammt vielen Arztpraxen. Die großartige Mischung aus Panikattacken UND einer gewissen Neigung zur Hypochondrie haben mich zwei Jahrzehnte lang zum Stammgast in den Wartezimmern gemacht.

Was ich daraus gelernt habe und seitdem nicht müde werde zu betonen (bei all den grundsätzlichen Segnungen unseres modernen medizinischen Systems, die ich nicht leugnen will):

Du bist dein bester Arzt!

Warum? Weil unser Gesellschafts-, Wirtschafts- und Gesundheitssystem (inklusive der damit verbandelten Pharmabranche) nicht darauf ausgelegt ist, dass Menschen ganzheitlich gesund leben und ohne Hilfsmittel auskommen.

Stattdessen werden durch die Rahmenbedingungen – beginnend in der Schule, perfekt weitergeführt an Unis und in den Betrieben – Horden von pillenschluckenden Zombies produziert. Chemisch fit gemacht, um den Wahnsinn unserer kranken Leistungsgesellschaft und Arbeitswelt durchstehen zu können.

Schulkind zappelt herum – Ritalin. Student hat Prüfungsangst – leichtes Antidepressivum. Junger Mann hat Panikattacken und leicht erhöhten Blutdruck – Betablocker. Abteilungsleiterin hat eine stärkere Erkältung – Antibiotikum. Manager säuft zu viel und hat Magenschmerzen – Säureblocker.

Für jedes Symptom ein Medikament. Verschrieben. Eingeworfen. Muss man sich wenigstens keine Gedanken über mögliche Ursachen machen. Die Pharmafirmen jubilieren, die psychosomatischen Kliniken sind voll ausgelastet.

Ich mache den behandelnden Ärzten gar keine Vorwürfe. Sie führen ja nur das aus, was das System vorgibt und was die meisten Patienten wollen: ein Leben weitgehend ohne eigene Verantwortung. Wieso soll ich mich um meine Gesundheit aktiv bemühen, solange ich eine Krankenversicherung habe?

Vom Opfer zum Täter in Sachen eigener Gesundheit

So bleiben die meisten Menschen in der Opferrolle. Der Körper macht böse Dinge, der Arzt verordnet ein Medikament, Problem gelöst.

Oder eben nicht. Weil die Wurzel vieler gesundheitlicher Probleme durch dauerndes Pilleneinwerfen eben nicht beseitigt wird.

Ich bin weiß Gott nicht so vermessen zu behaupten, dass jeder Mensch für all seine Krankheiten selbst verantwortlich ist. Doch ist es wohl unbestreitbar, dass zu einem großen Teil Auswirkungen unseres gehetzten Lebenswandels verbunden mit ziemlich falscher Ernährung (zu dem Thema komme ich später noch ausführlicher) medikamentös behandelt werden.

Vom dicken zum dünnen Redakteur

Ein Beispiel: Da ist der angestellte Redakteur Mitte 40, ordentlicher Bauchansatz. Jeden Morgen steht er auf den letzten Drücker auf, schlingt das Frühstück hinein, rast die 8 Kilometer bis zur Redaktion, braucht dort erstmal nen starken Kaffee, sitzt mittags mit den Kollegen 45 Minuten in der Kantine und lässt sich dort fleischlastiges Convenience-Food mit jeder Menge Zusatzstoffen schmecken, arbeitet dann weiter, fährt abends mit dem Auto nach Hause, macht den Fernseher an, braucht zur Entspannung mindestens zwei oder drei Bier. Jeden Tag.

Bester Kandidat also für Bluthochdruck-, Cholesterin- und Magen-Medikamente. Dazu Schmerzmittel für das dauernde Rückenweh, ein Antidepressivum gegen die Überlastungserscheinungen, und, und, und …

Alternativlos? Wenn man so wie die Masse denkt, vielleicht. Ich behaupte: Wenn derselbe Mann jeden Tag nur 30 Minuten früher aufsteht und zur Arbeit radelt, wird sich sein ganzes Leben verändern. Sein Übergewicht schwindet, seine Kondition steigt, seine Laune bessert sich, sein Energielevel erreicht völlig neue Dimensionen. Er braucht abends keinen Alkohol mehr zur Entspannung, sondern trinkt nur noch ein Gläschen, weil er wirklich Lust drauf hat. Und da er so viel draußen ist und seinem Körper Gutes tut, wird er auch ziemlich bald etwas an seiner Ernährung ändern.

Das Beispiel ist nur zum Teil meiner eigenen Geschichte entliehen, zum Teil resultierend aus den Beobachtungen meines früheren Arbeitsumfelds. Fakt ist auf alle Fälle, dass ich 17 Kilo seit meinem Höchstgewicht vor rund 8 Jahren verloren und in vielen Bereichen ein völlig neues Bewusstsein hinsichtlich meiner Gesundheit erlangt habe.

Weil ich spätestens nach meinem Zusammenbruch vor 3 Jahren kapiert habe, dass ich allein für mein Wohlergehen zuständig bin. Wenn ich gesund sein und gesund leben will, muss ICH die richtigen Dinge tun – und nicht mein Arzt.

Mein Weg zur Selbstheilung

Was ich auf meinem Weg zur physischen wie psychischen Selbstheilung alles ausprobiert habe, würde den Rahmen hier sprengen. Wie schon öfter beschrieben, sind viel Bewegung in der freien Natur, Yoga und Meditation sowie mutige Schritte für Veränderungen die Eckpfeiler.

Darüber hinaus gibt es viele weitere spannende Dinge, wie man von Stress, Angst und Depression ohne Medikamente gesunden kann. Das hilfreichste Buch diesbezüglich war und ist für mich „Die neue Medizin der Emotionen“* von David-Servan Schreiber.

Zwei Dinge sind seit dieser Lektüre mein ständiger Begleiter: Ein Wake-Up Light (Lichtwecker)*, das jeden Morgen schon eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Weckersignal die Dämmerung simuliert und einen so sanft in den Tag leitet. Und ein Licht-Therapiegerät*, das mich in den kalten, dunklen Herbst- und Wintermonaten jeden Morgen bei meiner Yoga- und Meditationsstunde mit 10.000 Lux anstrahlt.

Die heilsame Wirkung von Licht kann gerade bei Energielosigkeit, Stress, Angst und Depression gar nicht oft genug betont werden. Deshalb habe ich mir damals die relativ teuren Anschaffungen gegönnt und es zu keiner Sekunde bereut. Im Gegenteil: Irgendwann kommt der Tag, an dem man sich fragen sollte, ob die Investitionen in die eigene Gesundheit nicht viel wichtiger sind als jede neue Felge, jedes Kleidungsstück oder Smartphone.

In oben erwähntem Buch werden viele weitere interessante Ansätze vorgestellt, wie zum Beispiel die EMDR-Therapie (werde ich demnächst zum ersten Mal ausprobieren, um meinem Dauerthema Flugangst auf die Pelle zu rücken) und Akupunktur.

Mit guter Ernährung raus aus dem Reparaturbetrieb

Nicht zu vergessen die Ernährung. Auch hier lautet mein Appell: Nicht alles glauben, was irgendjemand im Fernsehen, im Radio oder in der Zeitung erzählt. Oder dein Arzt.

Sondern selbst herausfinden, was dir gut tut und was dein Körper braucht. (Wenn du jetzt schreist: „Jeden Tag 4 Bier und 2 Tüten Chips“ dann schick mir doch mal ein Foto von dir, damit ich sehe, ob du wirklich so blendend damit aussiehst.)

Lass dich nicht von einem Trend versklaven und dir auch nicht von der Nachbarin einreden, dass du dich ab jetzt glutenfrei-lacto-vegetarisch-low-carb-vegan-paleo-frutarier-smoothie-mäßig ernähren musst.

Meine persönliche Erfahrung zeigt mir, dass es mir mit warmem Frühstück, viel frischem, regionalem Biogemüse vom Wochenmarkt, nicht übermäßig vielen Kohlenhydraten sowieso dann und wann sauber und fair produzierten Tierprodukten von heimischen Betrieben, deren Arbeitsweise ich kenne, am besten geht. (Dir geht es am besten mit dem mexikanischen Feuertopf Bill Collins von Aldi und der täglichen Tiefkühlpizza? Okay, Foto her!)

Gerade der Nahrungsbereich bietet fast unendlich viele Möglichkeiten, aus dem Reparaturbetrieb mit immer noch mehr und höher dosierten Medikamenten auszusteigen und die Zeichen auf eigenverantwortliche Gesundheit zu richten.

Der Weg dorthin kann ganz schön steinig und mit Rückschlägen behaftet sein. Zum Glück gibt es großartige Hilfe, wie zum Beispiel diesen Artikel von Healthy Habits – einem Blog, der sich mit großer Sorgfalt den Themen Essen, physische und psychische Gesundheit annimmt.

Vitamin D – absolut wichtig, absolut unterschätzt

Mein Tipp: Fang an irgendeiner Stelle mit einer kleinen Änderung an. Bei mir ging es vor vielen Jahren damit los, dass ich alle Tütensuppen und Fertigsoßen aus dem Küchenschrank verbannt habe. Im Lauf der Jahre habe ich Stein für Stein umgedreht und der Prozess ist immer noch nicht abgeschlossen.

Zum Beispiel war mir überhaupt nicht bewusst, welche unglaubliche Wichtigkeit Vitamin D für unseren Körper hat. Und vor allem nicht, dass fast alle Menschen in den nördlicheren Regionen einen Vitamin-D-Mangel haben (hier ein sehr guter Artikel dazu).

Auf Anraten meines Arztes (manchmal mache ich sogar, was er sagt) nehme ich seit 3 Jahren hoch dosiertes Vitamin D als Ergänzung, um dem klassischen Winterblues zu entgehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch du unter einem Vitamin-D-Mangel leidest (wenn du dich nicht als Digitaler Nomade dauerhaft im Süden herumtreibst), ist verdammt hoch.

Frag doch einfach mal deinen Arzt danach. Oder lass einen Test machen, auch wenn du ihn selbst bezahlen musst. Über viele Jahre hat sich die Fachwelt Gedanken darüber gemacht, dass man das Vitamin D nur nicht zu hoch dosieren darf. Und dabei völlig außer Acht gelassen, dass die meisten Menschen in unseren Breiten unterdosiert sind.

Zu Vitamin D gibt es ein sehr gutes Buch. Der Titel Gesund in sieben Tagen – Erfolge mit der Vitamin-D-Therapie ist zwar arg reißerisch. Aber der Inhalt hilft richtig gut weiter. Das Beste, was ich bisher zu dem Thema in den Händen hatte.

Komische Dinge, die so hilfreich sind

Was ich sonst noch alles für komische Dinge ausprobiert habe? Hypnose, Darmspülung, Nasenspülung, Öl ziehen, Rotlicht, Akupunktur, Tees aller Sorten, Inhalieren, Qi-Gong, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Mantras singen und noch vieles mehr. Die besten Wege zur Entspannung habe ich übrigens in diesem Artikel vorgestellt.

Ob du das auch alles tun solltest? Solange es dir mit deinen 3 Bieren, den Chips und dem mexikanischen Feuertopf gutgeht, auf keinen Fall. Ansonsten kann ich nur jedem empfehlen, sich auf den spannenden Weg ohne Medikamente zu machen (wenn es denn irgendwie medizinisch verantwortbar ist). Und einfach mal neue Methoden zu testen, wenn du von der dauernden Symptombekämpfung die Schnauze voll hast.

Ich habe die Medikamentenfreiheit noch nicht ganz geschafft, da ich wegen einer leichten Unterstützung meiner Lunge zu Pollenflugzeiten noch ein Spray zur Prävention nehme.

Und plötzlich führe ich ein medikamentenfreies Leben

Update 29. Juni 2016: Dafür habe ich nach 13 Jahren dauernder Einnahme erfolgreich meine Blutdrucktabletten abgesetzt (war noch so ein Relikt aus den Angstzeiten). Mein Hausarzt hatte mir abgeraten, ich hab’s trotzdem getan und habe jetzt nach 3 Wochen bessere Werte denn je zuvor. Ist das nicht geil?

Update September 2016: Auch das Asthmaspray habe ich jetzt weggelassen. Meine Werte sind seitdem stabil gut.

Damit bin ich jetzt nach vielen Jahren ausgiebigem Pillenwerfen komplett medikamentenfrei. Ein ziemlich abgefahrenes Gefühl.

Als ich Anfang Februar wegen meiner schweren Grippe beim Hausarzt war, meinte dieser: „Sollen wir es mit Antibiotika probieren? Ach ne, Sie sind ja so ein Öko, dann warten wir lieber erstmal ab, oder?“ Genau das haben wir getan, ich habe meinem fiebrigen Körper eine Woche lang komplett Ruhe gegönnt und war danach wieder gesund.

Damit habe ich mir einmal mehr bewiesen, dass ich selbst mein bester Arzt bin.

Liebe Grüße

Dr. Miltenberger

Welche Erfahrungen hast du mit Ärzten, ihren Empfehlungen und verschriebenen Medikamenten gemacht? Nimmst du alles, was dir verordnet wird, oder stellst du auch einiges in Frage und probierst alternative Wege aus? Wie wichtig ist für dich Prävention durch eigene Verhaltensweisen? Ich freue mich auf deinen Kommentar! 

Foto: Unsplash.com

*Bei den mit Sternchen gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate Links. Was es damit auf sich hat, kannst Du hier nachlesen!

46 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Dr. Miltenberger,

    Du sprichst mir hier mit vielem mal wieder aus der Seele. (Wie machst Du das immer?)

    Ich geh fast nie zum Arzt, abgesehen von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen. Ich nehm auch eigentlich keine Medikamente, außer alle paar Monate mal ne Kopfschmerztablette, wenn ich’s mit dem Trinken übertrieben habe 😉

    Und ich kann nicht verstehen, warum so viele Menschen sich wegen Kleinigkeiten ständig Medikamente reinpfeifen, statt einfach mal ein paar Tage zu warten oder wie Du es beschreibst, mal den eigenen Lebenswandel kritisch zu hinterfragen.

    Vielleicht regst Du das ja hiermit bei ein paar Leuten an 😀

    Liebe Grüße
    Suzanne

    P.S.: Herr Doktor, mein Ohr ist zu. Was soll ich tun?

    • Schwester Suzanne,

      das bleibt mein Geheimnis 😉

      Das mit den Medis reinpfeifen ist halt der klassische Lifestyle, weil es zumindest vordergründig das Leben einfacher macht. Aber auf Dauer leider nicht besser. Ich war schon in Wohnungen von 30-Jährigen, die kistenweise Medikamente rumstehen hatten – aber eben nicht chronisch krank sind, sondern nur jedes kleinste Problem damit lösen wollen.

      Und wegen des Ohrs: Ich glaub, da gibt’s was von Ratiopharm.

      Liebe Grüße
      Mischa

  2. Lieber Mischa,

    Wieder Mal fühle ich mich total angesprochen von diesem Thema. Genau so mache ich es auch. Ich informiere schon vorab ziemlich genau und lasse mir auch vom Arzt keine Geschichten erzählen, die nicht stimmen. Mein persönliches Highlight zu diesem Thema:

    Als meine Frau schwanger war und wir bei der Frauenärztin waren wollte sie unbedingt ab 4 Wochen vor dem Termin wöchentlich CTGs machen lassen. Das sind Ultraschalluntersuchungen zur Ermittlung von Herzfrequenz und Wehentätigkeit. Das sollte einfach standardmäßig mitgemacht werden. Zu Hause habe ich mal die wissenschaftlichen Untersuchungen dazu mir angeschaut. Der aktuelle wissenschaftliche Stand ist, dass es keine Verbesserung bei der Kindersterblichkeit gibt… Mit dieser Erkenntnis konfrontiert wurde die Frauenärztin direkt pampig und meinte, dass machen wir immer so… Kein Gespräch, kein Austausch erwünscht…

    Seitdem suche ich mir lieber Ärzte, die einen auf Augenhöhe behandeln. Davon gibt es auch einige. Von daher bin ich auch gerne mein eigener Arzt und gucke, was mir gut tut… Ich bin sogar mein eigener Therapeut und mache mit mir Sachen, die in keinem Lehrbuch stehen. Und es funktioniert. Was lerne ich daraus? Lieber selber ausprobieren und herausfinden, was gut ist statt blind einer „Autorität“ zu vertrauen.

    In diesem Sinne: Traue niemals Deinen Therapeuten 😉

    Sandro vom ACTblog…

    • Lieber Sandro,

      danke für deinen Erfahrungsbericht! Bin sehr gespannt, wenn du mir mal unter 4 Augen von deinen Selbstbehandlungen erzählst 😉 Klingt spannend.

      Und mit den Vorsorgeuntersuchungen sprichst du ein ganz wichtiges Thema an. Riesenaufwand, Riesenkosten, sehr begrenzter Nutzen, oft sogar noch zusätzliches Risiko. Aber es machen ja alle …

      Schön, dass ihr da so selbstbewusst aufgetreten seid und dass du für dich deinen eigenen Weg gefunden hast.

      Liebe Grüße
      Mischa

      • Yaiii. 2 Hausgeburten mit Hebammenbetreuung bei der Vorsorge….dafür brauchte es 3 Kinder und leider auch eine Fehlgeburt zwischen Kind 1 und 2, um da richtig selbstbewusst durchzugreifen. Find mal einen FrauenarztIn, die nur die 3 Kassen Ultraschalle und die Rhesusfaktorspritze macht!
        Ich würde es heute immer wieder so machen.
        Auch die ganze Pränataldiagnostic….ich war keine Risikoschwangere, also warum.
        Mein Gott, was haben wir uns da anhören müssen.
        Genau so dieses sofortige Durchimpfen von 6 Wochen alten Babies….no way. Wir haben unseren eigenen Impfplan entworden….aber finde mal einen KinderarztIn, der das ohne Vorwürfe mitmacht!
        LG Eva

    • Hallo!

      Oja, Schwangerschaft, da kann ich auch ein Lied von singen. Bei uns waren es zwei „Risikoschwangerschaften“. Meine Frau und auch die Babys kerngesund, aber sie war halt 35 bzw. 37 Jahre alt. Das Risiko kam allein durch das Alter. Mit was für Untersuchungen und Tests sie uns nicht alles gekommen sind. Vor allem waren diverse Tests dabei, bei denen man auch bei problematischen Ergebnissen nicht wirklich etwas hätte machen können. Also völlig sinnlos. Bei ersten Kind haben wir uns noch zu ein paar Sachen überreden lassen – Unwissenheit und man will ja schließlich das Beste für Kind und Mutter. Im Nachhinein betrachtet machte das aber mehr (ungesunden) Stress, als die ganze Sache einbrachte. Wir haben dann mehr und mehr darauf verzichtet. Glücklicherweise hatten wir eine gute Unterstützung von unserer befreundeten Hebamme. Alte Schule, nicht allzu zimperlich aber viel Erfahrung und Gelassenheit. Beim zweiten Kind haben wir von Anfang an mit der Frauenärztin klargestellt: Solange es keine Anzeichen für irgendein Problem gibt, wird nur das absolute Minimum an Untersuchungen durchgeführt.
      Ein wenig gesunder Menschenverstand und auf den eigenen Körper und das Bauchgefühl hören. Meist hat sich die Natur etwas dabei gedacht. Und wenn es ein echtes Problem gibt, vertraue ich mich gerne einem/r Fachmann/frau an…

      Grüße
      Jens

  3. Brauche keinen Arzt. Atme in Schmerzen und Blockaden rein. Schlafe manchmal zu wenig. Hab dann zu viel Vatha. Ernähre mich dann warm, keine Rohkost. Kein Zucker. Schlafe mehr. Im Kopf bin ich manchmal durcheinander wenn zu viel Veränderungen anstehen. Das tut mir nicht gut. Hochsensibel halt. Musik hören ist meine Therapie. Kapuzenpulli. Abstand zu den Dingen finden. Dann geht’s wieder.

    • Hi Tanja,

      danke für das Beispiel mit dem Reinatmen. Das ist auch so einfach, kostet nichts und ist so wirksam. Die meisten nehmen aber lieber eine Schmerztablette, um auf Nummer sicher zu gehen.

      Kapuzenpulli ist auch super, mach ich manchmal auch zum Abtauchen 🙂

      Liebe Grüße
      Mischa

  4. Hey Mischa, wichtiger Text… kann ich nur unterstreichen. Am Ende weiß jeder am besten für sich, was ihm hilft und sollte sich selbst vertrauen. Ich lass mal als Ergänzung eine Stimme da für die, die (zurzeit oder dauerhaft) nicht ohne Pharmaunterstützung auskommen, sei es weil ihre Hardware nun mal nicht ganz perfekt angelegt ist oder sie aus anderen Gründen mit alternativen Methoden keinen lebbaren Erfolg haben. Die sind ja, auch keine schlechteren Menschen deswegen :).

    • Hi Paul,

      danke für deine Stimme für diejenigen, die wirklich auf Medikamente angewiesen sind. Mein Text soll auch definitiv niemanden angreifen, der nichts für seine Krankheit kann – ganz Im Gegenteil. Ich hoffe, das kommt auch so rüber.

      Ich selbst habe ja auch in ein paar schlimmen Phasen von Psychopharmaka profitiert und stelle definitiv niemanden an den Pranger. Aber ich kenne eben auch Fälle, wo jungen Studentinnen vom Hausarzt Antidepressiva verschrieben wurden, weil sie mal ein paar Wochen schlecht drauf waren und privaten und Prüfungsstress hatten. Das sind die Dinge, die ich nicht verstehen kann und will.

      Lieben Dank für deinen Kommentar und viele Grüße
      MIscha

  5. Lieber Prof Dr Erisch,

    Wenn das so weiter geht dann eröffne ich noch ein Dauerabo bei Dir.

    I cannot agree more, wie der Engländer sagt. Klasse Artikel, dem kann ich nur zustimmen. Vor allem aus Sicht des mündigen Bürgers.

    Seit 8 Wochen diskutier ich mit 5 verschiedenen Ärzten ob es Sinn macht mein Kreuzband nach 10 Jahren, meinem Alter, dem Sport und dem Sportpensum zu operieren. Und ich hab mindestens 10 verschiedene Antworten, meist oberflächlich, unausgegoren, nicht präzise. Wirklich zuhören tun die wenigsten, am besten die Zeit im Zimmer ist kürzer als die Zeit zum Gesundheitskarte durchziehen. Wenn ich das Wort schon hör muss ich kotzen.

    Seit 8 Wochen lese ich amerikanische, deutsche u englische Fachartikeln und medizinische Studien zum Thema Kreuzband, hab die Angelegeheit jetzt zur Chefsache erklärt und kümmer mich selbst drum und entscheide dann nach nach meiner Abwägung. Inschallah!

    Gruß,
    Eros

    • Herr Obermagistralrat Prof. Dr. Dr. Eros,

      sehr vernünftige Einstellung, das selbst in die Hand zu nehmen. Und besten Dank für das hohe Lob, es ist mir ein Ansporn für die Zukunft.

      Ich wünsche, dass du die für dich passende Entscheidung triffst.

      Beste Grüße
      Erich

    • Wie sagte ein Notarzt mit dem ich zusammen Dienst schob, im übrigen eine Koryphäe auf dem Gebiet der Kniechirugie?
      In den Bauch darfst du spucken, in das Knie nicht gucken.

      Ich habe es beherzigt. Mein Knie wollten die anderen Ärzte schon vor 30 Jahren unbedingt operieren, weil ich sonst in 5 Jahren nicht mehr laufen könnte. Ich laufe immer noch und meistens beschwerdefrei?

      Gruß
      Andeas

  6. Hi MIscha,
    toller Artikel mal wieder. Der deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Ich vermeide auch grundsätzlich Nahrungsmittel die Konservierungsstoffe enthalten. Denn Konservierungsstoffe stören die Darmflora weil sie Bakterienschädlich sind. Ist ja total logisch aber wer denkt schon darüber nach. Dadurch wird die ganze Verdauung gestört weil die konservierten Nahrungsmittel und Konservierungs-Gifte natürlich auch im Magen und Darm weiter wirken.
    Ebenso meide ich Geschmacksverstärker, Aromen und alles was nicht natürlich ist. Mehr und mehr verbessert sich dadurch seit Jahren meine Verdauung und ich bin fast nie krank. Und wenn, dann dauert es nicht lange. Vor Ostern hatte ich ne fette Grippe. 3 Tage im Bett gelegen. Keinerlei Medizin genommen ausser verschiedene Tees und Schwedenkräuter. Nach einer Woche war alles vorbei.
    LG vom Jay Be

    • Servus Jay Be,

      ja, für uns Naturburschen ist natürliche Nahrung immer noch das Beste 🙂 Also genau genommen wäre das für alle das Beste, aber die Leute kaufen ja lieber irgendeinen Scheißdreck im Supermarkt (sorry für diese Deutlichkeit), nur weil jemand da Werbung dafür gemacht hat.

      Wenn doch die Menschen nur wüssten, wie sehr ihre Verdauung und ihr Wohlbefinden zusammenhängen …

      Liebe Grüße
      Mischa

  7. Schön, das alles zu lesen. Ein Tipp von mir – für alle, die dafür offen sind: Auch die Hände können helfen (ich sage absichtlich nicht „heilen“, obwohl sie das oft tun). Und zwar in dem Sinne, dass ich mit dem System Jin Shin Jyutsu JSJ meine Energiebahnen wieder zum Laufen bringen kann. Hände auflegen – natürlich nach einer gewissen Ordnung und an bestimmte Stellen – und es wird oft besser. Mir jedenfalls hat JSJ schon oft geholfen und ich bin froh, dieses System zu kennen.

  8. Das hier in Deutschland ist noch milde mit den Medis.
    Ihr solltet mal in Polen schauen.
    Dort hat der Gesundheitsminister nichts zu melden.
    Dort existiert die Zwangsimpfung, die Eltern wissen noch nicht einmal wie der Impfstoff heißt.
    Jede 3 Werbung ist von einer Pharmafirma.

    Ich könnte immer weiter so schreiben……….

    Ich habe selber gelernt was für andere und mich gut ist!

    Gruß Artur

    • Hi Artur,

      Zwangsimpfung ist wirklich das Letzte und grenzt schon an Freiheitsentzug. Gut, dass du für dich einen anderen und besseren Weg gefunden hast. Wohnst du (noch) in Polen?

      Liebe Grüße
      Mischa

  9. Am Wochenende hat mir eine Freundin von ihrem Kollegen erzählt. Er ist schon die 10. Woche krank und bekommt nun das vierte Antibiotikum.
    Da fehlen selbst mir die Worte…

    Ich muss zum Glück keine regelmäßigen Medikamente nehmen. Und meine Erkältungsanfälle bekämpfe ich mit Inhalieren von speziellen Teemischungen und Hustenbonbons. Nur auf das Nasenspray möchte ich nicht immer verzichten 🙂

    Ganz vernünftig bei einer Erkältung wäre: Zu Hause auskurieren.
    Aber später dann die ganze liegen gebliebene Arbeit nachholen? Da bin ich doch der Typ Mensch, der dann krank arbeiten geht (sofern es nur eine Erkältung ist).

    Lieben Gruß und ganz viel Gesundheit!
    Steffi

    • Hi Steffi,

      oh, da fehlen mir auch die Worte …

      Was das Arbeiten mit Erkältung angeht, vertrete ich eine andere Ansicht (allein schon wegen der Virenverbreitung). Aber letztlich muss das jeder mit sich selbst ausmachen und je nach Lage die beste Entscheidung treffen.

      Liebe, gesunde Grüße zurück 🙂
      Mischa

  10. Hej Mischa,

    ich vermeide es, zum Arzt zu gehen. Weniger weil ich Angst habe sondern viel mehr, weil ich keine Lust auf das Herumsitzen im Wartezimmer habe.

    Wenn es mich richtig erwischt, dann ist ein Arztbesuch natürlich nicht ausgeschlossen, aber mein Hausarzt kennt mich so gut, dass er garnicht versucht irgendwelchen Kram zu verschreiben. Ansonsten bediene ich mich der Homöopathie, den häufig wirksamsten Heilmitteln „Zeit“ und „Ruhe“ oder einem landläufigen Desinfektionsmittel in geringen Dosen 😉

    Explizite Prävention betreibe ich nicht, mein gemäßigter Umgang mit regionalen oder selbst hergestellten Nahrungsmitteln beugt schon vielem vor. Und ich kann diesen Mode-Veganern auch nichts abgewinnen. Wer davon überzeugt ist, okay. Aber nur, weil Promi A oder Promi B jetzt dies oder das tut, muss ich das noch lange nicht.

    Grüße
    Christoph

    • Hi Christoph,

      das mit dem Herumsitzen ist ein sehr guter Aspekt. Kürzlich hatte ich am Wochenende eine kleine Platzwunde am Kopf. Es gab 2 Alternativen: a) Verband hin und heilen lassen b) ins Krankenhaus und stundenlang darauf warten, dass die Wunde, die dann schon lang nicht mehr blutet, geklammert oder mit einem Stich genäht wird. Dreimal darfst du raten, was ich getan habe 😉 Mein Hausarzt meinte ein paar Tage später: „Ja, hätte man nähen können.“ Ich: „Ja, hätte man, aber so ging es mir besser.“

      Und so handhabe ich das jetzt immer. Nichts ablehnen, aber alles abwägen. Zeit und Ruhe sind sowieso immer das Beste.

      Dir weiter viel Freude bei der natürlichen Prävention und liebe Grüße
      Mischa

  11. Klasse Artikel Mischa!
    Ich kann deine Überzeugungen in deinem Arztberícht teilen. Danke für den lustigen Tagesbeginn!

    • Hi Manuel,

      dann herzlichen Glückwunsch zu deinen kleinen Schritten und freut mich, dass es bei dir vorangeht.
      Und gute Bücher und Artikel kann man eh nie genug lesen 😉

      Liebe Grüße
      Mischa

  12. Hallo Mischa,

    Würde deinen Text sofort unterschreiben: Vorsorge ist besser als jede Pille.
    Nur kenne ich auch ein paar Menschen, die auch bei konkreten Problemen nicht zum Arzt gehen, und sich lieber selber mithilfe des Internets eine Diagnose erstellen. Und dann dort auch die entsprechenden Medikamente kaufen und sie selber dosieren.
    Manche Sachen kann man – sind sie erst einmal ausgebrochen – einfach nicht selbst heilen. Ich erinnere mich noch gut an den Mann einer Kollegin, der monatelang über Rückenschmerzen klagte, auch fleißig Schmerztabletten nahm, und dann stellte sich irgendwann raus, dass es Lungenkrebs war. Zu spät erkannt. Er ist dann dran gestorben.
    Ich finde, dass man Ärzten nicht alles glauben sollte und dass man ihre Behandlungen nicht einfach klaglos hinnehmen muss. Ich würde bei wirklich komischen Beschwerden aber immer erst zum Arzt gehen, mir seine Meinung anhören und dann gucken, inwiefern ich das auch selber in den Griff bekommen kann. Das ist meiner Meinung nach auch eine Art von Selbstverantwortung, genauso, wie gut mit dem eigenen Körper umzugehen.

    Liebe Grüße
    Pia

    • Hi Pia,

      da bin ich von der Herangehens-/Denkweise ganz bei dir. Wenn ich ein konkretes Problem habe, höre ich mir auch erstmal die Meinung des Arztes an. Nur bin ich in den Gesprächen viel selbstbewusster als früher und frage immer, was ich denn zur Heilung beitragen kann – und nicht ein Medikament.

      Wahrscheinlich ist es keine gute Idee, sich ausschließlich selbst zu behandeln. Insofern gut, dass es Ärzte gibt. Und gut, wenn man trotzdem nicht sein Denken im Wartezimmer abgibt …

      Liebe Grüße
      Mischa

  13. Hallo, die heilsame Wirkung von Licht, auf die Du in Deinem Beitrag ansprichst, wird von vielen Menschen noch unterschätzt oder gar nicht zur Kenntnis genommen. Damit das Licht seine Wirkung bestmöglich entfalten kann, muss der einzelne Mensch aber auch ein bisschen für sich herumexperimentieren, denn jeder Organismus reagiert etwas anders.

    Viele Grüße
    Elmar Basse

  14. Jeder Mensch ist anders und man kennt sich selbst besser als jeder Arzt. Es macht Sinn, sich den Rat von Ärzten einzuholen, aber letztlich sollte man auch immer wieder Dinge hinterfragen und selbst ausprobieren, was gut tut und was nicht.

    Ein Arzt verbringt vielleicht 15 Minunten mit dir pro Sitzung. Du verbringst 24 Stunden am Tag mit dir.

    Lernt, auf euren Körper zu hören!

  15. Pingback: Antidepressiva absetzen: Interview mit Gewinnspiel

  16. Hi Mischa.

    Ich bin zum erstem Mal auf Deinem Blog. Ich war auf der Suche nach einem Blog, auf dem irgendwas Essentielles steht, etwas Lebensrelevantes und kein Nonsens. Dein Blog gefällt mir in dieser Hinsicht ziemlich 🙂

    Auch dieser Artikel spricht mir aus dem Herzen. Ich kann fast alles unterschreiben, nur eine Sache stößt mir merkwürdig auf:
    Du schreibst von Medikamentenverzicht, nicht allen Trends folgen, nicht alles glauben, was z.B. auch Ärzte so sagen. Alles richtig nach meinem Empfinden.
    Nur wenige Zeilen später aber zählst Du eine ganze Armada an Dingen auf, die Du stattdessen so „brauchst“, oder wenigstens ausprobiert hast:
    Wake-Up Light, Licht-Therapiegerät, Vitamin D, diverse Spülungen, Tees aller Sorten, und und und.
    Wie passt das zusammen? Diese Dinge sind für mich nichts anderes als die Medikamente, nur vom anderen Hersteller und anderen Wirkungsweisen. All diesen Dingen einerseits und den Medikamenten andererseits ist eines gemeinsam: Man meint, sie zu brauchen. Ich kann nicht verstehen, wie man vom Einen zum Anderen wechseln kann.

    Ich selbst ging noch nie oft zum Arzt, und wenn, dann nicht, um Medikamente zu erhalten, sondern eine Diagnose (habe ich schon Lungenentzündung oder noch Bronchitis, ist die Hand gebrochen oder verstaucht, …). Ich will keinen Tee, um eine heftige Erkältung zu kurieren. Das kann mein Körper hervorragend alleine, wenn ich ihm ausreichend Zeit gebe. Ich will kein Lichtding, um morgens sanfter aufzuwachen. Wenn ich Morgens Probleme habe, gehe ich Abends früher ins Bett oder (falls möglich) stelle den Wecker auf später. Gegen Depression will ich keine Lichttherapie, sondern ergründen, was mich deprimiert. Und heute sagt man, Extra-Vitamin-D-Gabe sei wichtig für uns sonnenarme Europäer, morgen findet jemand heraus, dass es in hohen Dosen Krebs erregt. Menschen leben seit Jahrtausenden in diesen Breiten ohne Extra-Vitamin-D-Gabe. Warum nicht wir?

    Also, ich hoffe, Dich nicht falsch verstanden zu haben. Nach der Lektüre dieses einzelnen Artikels aber habe ich den Eindruck, Du hast nur das Eine durch etwas Anderes ersetzt und vertraust noch immer nicht auf die eigenen Kräfte und die des menschlichen Organismus.

    • Hallo Peter,

      danke für deinen ersten Kommentar hier auf meinem Blog.

      Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was das Ziel deines Kommentars ist. Letztlich ist es auch egal.

      Die Hauptsache ist, dass es mir mit meinen Mitteln und Methoden gut geht. Und wenn du nichts brauchst außer Luft und Liebe, dann ist das doch super für dich.

      Viele Grüße
      Mischa

      • > Ich weiß ehrlich gesagt nicht,
        > was das Ziel deines Kommentars ist.

        Hm.
        Naja, ich wollte Dir mitteilen, dass Dein Blog mir gefällt und auch Dein großes Engagement für Deine Sache – speziell in diesem Artikel die Sache: Weniger ist mehr in Bezug auf Medikamente.

        Gleichzeitig habe ich Kritik geübt, da ich nicht mit allem einverstanden bin. Genaugenommen wollte ich Deine Erkenntnisse, die Du uns mitteilst, bestätigen, aber auch weiterführen und ergänzen. Ich glaube nämlich wie Du auch, dass wir Ärzten und Pharmazeuten viel zu viel Einfluss auf unser Leben geben. Das Problem liegt meines Erachtens aber noch tiefer, nämlich, dass wir überhaupt ständig glauben, unser Körper und unsere Seele bräuchten bei allem Möglichen Hilfe. Ich wollte diesen Glauben in Frage stellen, wie Du übermäßigen Medikamentenkonsum in Frage gestellt hast.

        > Letztlich ist es auch egal.

        Huch. Warum ist das egal?
        Ich dachte, Kommentare wären auch für Diskussionen gut. Aber natürlich müssen wir das nicht tun. Ich hätte mich gefreut …

        • Weißt du, in meiner Welt sind Diskussionen sinnlos. Ich habe noch nie jemanden durch Kritik zu einer Änderung seiner Meinung veranlasst und umgedreht auch nicht. Also diskutiere ich einfach nicht mehr, sondern sage meine Meinung nur dann, wenn sie gefragt ist.

          Ich könnte jetzt jede Menge Argumente aufführen, warum gerade für psychisch angeschlagene Menschen gewisse Hilfsmittel (und eben keine Medikamente, wenn es sich vermeiden lässt) super wichtig und hilfreich sind. Tue ich nicht. Denn ich weiß, dass du mir widersprechen würdest und damit wären wir keinen Schritt weiter.

          • > Tue ich nicht.

            Schade. Genau das hätte mich interessiert.
            Ich brauche für meine eigene Meinungsfindung stets den Dialog. Ohne den dümpel ich in meinen eigenen Gedanken und komme nicht weiter. Ich bin sehr wohl in der Lage, fremde Äußerungen in mein Weltbild einzufügen, als ein Baustein von vielen, den ich in Zukunft mitzubedenken habe.

            Ich lasse Dich aber jetzt in Ruhe 🙂
            Nichts für ungut jedenfalls, ich wünsche Dir ein gutes, neues Jahr! 🙂

        • Hi Peter,

          tut mir leid, wenn ich dir Unrecht getan habe. Nur waren deine Worte aus meiner Wahrnehmung bei deinem ersten Kommentar schon so scharf formuliert, dass ich nicht das Gefühl hatte, dass du ernsthaft an weiteren Infos dazu interessiert bist, wieso ich das völlig anders sehe als du.

          Letztlich geht es bei allen „Hilfsmitteln“ ja immer um die Frage, inwiefern ich dank des Glaubens daran, meine Selbstheilungskräfte bestmöglich aktiviere. Und wenn jemand schon seit ein paar Jahren psychisch am Boden liegt, dann erreiche ich den in der Regel nicht, wenn ich ihm sage: „Dein Körper hat doch alle Heilkräfte in dir.“ Weil er mir das einfach nicht glaubt.

          Aber wenn er zum Beispiel merkt, dass ihm alternative Heilmittel, Tees, Lichttherapie, eine spezielle Ernährungsform, Vitamin D 3 oder was auch immer gut tun, dann fängt er vielleicht an, viel mehr an seine Selbstheilungskräfte zu glauben. Und genau darum geht es. Quasi einen Einstieg in die Heilung ohne Medikamente finden.

          Ist das einleuchtend? Mir hat dieser Weg auf alle Fälle geholfen.

          • > tut mir leid, wenn ich dir Unrecht getan habe …

            Mir tut es leid, dass ich trotz genauen Nachdenkens zu scharf formuliert habe. Sorry dafür. Klar wollte ich Kritik üben, aber niemandem zu nahe treten.

            > Ist das einleuchtend? Mir hat dieser Weg auf alle Fälle geholfen.

            Ja, einleuchtend.
            All diese Dinge verstehe ich also als eine Art Krücke, eine Krücke, die einem erst einmal hilft, wieder auf die Beine zu kommen, so wie sie jeder braucht, der sich das Bein gebrochen hat (und deshalb am Boden liegt).
            Um aber in diesem Bild zu bleiben: Ziel ist es beim Beinbruch, bald wieder auf die Krücken verzichten zu können, da in dem (verheilten) Bein viel mehr Potential steckt ohne Krücke. Vielleicht ist es das, was ich in Deinem Artikel vermisst habe: mir wurde nicht deutlich genug, dass dies nur Hilfsmittel sind, auf die man bei fortschreitender Stärkung auch wieder verzichten kann (und nach meinem Dafürhalten auch sollte). Ich finde das wichtig.

            Ich war nie so am Boden, wie Du offensichtlich. Glaub mir bitte, ich empfinde Deinen Weg als ziemlich grandios, und was Du hier schreibst ist wichtig! Sieh meine Kritik bitte als das, was sie ist: Idealvorstellungen eines utopistischen Idealisten, der nur ansatzweise begreift, wie schwer es manche Menschen haben, ihren Alltag zu meistern.

  17. Hallo, sehr schöner Beitrag und so verdammt wahr. Würde so gerne von meinen Antidepressiva weg kommen nur machen mir die Absetzsymptome einfach zu schaffen und geb dann auf :-(. Danke für den Beitrag ich bleib dran. Liebe grüße Michele

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