Mischa Miltenberger

Ich bin wieder da

Wenn ich einen Artikel am Sonntagvormittag schreibe, obwohl ich vor 3 Wochen geschrieben habe, dass ich keine Lust mehr habe, jeden Sonntagvormittag einen Artikel zu schreiben, ist das dann ein schwerer Rückfall?

Hat sich der Disziplinfanatiker nach zähem Ringen gegen das Spaßmännchen durchgesetzt? Quäle ich mich jetzt weiter mit richtig fettem Druck – immer die Peitsche in der Hand, um mich selbst zu geißeln, wenn ich meinen Ansprüchen nicht gerecht werde?

Nein! Das hier schreibe ich gerade mit einem fetten Grinsen.

Die Lösung ist furchtbar einfach: Wenn ich selbst festgelegt habe, nur noch dann zu schreiben, wann ich Lust drauf habe, heißt das ja auch: Ich darf auch sonntags schreiben, wenn mir danach ist. Und mir ist gerade ziemlich stark danach.

Jenseits meiner Vorstellungskraft

Bevor ich erzähle, wie es mit dem Blog weitergeht (Überraschung!), muss ich zuerst das fetteste Dankeschön der Weltgeschichte loswerden. Ihr alle seid so der Hammer!

Was seit dem Erscheinen des letzten Artikels passiert ist, hat schlicht und ergreifend meine Vorstellungskraft gesprengt. Auf den verschiedensten Kanälen gab es weit über 300 Reaktionen.

Am abgefahrensten fand ich die Mails und Kommentare von Menschen, die zuvor noch nie in ihrem Leben irgendwo im Internet kommentiert oder jemandem Fremden eine E-Mail geschrieben haben. Mein Blog war ihnen wichtig genug, das zu ändern und sich etwas ganz Neues zu trauen. Wow! Ich kann mir kein größeres Kompliment vorstellen.

Auch was ihr mir alle geschrieben habt, war so wunderschön, bestärkend, aufbauend, voller Empathie, Wärme und großartiger Energie.

Ich hatte nicht den Anspruch, dass ihr meine Herausforderung löst, wie es mit dem Blog weitergeht. Das ist einzig und allein meine Aufgabe.

Gleichzeitig habe ich auf den Coaching-Effekt vertraut. Euch gnadenlos als kostenlose Trainer missbraucht. Mit sensationellem Ergebnis: so viel genialer Input und so spannende Gedankenanstöße der verschiedensten Art, dass mir immer wieder der Mund vor Staunen offen stehen blieb.

Wenn das Diziplin-Teufelchen flüstert

Bevor wir zum Wesentlichen kommen, will ich noch erzählen, wie es mir in der Blogpause ging.

Wobei Blogpause relativ ist. In den ersten Tagen nach Erscheinen des Artikels habe ich so viele Kommentare und Nachrichten beantwortet, dass es sich wie ein Vollzeitjob angefühlt hat. Das war völlig okay und hat mir super viel Freude gemacht.

Am Wochenende darauf meldete sich das Disziplin-Teufelchen und flüsterte mir ins Ohr: “Du weißt schon, dass deine Leser jeden Sonntag auf einen Artikel warten, oder?”  Ich so: “Da hast du was verpasst. Das war einmal. Jetzt schreibe ich nur noch, wenn ich Lust drauf habe.” Das Teufelchen so: “Ts, ts, ts …”

Stattdessen habe ich das erste blogfreie Wochenende mit meiner Nichte und meinem Neffen (5 Jahre, Zwillinge, “äußerst lebhaft” wäre eine massive Untertreibung) herumgetollt. Die Woche darauf habe ich dann gänzlich dem Wintersport mit Schneeschuhtouren, Langlaufen und meinem ersten Skatingkurs gewidmet.

Die Freiheit von dem selbst auferlegten Druck fühlt sich verdammt gut an. Gleichzeitig tauchen durch den Freiraum, den ich mir gerade gönne, jede Mengen gspinnerter und nicht ganz so gspinnerter Ideen auf.

Damit beherzige ich endlich das, was ich selbst stets als einen meiner besten Coaching-Tipps im Gepäck habe: Aus dem laufenden Betrieb heraus gibt es selten einen nahtlosen Übergang von etwas, was dich belastet, zu etwas, was dir gut tut. Dafür musst du erstmal ein Vakuum erzeugen, das sich dann wieder mit Neuem füllen kann.

In meinem Fall klappt das exzellent: Einige super interessante Menschen sind in den letzten 3 Wochen in meinem Leben aufgetaucht. Oder ich habe Hinweise drauf bekommen, wo ich genau solche finde. Das alles, ohne dass ich einen Aufruf gestartet hätte. Einfach nur so, weil ich den Freiraum für Neues geschaffen habe.

Ja und wie geht’s jetzt weiter?

Jetzt kommt die große Überraschung: Es gibt gar keine große Überraschung.

Ganz viele Fragen habe ich mir – auch dank eurer Anschubser – schon in den ersten Tagen nach meinem Hilferuf beantwortet.

1. Geht’s mit dem Blog weiter?

Ja, daran besteht keinerlei Zweifel. Dieses Projekt mitsamt seiner großartigen Leser ist mir viel zu wichtig, um es jetzt einfach so auslaufen zu lassen. Das spüre ich mit jeder Faser.

2. Wie oft erscheinen neue Artikel?

Keine Ahnung. Und das ist auch gut so. Ich schreibe nur noch dann, wenn ich wirklich Lust drauf habe. Wenn es mich packt und ich gar nicht anders kann, als in die Tasten zu hauen. So wie heute. Gut wird es nur, wenn ich im Flow bin. Das sehe ich inzwischen ganz genauso, wie die liebe Anna von Passionflow es in diesem super Artikel beschrieben hat.

3. Wie geht es thematisch weiter?

Wieder keine Ahnung. Das Schöne: Ich kann super damit leben, es nicht zu wissen. Was ich weiß: Wenn ich etwas schreibe, wird es gut und es wird Menschen helfen. Die “27 ultimativen Tipps, wie du in Sekundenschnelle all deine psychischen Probleme löst” gab es hier noch nie und wird es auch weiterhin nicht geben. Ich will und werde Mut machen, aus meinem Leben erzählen, andere Mutmacher zu Wort kommen lassen und nicht müde werden, zu Veränderungen im Leben anzuregen.

4. Wird es auch andere Darstellungsformen als nur Blogartikel geben?

Ja, definitiv. Auch hier habe ich mich nicht unter Druck gesetzt, um mir oder euch heute schon den perfekten Plan vorzulegen. Einiges zeichnet sich schon recht klar ab. Bei anderen Dingen bin ich mir sicher, dass sie sich so nach und nach im Tun zeigen werden – und bestimmt mich und auch euch überraschen. Spannende Menschen zu interviewen, wird auf alle Fälle ein großer Bestandteil des Ganzen.

Wo sind die Verrückten?

Eins habe ich für mich völlig klar (der klarste Klarheitsschub kam erst gestern, weshalb ich heute unbedingt den Artikel raushauen will): Es ist Schluss mit dem Einzelkämpfertum. Ich habe keinen Bock mehr, allein hier rumzuwurschteln.

Ich will wieder in einem Team spielen. So wenig ich meinen früheren Job vermisse, so sehr vermisse ich die Kollegen und die spannenden Projekte, die wir gemeinsam mit unserer Kreativität entworfen und gestemmt haben.

Auch in diesem Punkt habe ich noch keine Ahnung, wie und mit wem sich das ergeben wird. Sicher weiß ich nur: Das wird klappen und es wird genial.

Falls du dich jetzt fragst: Wie kann sich der denn so sicher sein, wenn er noch nirgendwo einen Plan oder konkrete Ansätze hat?

Einfache Antwort: Weil ich das weiß. Weil ich das spüre. Und weil es sich gar nicht verhindern lässt. Bisher habe ich im Leben immer alles erreicht, was ich wollte (selbst wenn manchmal etwas lange Umwege dabei waren). Das wird so bleiben, weil ich das vollste Vertrauen in diesem Punkt habe.

Aus Adios Angst – Bonjour Leben soll was richtig Großes und Geiles werden. Also noch größer und geiler als eh schon.

Auf zu neuen Experimenten!

Ich will herumexperimentieren, was das Zeug hält. Immer mit Spaß und mit Leuten, die da genauso Bock drauf haben (und falls jetzt gleich mein Postfach mit Hunderten Bewerbungsunterlagen explodiert: Nein, ich kann derzeit keine Angestellten bezahlen. Und ja, das kann in einem Jahr schon ganz anders aussehen).

Ich will und werde das machen, was mein Herz am lautesten schlagen lässt: so oft es geht herumreisen, super interessante und spannende Menschen treffen, mich von ihnen inspirieren lassen und sie inspirieren.

Das Experiment, das ich im Vorjahr auf meiner Deutschland-Tour gestartet hatte (inklusive Busgespräche auf meinem Facebook-Kanal), wird weitergehen. Ich werde Menschen interviewen, die mutig ihren Weg gehen, obwohl sie in ihrem Leben vielleicht schon knietief in der Scheiße standen. Menschen, die dazu anregen, das eigene Leben zu überdenken, positiv zu verändern. Menschen, die sich trauen, nicht nach dem Mainstream-Modell zu leben. Menschen, die etwas Starkes in einem auslösen, wenn sie über ihr Leben sprechen.

Die großen Vorbilder sind Andreas Gregori mit seiner Glückfinder-Tour 2016 und natürlich Gernstl, der Großmeister der Menschenfinder und Reisereportagen.

Mischa, der Gernstl unter den Mutmachern – das ist meine Vision (falls du Gernstl nicht kennst, klick mal ins Video rein, passenderweise im Allgäu).

Einfach mal machen, was mir am meisten Freude bereitet und schauen, was passiert: Das ist für mich der einzige Weg, den ich auf Dauer gehen kann und der zu meinem neuen Leben passt.

Der liebe Stefan Hiene ist in dieser Hinsicht mein großes Idol. Lustigerweise hat gerade er mich in der Blogpause für seinen Online-Kongress im März interviewt.

Er hat sich kein Team gesucht, sondern hat einfach losgelegt und alles hat sich im Lauf der Zeit gefügt.

Ich bin gespannt, welcher andere Verrückte, der gerne filmt und Videos schneidet, mich demnächst auf meinen Touren begleiten wird.

Jetzt isses raus. Lasset die Spiele beginnen.

27 Kommentare

  1. Veröffentlich von Irmgard Franke am 29. Januar 2017 um 21:12

    Lieber Mischa,
    in den letzten Wochen hab’ ich immer nachgeschaut, ob Du Deinen Blog weiterführst.

    Mit großer Freude habe ich gerade festgestellt, dass die gewählte Ruhephase vorbei ist. Wie herrlich, dass Du weitermachst.
    Deine Texte empfinde ich immer wieder auf mich treffend beobachtet, obwohl wir uns nicht kennen.
    Danke!

    • Veröffentlich von Mischa am 31. Januar 2017 um 14:43

      Liebe Irmgard,

      wie schön, dass du dich so darüber freust 🙂 Ich freu mich genauso.

      Lieben Dank und viele Grüße
      Mischa

    • Veröffentlich von Swantje am 8. Februar 2017 um 18:19

      Lieber Mischa,
      Da warte ich auf die 27 ultimativen Tipps um psychische Probleme sofort und auf der Stelle loszuwerden und was ist?😉
      Nein, im Ernst: ich freue mich über jeden neuen Artikel von dir. Und schmökere gerade in älteren Beiträgen von “adios Angst” herum. Und lese paralell dein und Melanies Buch nochmal. Das alles hilft mir grad sehr viel, dafür kann ich gar nicht genug Danke sagen!
      Viele Grüße ausm hohen Norden
      Swantje

      • Veröffentlich von Mischa am 9. Februar 2017 um 17:06

        Hi Swantje,

        pass auf, die kommen schon noch 😉

        Und super, super klasse, dass wir dir helfen dürfen und können.

        Lieben Dank einmal mehr für dein wunderbares Feedback und Herzensgrüße
        Mischa

  2. Veröffentlich von Anne am 29. Januar 2017 um 22:22

    Da isser ja wieder – nee, wat schön:-)
    Die Begeisterung tropft aus jedem Wort, Deine Begeisterung steckt sofort an, meine Mundwinkel schnellen automatisch nach oben – herrlich!
    Dies ist nun der 2. Kommentar meines Lebens – du bewirkst also etwas, schon jetzt.
    Viel Spaß bei deiner Entdeckungsreise – ich bin gespannt!

    Ich schließe mit dem Lieblingsspruch meiner Mutter:
    Möge es uns nie schlechter gehen als heute!

    Ganz herzliche Grüße
    Anne

    • Veröffentlich von Mischa am 31. Januar 2017 um 14:45

      Hi Anne,

      solche begeisternden Kommentare wie deine stecken auch an 🙂

      Du bekommst den Blogger-Kommentier-Mutpreis der Woche und ich schmunzel jetzt noch ein bisschen weiter.

      Liebe Grüße auch an deine Mutter
      Mischa

  3. Veröffentlich von Eva am 30. Januar 2017 um 11:04

    Hm. Ich habe, seit ich Deinen Blog hier entdeckt habe, echt noch nie so richtig bemerkt, daß immer Sonntag ein neuer Artikel erscheint.
    Hab immer je nach Lust und Laune nachgeschaut!
    Darüber beömmel ich mich gerade ein wenig.
    Es zeigt aber doch, dass es für viele Menschen äußerst wichtig ist, einer Routine zu folgen. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß wenn man keine von außen auferlegte Routine hat, man sich selbst eine zurecht bastelt. Wahrscheinlich auch unbewusst, weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist 🙂
    Du machst das schon, da bin ich ganz sicher. Jeder braucht auch mal Urlaub von seiner selbst gewählten Routine!
    Liebe Grüße! Eva

    • Veröffentlich von Mischa am 31. Januar 2017 um 14:48

      Hi Eva,

      da siehste mal. Schreib ich wie ein Uhrwerk und keinem fällt’s auf 😉

      Routinen sind in der Tat wichtig und haben mir auch sehr geholfen, sonst hätte ich wahrscheinlich noch keine 20 Artikel geschrieben. Aber jetzt ist eben Zeit für ein bisschen Freestyle und Kreativitätslücken 🙂

      Liebe Grüße
      Mischa

  4. Veröffentlich von David am 30. Januar 2017 um 12:14

    Hey Mischa,

    ich kommentiere nicht oft, lese aber immer fleißig Deine Artikel und war doch etwas überrascht, als Du Deine “Schreib-Pause” rausgehauen hast… Umso schöner ist es jetzt zu lesen, dass Du

    1.) wieder da bist
    UND
    2.) nur so vor neuen Ideen und Motivation sprudelst…

    Lass Dich nicht unterkiregen…

    Liebe Grüße aus Köllefornia

    David

    • Veröffentlich von Mischa am 31. Januar 2017 um 14:50

      Hi David,

      wat meinste, wie überrascht ich erst war, dass ich mich das getraut habe 😉

      In der Freiheit liegt die Kraft. Zumindest kann ich das für mein Leben so behaupten und darf mein Verhalten dementsprechend anpassen. Ich werde wohl nie mehr der voll durchstrukturierte Disziplinfanatiker werden und das ist auch völlig okay so.

      Ganz liebe Grüße aus Allgäumania
      Mischa

  5. Veröffentlich von Dieter Brehm am 31. Januar 2017 um 9:17

    Servus Mischa,
    es freut mich sehr, dass du deinen Blog weiterführst. Ich bin gespannt, was du thematisch noch alles bringen wirst. Auch wenn ich sicher nicht der lauteste Kommentator war & bin, werde ich deinen Blog um der interessanten Gedanken gerne weiter verfolgen.

    Liebe Grüße
    Dieter

    • Veröffentlich von Mischa am 31. Januar 2017 um 14:53

      Hi Dieter,

      du glaubst gar nicht, wie froh ich um die vielen leisen Kommentierer und ganz Leisen bin, die gar nicht kommentieren 🙂

      Ich freu mich, dass du dich überraschen lässt. Ich selbst tu es auch.

      Herzlichen Dank und liebe Grüße
      Mischa

  6. Veröffentlich von Dominik am 1. Februar 2017 um 11:27

    Hallo Mischa 🙂

    Finde deine Entscheidung gut, nur noch dann einen Artikel zu schreiben, wenn du möchtest.
    Klar, ab und zu sollte man auch etwas durchziehen und es machen, auch wenn man mal keine Lust dazu hat.
    Aber das hast du ja schon bewiesen 😉

    Liebe Grüße,
    Dominik

    • Veröffentlich von Mischa am 6. Februar 2017 um 19:15

      Hi Dominik,

      da bin ich voll bei dir: Etwas mal zu machen, auch wenn man gerade keine übergroße Lust hat, ist völlig okay, um ein größeres Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Nur falls ich feststelle, dass mir etwas öfter keine Lust macht, dann stimmt irgendwas mit der Aufgabe, meine Einstellung oder dem dahinter liegenden Ziel nicht (mehr). Und dann ist es sinnvoll innezuhalten und nicht einfach mit högschder Disziplin weiterzumachen 😉

      Danke für deine Unterstützung und liebe Grüße
      Mischa

  7. Veröffentlich von Anna am 5. Februar 2017 um 13:44

    Lieber Mischa,

    hach, ist das herrlich, wie wir zu denselben Einsichten gelangen! Aber mal ehrlich: Das ist auch das Einzige, was wirklich Sinn macht, oder? 😉 Einfach im Flow schreiben, im Flow leben – das ist es doch, was uns glücklich und zufrieden macht. Und wie können wir das anderen erzählen, ohne es selbst zu praktizieren? Find ich total genial, dass du dich jetzt von deinen Sonntags-Fesseln befreit hast und dich in eine Welt voller Abenteuer stürzt, von denen du nicht weißt, wann und wo sie stattfinden werden. Aber eins wissen wir: dass es einfach nur GEIL wird. Und das reicht ja auch. 😉
    Ganz liebe Grüße dir!
    Anna

    P.S.: Vielen lieben Dank dir für die Verlinkung! <3

    • Veröffentlich von Mischa am 6. Februar 2017 um 19:18

      Liebe Anna,

      hach, ja das ist herrlich! 🙂

      Wieder mehr den Flow zu leben, fühlt sich verdammt richtig an. Und geil wird es sowieso 😉

      Wird Zeit, dass wir Flowfanatiker uns endlich auch mal live sehen und weiter philosophieren.

      Ganz liebe Grüße
      Mischa

  8. Veröffentlich von Regina am 9. Februar 2017 um 19:03

    Lieber Mischa

    Ist das schön, wieder von dir zu lesen! Und dabei deine Energie und Freude zu spüren. Gerade heute kommt dein Mail, in dem es um um die Frage Disziplin oder Freude geht. Und gerade heute hat mich folgender Satz vor einer weiteren Krise bewahrt: Ich muss nichts. Ich kann, wenn ich will. (Ist nicht ganz wörtlich zu nehmen, aber eigentlich muss ich ganz wenig). Wie viel leichter wird das Leben, wenn ich es aus dieser Sicht betrachten kann. 🙂

    Ich freue mich auf die Interviews mit Leuten, die ihr Leben umgekrempelt haben. Ich bin daran, das (hoffentlich) letzte Wegstück aus dem “Sumpf” zu finden. Von Leuten zu hören, die es geschafft haben, motiviert mich sehr. Danke dafür!

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Regina

    • Veröffentlich von Mischa am 15. Februar 2017 um 9:55

      Liebe Regina,

      ich muss dir nicht antworten, aber ich will 😉

      Vielen Dank für deine schönen Worte und deine Vorfreude. Lass uns das Leben weiterhin leichter leben und viel Freude daran haben 🙂

      Liebe Grüße aus dem Allgäu in die Schweiz
      Mischa

  9. Veröffentlich von Ricky am 14. Februar 2017 um 23:03

    Lieber Mischa,

    ich lese nun seit ein paar Stunden kreuz und quer in Deinem Blog – auch ältere Beiträge – und beneide Dich und viele andere KommentatorInnen um die positive, offenbar angstfreie Energie und den Tatendrang, den Ihr in Eurem “neuen Leben” verspürt.

    Irgendwann – so der Tenor, auf den ich hier eingehen möchte – seid Ihr offenbar aufgewacht, habt Euch mit Euren Wünschen und Bedürfnissen auseinandergesetzt und die Erkenntnisse (einfach?) umgesetzt. Und herausgekommen sind dann die üblichen Dinge:

    Neue Leute kennenlernen, auf Reisen gehen, Abenteuer wagen, andere Kulturen kennenlernen… der Sprung ins kalte Wasser, das Leben eines “digital nomads” führen, Sport treiben, Yoga, Meditieren, spirituell sein, neugierig sein auf all die bunte Vielfalt, die die Welt und das Leben uns ja in Hülle und Fülle bieten… kurz: voller Optimusmus und Neugier sein, oder auch “wieder zu lernen, wie ein Kind zu denken” – alles supertoll und spannend, nicht wahr?

    Mich machen solche Aussichten furchtbar klein. Denn auch hier sehe ich genau den hippen Zeitgeist widergespiegelt, der meinem aktuellen Zustand NICHT entspricht.

    Neue Leute kennenzulernen empfinde ich weniger als bereichernd als als ungeheuer anstrengend. Dito die speziell in Deutschland heilige Kuh “Reisen”: Ich empfinde es als ungeheuer stressig, in fremden Gegenden unterwegs zu sein und mich dann vor Ort noch nicht mal verständigen zu können. Grauen pur! Mir fehlen auch die Lust, die Energie und die Gedächtniskraft, eine fremde Sprache zu erlernen. Den Sprung ins kalte Wasser habe ich schon oft machen müssen – und ich habe ihn jedes Mal gehasst. Vorher, während und auch hinterher. Da war kein Stolz, etwas geschafft zu haben (selbst wenn es so war) – sondern nur die Wut, dass ich gegen meinen Willen von mächtigen anderen einer angstbesetzen Stresssituation ausgesetzt wurde, die ich dann mehr schlecht als recht meistern musste. Die schöne neue digitale Social-Media-Welt überfordert mich mit ihren ewigen Klicks und Likes und Tweets und Retweets und abertausenden von irrelevanten Postings weit mehr, als die wenigen dutzend Einträge erfreuen, zu denen ich mich in stundenlangen lebenszeitvernichtenden Scroll-Orgien durchkämpfen muss. Am liebsten würd ich FB und Co gar nicht mitmachen, weil’s mir für mein Leben null bringt. Aber “ohne”? Das akzeptiert niemand mehr in der Medienbranche, für die ich (noch ziemlich lange) am Start zu sein habe. Sport? Gesellschaftfähiger Masochismus mit schlimmen Erinnerungen. Yoga, Meditieren, Spiritualität? Hab’s alles ausprobiert – ein Ding der Unmöglichkeit für einen innerlich derart zubetonierten Kopf-Westler wie mich. Neugier? Auf was? Begeisterung? Für was? Brennen? Für was um Himmels willen?

    Mir scheint: Das wohlbekannte Diktat des Teufels “Erwerbsarbeitstretmühle” wird hier mit dem Beelzebub des unausgesprochenen Diktats, nach dem man heutzutage wenigstens “hipp, fantasievoll, fleißig, engagiert, sportlich, neugierig, offen, sprituell, clever und internet-affin” sein muss, ausgetrieben. Ich lese hier auch nur immer tun, tun, tun, machen, machen, machen. Raus aus der “Komfortzone”, mache mehr, kümmere Dich, engagiere Dich, mach, tu! Los! Tu es! Raus! Tu! Schaff! Mach!! Genau die Tretmühle, die mich krank gemacht hat. Alte soziale Normen werden durch neue soziale Normen ersetzt. Aber es bleiben Normen, die ich in meinem Leben nicht mehr haben will. Du verstehst sicher, was ich meine.

    So ist Dein Blog sicher nicht gemeint, aber bei mir als angsterfülltem, extrem gestresstem Depressionspatienten kommt das nun mal so an. Denn all die gut gemeinten Ideen der hippen, cleveren, zeitgeistigen Macher haben mich ja erst zu dem Nullpunkt geführt, an dem ich heute bin. Es war nie genug.

    Entschuldige bitte den etwas düsteren Ton in meinem Kommentar, aber ich bin halt auch nur so ein Schwächling, der genau weiß, was er NICHT (mehr) will – aber leider null Ahnung davon hat, was er eigentlich wirklich (tun) will. Da ist nach 23 Jahren im Erwerbsleben nichts, null, nada übrig geblieben, was mir noch Freude oder Erfüllung oder Sinn bereiten würde. Und dieser Blick ins Innere, von dem hier so viel die Rede ist, bedeutet in meinem Fall einen Blick ins absolute schwarze Nichts der Seele eines uninspirierten, energie- und hoffnungslosen Ausgebrannten, der an seinem Zustand auch noch selbst schuld ist, weil er nicht genug geTAN hat in seiner “Komfortzone”. Und all das macht mich eher noch depressiver als hoffnungsfroher. Da ist kein Ausweg. Die teuflische Ironie: Mir fehlt mittlerweile sogar die Energie und der Mut, endlich die Konsequenz zu ziehen und mit alldem Schluss zu machen. Von daher muss es mit der Hölle Erwerbsarbeitstretmühle weitergehen… ich sehe keine gangbare Alternative, wenn ich nicht unter der Brücke landen will. Und für den Sprung in die Selbstständigkeit fehlen mir die Energie, der Mut, das Können, das Wissen und die Ideen. Völlig ausgebrannt.

    Ich hoffe, Ihr anderen Blog-Leser findet rechtzeitig den Absprung!

    Beste Grüße,
    Ricky

    • Veröffentlich von Mischa am 15. Februar 2017 um 9:50

      Lieber Ricky,

      ich kann deinen Frust verstehen. Gleichzeitig denke ich, dass du in meinem Blog nur das herauslesen willst, was zu deiner Lage und deiner Einstellung passt. Und das ist natürlich nicht so viel Positives (zumindest aus deiner Sicht).

      Ja, für ganz viele Menschen ist es wichtig, an irgendeiner Stelle ins TUN zu kommen bzw. Veränderungen zuzulassen. Und wenn du ehrlich bist: Ist das nicht genau der Punkt, weshalb es dir so schlecht geht? Du weißt ja haargenau, was du in deinem Leben loslassen müsstest (nämlich deinen Job, dein Leistungsdenken, deine Opferrolle, deine Ausreden, vielleicht auch noch anderes) und wehrst dich mit Händen und Füßen dagegen. Solange das so ist, können es sich Angst und Depression bei dir weiter gemütlich machen.

      Du kannst nicht ein Leben komplett gegen deine innersten Bedürfnisse führen und gleichzeitig glauben, dass irgendwas besser wird. Natürlich helfen dir dann auch Reisen, Yoga und was auch immer nicht, weil du den wichtigsten Punkt ja einfach nicht anschaust.

      Und sorry für meine Radikalität, aber Geld kann in diesem Punkt keine Rolle spielen. Das ist zwar die gebräuchlichste, aber auch zugleich schlechteste Ausrede, um sich vor Veränderungen zu drücken. Mir was es damals auch scheißegal, als ich meinen Job gekündigt habe. Ich wusste nicht, was danach kommt. Ich wusste nur, dass ich mir das alte Leben nicht mehr zumuten kann und mag. Ich war bereit, alles Risiko dafür einzugehen, weil ich wusste, dass es andere Möglichkeiten gibt.

      Erst wenn deine Schmerzen so groß sind, dass du um Veränderungen nicht mehr herum kommst, wirst du vielleicht verstehen, was ich meine.

      Einen wichtigen Artikel habe ich für dich, in dem es um keine Leistung, um kein Tun, um gar nichts geht. Sondern einfach nur darum, still zu werden. Wenn du das praktizierst und dabei ehrlich zu dir bist, wirst du so viele Erkenntnisse bekommen, dass dein Leben sich danach um 100 % ändern wird: http://www.adios-angst.de/sei-endlich-still-und-schau-einmal-es-mit-dir-macht/

      Herzliche Grüße und alles Gute
      Mischa

  10. Veröffentlich von Dario am 22. Februar 2017 um 22:09

    Hi Mischa,

    freut mich, dass es mit deinem Blog und anderen Projekten weitergeht. Manchmal braucht man einfach eine kreative Pause. Danach ist man viel motivierter. So ging es mir jedenfalls mit meinem Youtube-Kanal.

    Liebe Grüße und viel Erfolg
    Dario

    • Veröffentlich von Mischa am 24. Februar 2017 um 20:48

      Hi Dario,

      du sagst es! Erzähl doch mal, wie lange bei dir die Pause war und was sich dann entwickelt hat.

      Liebe Grüße
      Mischa

  11. Veröffentlich von Katrin am 27. Juli 2017 um 20:19

    Mischa, der Gernstl unter den Mutmachern! Das gefällt mir sehr!

    Ich freue mich auf alles, was immer da in Zukunft von Dir kommen mag und lese mich derweil erst einmal durch alle Deine Beiträge, denn ich bin ja noch ganz neu hier..

    Liebe Grüße, Katrin

    • Veröffentlich von Mischa am 9. August 2017 um 20:09

      Liebe Karin,

      und, bist du schon durch mit allen Beiträgen? 😉
      Danke für deinen guten Zuspruch und dann vielleicht am 23.9.?

      Liebe Grüße
      Mischa

      • Veröffentlich von Katrin am 12. August 2017 um 16:36

        Ich bin noch mittendrin, ehrlich gesagt.. Lese hier und lese da und dann sind da wieder diese Querverweise und dann lese ich wieder da weiter und so weiter 😉

        Wie hast Du neulich geschrieben, lieber Mischa, was ich mir in meinen Gedanken vorstellen kann, das kann ich auch umsetzen? Insofern sehe ich eine Chance, dass ich es am 23.9. zu Euch schaffe. Und, es kann doch kein Zufall sein, dass wir gerade zu dieser Zeit im Allgäu sind. Aber, ich gehe Schritt für Schritt vor und freue mich erst einmal auf den schönen Moment, wenn ich genau das, nach langer Zeit, vollbracht habe, nämlich dankbar und froh an meinem Lieblingsurlaubsort angekommen zu sein 😊

        Liebe Grüße aus dem Norden, Katrin

        • Veröffentlich von Mischa am 12. August 2017 um 18:57

          Schritt für Schritt für Schritt. Genau so. Wenn die meisten Menschen auch nur ahnen würden, was möglich ist, wenn sie viele langsame Schritte gehen, anstatt loszuhetzen und dann gestresst und entnervt aufzugeben, würden wahre Wunder geschehen …

          Insofern finde ich deinen Ansatz ganz wunderbar. Alles kann, nichts muss. Und was sich fügt, fügt sich. Das Universum weiß schon Bescheid und richtet es passend ein 😉

          Wünsche dir jetzt schon eine großartige Zeit im Allgäu

          • Veröffentlich von Katrin am 12. August 2017 um 21:14

            Dankeschön! 🙂



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