Keine Panik vorm Alleinreisen!

Alleinreisen Panik

Keine Panik: Es folgt jetzt kein Plädoyer von mir, für ein halbes Jahr mit dem VW Bus allein in der Weltgeschichte umherzugondeln. Oder drei Monate allein nach Australien zu fliegen. Nicht, dass dies nicht schon genug Menschen ausprobiert hätten – und vermutlich es die meisten auch richtig gut fanden.

Aber ich denke, für den Anfang reicht es schon einmal, sich nur mit dem Gedanken anzufreunden: „Was wäre, wenn ich einmal allein verreise?“. Ja, ich kenne die Standard-Antwort: „Ich könnte das schon, aber das will ich gar nicht.“ Da entgegne ich jedem, der es noch nicht ausprobiert hat: „Nein, du traust es dich nicht.“

Fang mit einer kleinen Dosis an!

Denn es gehört schon etwas Mumm dazu, allein loszuziehen. Für manche ist es eine Mutprobe, zwei Jahre mit dem Rad durch die Welt zu fahren. Für andere schon, mal ein Wochenende allein in Hamburg zu verbringen.

Nach meiner Erfahrung lohnt sich das Experiment zu 100 Prozent – und wenn du dir dafür zum Start auch nur einmal eine ganz kleine Dosis des Alleinseins verabreichst. Für meine Tour habe ich beispielsweise im Herbst und Winter 2013/2014 zwei Testläufe von jeweils ein paar Tagen in Deutschland gestartet. Und war hinterher hellauf begeistert.

Ich verspreche dir, dass du davon profitieren wirst. Für notorische Angsthasen, wie ich es früher war, eine besonders gute Übung. Denn du wirst Erfolgserlebnisse haben, dein Selbstvertrauen stärken und zusätzlichen Mut gewinnen, um kommende Herausforderungen anzugehen. Warum das so ist, erkläre ich dir.

#1 Du verlierst die Angst vor dem Alleinsein

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten: Angstpatienten können nur sehr schlecht allein sein. Die Furcht, dass niemand da ist, wenn einem etwas zustößt – natürlich unbegründet, denn Panikattacken sind zwar unschön, aber gesundheitlich unbedenklich – ist immer vorhanden. Es gibt ungelogen Angstpatienten, die in direkte Nähe von Krankenhäusern ziehen, damit sie im Fall der Fälle versorgt sind (so schlimm war es bei mir zum Glück noch nicht ganz).

Oft bestehen Abhängigkeiten von Partnern, Familienmitgliedern oder Freunden – oder es geht einfach nur darum, durch die Anwesenheit anderer abgelenkt zu sein. Und nun kommt die spannende Erkenntnis: Weder bei einem langen Spaziergang allein um einen See in Mecklenburg-Vorpommern noch beim Schlendern über einen Markt in Hamburg wirst du tot umfallen oder Hilfe benötigen. Vielleicht schlägt dein Herz schneller, aber das darf es ja auch vor Aufregung.

Am Ende stellst du fest: Du bist nicht auf die Anwesenheit deines Partners oder von Freunden angewiesen. Schön, wenn sie da sind. Nicht schlimm, wenn nicht.

#2 Du lernst, mit dir zurechtzukommen

So, nun bist du also allein in dieser fremden Stadt – oder sogar in diesem fremden Land. Was nun? Niemand steht dir zur Seite, keiner macht eine Ansage, was zu tun ist, das heimische Sofa samt Fernbedienung ist weit weg. Plötzlich liegt das Programm in deinen eigenen Händen. Welchen Sender stellst du ein?

Viele Menschen wissen doch vor lauter täglichem Trott gar nicht mehr, was sie wirklich antreibt, für was sie brennen. Dinge, die sie früher geliebt haben, wurden „aus Zeitmangel“ schon lange aufgegeben. Aber jetzt stehst du hier allein und kannst auf deine innersten Bedürfnisse hören und ganz spontan darauf reagieren.

Lass ich einfach überraschen von dir selbst, wo es dich hintreibt, was du machst, was du erleben willst. Im Kino einen Film in einer fremden Sprache anschauen? An der Alster joggen (ja, ich liebe Hamburg)? In einen Club mit Livemusik? Oder die angeseilte Tour über das Dach des Münchner Olympiastadions?

In meinem Fall auf der Europatour waren es – man höre und staune – Andachten und kleine Kirchenkonzerte. Vor der Fahrt stand das sicher auf keiner gedanklichen Liste bei mir. Doch dann war ich gut ein halbes Dutzend Mal bei solchen Veranstaltungen verschiedener Konfessionen, habe die teilweise sehr berührenden Momente auf mich wirken lassen und mich jedesmal aufgehoben gefühlt.

#3 Du entdeckst, welche Menschen wirklich zu dir passen

Daheim ist alles eingespielt. Da ist dein Freundeskreis, dann kommt noch der von deinem Partner dazu, plus Familie und Nachbarn. Einige Beziehungen davon sind super und unersetzlich. Andere, oft mal auch zu viele, werden halt so aufrecht erhalten, weil es schon immer so war – auch, wenn es vielleicht gar nicht mehr zu deiner Lebensrealität und deinen Einstellungen passt. Manchmal merkst du es auch gar nicht.

Bist du allein unterwegs, bekommst du ein viel besseres Gespür für die Menschen. Losgelöst von den sonstigen Ansprechpartnern werden deine Antennen geschärft. Du merkst nach einer Weile, auf wen es sich lohnt zuzugehen. Ich verspreche dir: Du wirst ganz intensive und überraschende Begegnungen und Gespräche haben. Wenn du dich darauf einlässt und dich nicht in der fremden Stadt 24 Stunden in deinem Hotelzimmer verkriechst.

Meine irrste Begegnung diesbezüglich war mit Horst, einem freiwilligen Obdachlosen Ende 50, den ich in Hamburg auf einem Weihnachtsmarkt getroffen habe. Er hat vor zwei Jahren seine Zimmerei-Firma in der Nähe von Stuttgart verkauft, sich aus Holz eine Transporthilfe für seine wenigen Dinge gebaut und ist dann in Hamburg gelandet, wo er sich wohlfühlt.

Er könnte sich jeden Tag ein Hotelzimmer leisten, lebt aber lieber auf der Straße. Wir haben uns zwei Stunden großartig unterhalten und festgestellt, dass unser Treffen kein Zufall gewesen sein kann. Und er hat zu mir gesagt: „Ich wünschte, ich wäre schon so früh aufgewacht wie du.“

#4 Du meisterst Herausforderungen – dein neuer Turbo-Boost

Das ist der entscheidende Punkt. Nirgendwo lernt man besser, das Leben zu verstehen und im Leben zu bestehen, als beim Reisen. Beim Alleinreisen potenziert sich dieser Effekt. Denn – ob du willst oder nicht – du musst alle Entscheidungen selbst treffen, alle Probleme selbst lösen, alle Gespräche selbst führen, den Weg immer selbst finden, die Menschen immer selbst ansprechen.

Das kann am Anfang schon mal ganz schön hart sein. Und unbequem. Aber Dinge, die dich im Leben weiterbringen, erlebst du einfach nur außerhalb der Komfortzone. Und so wirst du das alles tun, weil dir gar nichts anderes übrig bleibt. Wirst die Herausforderungen meistern, wer soll es auch sonst tun. Und wirst am Ende des Tages, der Woche, des Monats, der Reise (je nachdem) immer wieder mächtig stolz auf dich sein.

Du wirst dir im Alltag daheim viel mehr Dinge zutrauen und den Mut finden, weitere Herausforderungen anzupacken. Du wirst vielleicht frecher, spontaner, gelassener, toleranter, oder was auch sonst du aus der Reise mitgenommen hast. Und wenn es nur ein Riesenkater ist, weil du allein mal eine Nacht auf dem Kiez so richtig einen draufgemacht hast.

Das Fazit

Ich liebe es, mit anderen Menschen, vor allem mit meiner Frau, zu verreisen. Es ist ein wunderbares Gefühl, diese Momente miteinander zu teilen. Aber ab und an mal etwas auf eigene Faust zu unternehmen, kann ich nur empfehlen.

Der Gewinn, den du für deine Persönlichkeit daraus ziehst, ist enorm. Also kann ich dir nur raten: Probiere es einmal aus. Und aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Es tut auch gut, einmal festzustellen, dass man seinen Partner so richtig vermisst. Danach schätzt man die Gemeinsamkeit noch mehr.

29 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Bin ich auch voll der Meinung. Große Expeditionen hab ich zwar alleine noch nicht gemacht, aber so manche Sport-Städte-Tour. Und ich mach es immer mal wieder. Tut gut 🙂

  2. Guter Post… ich habe bisher einen Testlauf des Alleinreisens für einen Monat gewagt. Noch währenddessen war für mich klar, dass die Zeit viel zu kurz war und ein längerer Trip her muss. Nicht mal ein Jahr später, stehe ich nun kurz vor dem Sprung ins Ungewisse, auf zu einer längeren Reise… to be continued.
    Kann ich jedem nur empfehlen eine solche Erfahrung mal zu machen!

  3. Hallo Mischa,
    ein toller Artikel. Superschön geschrieben.
    Bin auch der Meinung dass es spannend sein kann – aber mit dem richtigen Partner ist es auch toll, zusammen zu reisen.
    Liebe Grüsse
    Gaby

    • Hi Gaby,

      vielen Dank!

      Und das is ja das Schöne, wenn man Alleinreisen mal ausprobiert hat: Man sieht, dass beides toll ist und hat dann tatsächlich eine Wahlmöglichkeit. Hast du es noch nie gemacht, bist du gedanklich immer an einen (Reise-)Partner gebunden. Im schlimmsten Fall machst du dann eine super Reise gar nicht, weil du niemanden gefunden hast. Und das wäre jammerschade.
      Liebe Grüße
      Mischa

  4. Mischa,

    danke für diesen Artikel. Ich kann ihn nur unterschreiben. Mit Ausrufezeichen!

    Ich hatte auch immer Schiss vor dem Alleinreisen, aber dann kam ein klitzekleiner Kurztrip nach Irland und meine Welt wurde auf den Kopf gestellt. Dieser kleine Trip über 3 Tage war soooo wertvoll, in jeglicher von Dir beschriebener Hinsicht, für mich! Und ich habe Blut geleckt und die Angst verloren. Meine größte „Angst“ war, dass ich all das Schöne um mich herum gar nicht genießen könnte, wenn ich es nicht teilen kann. Und gerade das hat sich als absoluter Irrtum heraus gestellt. Das Erlebte war wider erwarten so schön und so intensiv, dass ich mehr davon möchte.

    LG, Bille

    • Hi Bille,

      freut mich, dass wir da so auf einer Wellenlänge sind und dir der Artikel gefallen hat. Und alles, was du beschreibst, kann ich zu 100 Prozent unterstreichen. Einzig, als ich im tiefen finnischen Wald allein am Lagerfeuer saß, hätte ich mir doch Gesellschaft gewünscht. Denn ich liebe solche endlosen Lagerfeuer-Plausch-Abende …
      Wann steht bei dir der nächste Solotrip an?

      Liebe Grüße

      Mischa

      • Oh ja, am Lagerfeuer hätte ich dann aber auch Gesellschaft haben wollen. ;-))

        Ich hoffe, ich kriege es jetzt Anfang Herbst hin, wenn ich endlich Urlaub nehmen kann. Schön wäre Portugal. Und dann wage ich mich wohl auch mal an meine 1. Hostel-Erfahrung heran. Wird auch Zeit mit Ende 30. *hust* 😀

        Genieß‘ Deinen Donnerstag!

  5. Hallo Mischa,

    der Artikel regt wirklich zum Nachdenken an. Für mich war es irgendwie auch immer „komisch“ z.B. mal ganz allein ins Kino zu gehen oder wirklich mal zwei Tage ganz allein in einer fremden Stadt zu verbringen. Du hast aber so Recht! Ich dachte immer, dass ich jemanden brauche um mich auszutauschen usw., aber das kann man ja hinterher umso mehr. Es ist auch mal schön auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen und alles so machen zu können, wie man selbst will. Das ist wichtig.

    Viele Grüße

    Sarah

  6. Hi Sarah,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Das mit dem Austauschen ist ein guter Punkt. Du erlebst ja allein viele Dinge noch intensiver, und umso schöner ist es doch dann, diese Geschichten zu erzählen. Alles was du tust, bist 100 % du ohne Kompromisse. Das finde ich immer wieder eine interessante Erfahrung.
    Und allein in einem Restaurant zu sitzen, wird zur völligen Normalität. Früher hätte mir allein der Gedanken daran schon Schaudern verursacht.
    Liebe Grüße
    Mischa

  7. Hi Mischa,

    ein echt hervorragender Artikel, der mir mal eine ganz andere Sichtweise aufzeigt. Ich hatte vor einigen Jahren das Vergnügen, zwei Tage allein in Paris zu verbringen und denke heute noch mit schmunzeln daran wie schön verplant und chaotisch das war 😉
    Dennoch hat das Reisen zu zweit aus meiner Sicht den großen Vorteil, dass man Erlebtes im Alltag immer wieder aufleben lassen kann. Bewusst oder unbewusst.
    Und genau um dieses Thema dreht sich übrigens unser neuer Blog http://www.trips-4-lovers.de

    Viele Grüße ausm Allgäu

    • Servus Dome,

      vielen Dank für das Lob.
      Ich sehe es inzwischen so: Das Alleinreisen zeigt mir Wege auf, wie mir das Zu-zweit-Reisen noch mehr Freude macht. Ich möchte die Erfahrungen nicht missen, genieße jetzt aber auch die gemeinsame Zeit und das gemeinsam Erlebte.
      Sehr schön, dass ihr jetzt auch unter den Bloggern seid. Werde ich mir gleich mal mit Freude anschauen.
      Liebe Grüße
      Mischa

  8. Für mich ist alleine zu reisen gelebte Freiheit pur.

    Zu meinen Studienzeiten war es ja noch relativ einfach, ein paar Kommilitonen für einen Städtetrip nach Paris oder London zu begeistern. Oder auch für eine Radtour durch die dänischen Inseln.

    MIt dem Einstieg ins Berufsleben änderte sich das dann schlagartig. Die meisten steckten schnell in ihrn Hamsterrädern aus Arbeit und Familie. Ich hatte dagegen schon in meinem obligatorischen praktischen Jahr als Apotheker gemerkt, dass sich eine Festanstellung für mich wie ein Gulag anfühlte. Was soweit ging, dass mein Körper bereits nach zwei Monaten dagegen rebellierte – mit einer heftigen Schilddrüsenüberfunktion!

    Die darauffolgenden vier Monate waren die bis dahin besten meines Lebens. Ich nenne sie scherzhaft meine AEG-Phase: Arm, erwerbslos, glücklich. Außer einem Kurztrip nach Amsterdam gab meine Kasse nicht viel her. Dafür entdeckte ich meine Heimatstadt mit den Augen eines Reisenden.

    Und ich machte einen Deal mit mir selbst: Die unumgänglichen restlichen zehn Monate der praktischen Ausbildung würden definitiv meine längste Festanstellung werden. Ja, ich war so pragmatisch zu sehen, dass der Beruf des Apothekers mir durchaus die wirtschaftliche Freiheit geben würde, mehr und öfter zu reisen.

    So ging ich dann meinen eigenen Weg: Chefvertretungen in verschiedenen Apotheken. Kein Vertrag länger als vier Wochen. Dazwischen auf Reisen. Interessanterweise bekamen sogar meine dienstlichen Reisen damit einen anderen Charme. Auch mecklenburgische Provinznester haben nämlich ihre Reize und spannenden Menschen. Aus diesem Blickwinkel ließ sich selbst 60-Stunden-Wochen mit Nachtbereitschaft noch etwas abgewinnen.

    Bei einem derart unsteten Lebenswandel war es natürlich klar, dass ich die meisten meiner Reisen alleine antrat. Schiffe, Züge und Hostels wurden meine natürlichen Treffpunkte mit anderen Menschen, mit denen ich ganz nach Lust und Laune Stunden oder Tage teilte. Oder das Leben gehörte mir auch ganz allein, nur im Zwiegespräch mit mir selbst und der Natur um mich herum.

    Was ich gewonnen habe dabei? Beobachtungsgabe, gesunde Menschenkenntnis, Fähigkeit zur Improvisation, Vertrauen auf mich selbst. Um nur ein paar Dinge zu nennen, die mir spontan einfallen.

  9. Hallo Mischa,

    ich lese deinen Blog den ganzen Tag schon von vorne bis hinten. Morgen fliege ich für 3 Wochen nach Israel, alleine. Schreibe mit einem Mädchen dort, dass ich über Couchsurfing kennengelernt habe bei der kann ich zumindest 2 Wochen schlafen. Bin nervös. Keine Ahnung was die sich auch erwartet. Am Meisten Schiss habe ich vorm Englisch. Mein Englisch ist gut, während des Studiums immer nur 1-2. Aber da gings eben mir ums Lesen, Schreiben und Hören. Weniger um sprechen. Aber ich glaube das kommt dann schon noch ein paar Tagen …

    Ich werde auf jeden Fall hier wieder posten wenn ich zurück komme und nicht vergesse, und am Berg Sinai war, in Jerusalem, Tel Aviv, Gazastreifen ..

    Dein Blog macht mir Mut. Den brauche ich zurzeit auch. Mein Flug geht morgen 04.03. um 20:35. Wünscht mir Glück 🙂

    P.S.: Über ein Reminder Mail bei meiner Ankunft (26.03) würde ich mich freuen, dann ist alles noch frisch. Vorausgesetzt ich komme wieder heim…

    Liebe Grüße
    Michii

    • Hi Michii,

      das klingt nach einem großartigen Trip! Und okay, du bist nervös, aber das ist völlig normal. Und bezüglich des Englisch sprechens musst du dir am wenigsten Gedanken machen. Du kannst es ja und kommst da ganz schnell rein. Und wen interessiert’s, wenn mal ein Wort fehlt?

      Ich wünsche dir viel Glück, eine unvergessliche Zeit, zwei gute Flüge und melde dich wieder, wenn du zurück bist – oder denkst du, dir gefällt es so gut, dass du gleich bleibst 😉

      Liebe Grüße

      Mischa

  10. Hallooo,
    ich glaub ich werde mir deinen Artikel noch so einige Male durchlesen, als Ansporn 🙂

    Liebe Grüße,
    Diana

  11. Hallo Mischa,

    vor mir steht eine 3 tägige Geschäftsreise auf der anderen Seite von Deutschland. (Zwar immer noch das eigene Land aber trotzdem weit genug von seinem gewohnten Umfeld entfernt)
    Ich war auch noch nie alleine unterwegs und hatte bis eben noch total Angst davor, mit den zughörigen (Was ist wenn mir etwas passiert Gedanken). Ich habe mich deshalb im Internet nach wertvollen Tipps umgesehen, die alle sehr unterschiedlich ausfallen.

    Dein Artikel trifft meine Ängste und Sorgen direkt auf den Punkt und stellt alle Positiven Gedanken in den Vordergrund! Die Nervosität hat sich erst mal gelegt und ich bin guter Dinge und voller Vorfreude mich dieser Erfahrung zu stellen 🙂 Vielen Dank für diesen schönen Artikel und die Portion Mut 🙂

    LG

  12. Hallo Heike,

    wow, was für eine Ehre für mich, dass du in all dem Wust bei meinem Artikel das gefunden hast, was dich weiterbringt 🙂 Freue mich riesig mit dir, dass du die positive Energie aufnehmen konntest und dich jetzt sogar auf die Herausforderung freust. Du wirst hinterher sehen, dass es a) nicht mal halb so schlimm war wie du dachtest und b) dass es dir wahrscheinlich sogar noch Freude gemacht hat bzw. wertvolle Erfahrungen beschert.

    Falls du magst, schreib doch gerne hinterher noch von deinen Erfahrungen.

    Liebe Grüße an die mutige Geschäftsreisende

    Mischa

  13. Hey Mischa,

    dein Artikel ist toll, ehrlich, authetisch und hat mir noch mal Mut gemacht für eine 1-wöchigen Campingtripp morgen allein nach Schweden. Ich war schon mal allein unterwegs, aber irgendwie auch nicht so richtig, weil es einmal nur 2 Tage in Stockholm vor einer Gruppenreisen waren und einmal in Australien, aber da hat man auch immer Touren gebucht und war dann irgendwie auch nicht allein, unter fremden Menschen zu sein, kenne ich aber schon.
    Irgendwie ist dieses Campen noch mal etwas anderes. Ja, es ist nur ein Campingplatz und nicht die Wildnis, dennoch…englisch sprechen fällt mir auch immer schwer, Zelt aufbauen sowieso und alles ist ungeplant, ich weiß eben nur, ich steige morgen sehr früh ins Auto und fahre los, ok der Campingplatz ist gebucht.
    In den letzten Tagen war schon der ein oder andere Gedanke da, dass ich dachte „ach komm, bleib einfach zu Hause, wozu der Stress, dann brauchste dir keine Gedanken machen…“ —NEIN! Ich möchte ja nach Schweden! Ich liebe Schweden! Ich war schon mal da und weiß im Grunde, wenn man da ein Problem hat, Autoreparatur o.ä. wäre auch das lösbar.
    Für mich ist auch der Gedanke wichtig, dass ich weiß, wenn ich es jetzt meegaschrecklich finde z.B. tagelang zu nur Regen, schreckliche Leute auf dem Camping usw…könnte ich zurück, Sachen ins Auto und ab gehts.
    Zudem bin ich auch finanziell nicht auf den Campingplatz angewiesen, ich könnte theoretisch auch in ein Hotel wechseln (will ich aber nicht).
    Ich habe vielleicht eher die größte Angst mich einsam zu fühlen. Realität ist jedoch, dass ich auch zu Hause viel allein bin, was sollte sich also verschlimmern.

    Nun ja, das Auto ist jedenfalls so gut wie gepackt und für eine Woche total voll, irgendwie muss ich immer an alles denken und brauche die Sachen dann doch nicht. Auch so ein Sicherheitsdenken, dass eigentlich quatsch ist.
    Aber egal….ich kann ja an Erfahrungen auch nur wachsen.

    Ich sage mir jetzt einfach, vielleicht wird gar nicht jeder Tag toll, aber ich werde auf jeden Fall Neues erleben und das war ja mein Ziel.

    Dieses die Komfortzone verlassen ist manchmal einfach schwieriger als man denkt. Ich bin im Grunde ein sehr freiheitsliebender Mensch, nutze die Freiheit, die ich habe aber gar nicht immer.
    Ich lese dann von tollen Tripps die andere machen (die teilweise nur halb so alt sind wie ich) —ich bin 37. …und denke mir „woooow, toll, was die alles machen“ und ich finde Ausreden das nicht auch selbst zu machen.
    Einmal ist mir ein Land zu heiß, der Flug zu lang, zu teuer, Angst mich nicht verständigen zu können, ich finde keine Mitreisenden, die Orga ist mir zu viel etc., etc……..wenn es mich nicht reizen würde, würde ich aber wohl kaum immer Reiseberichte reisen.
    Dieses „Reisepartner“ oder eine Gruppenreise zu finden hat mich dieses Jahr mal wieder so beschäftigt, dass ich allmählich zu dem Entschluss komme, das ist es nicht wert.
    Ich hatte z.B. eine tolle Gruppenreise gefunden und habe am Ende nicht gebucht, mich damit aber wochenlang rumgequält, weil ich mich dadurch zu eingeschränkt gefühlt habe. Ich bin nicht gerade sportlich und eher gemächlich unterwegs, ich fahre auch gern Rad oder gehe mal wandern, aber eben nicht so schnell wie sportliche Leute und auch kein Gewaltmarsch von 30km bei heißen Klima. Manchmal ein Problem für Gruppenreisen, man braucht ja schließlich keine mitleidigen Blicke oder Leute, die immer auf einen warten müssen.
    Dieses „Warten müssen“ ist nicht zu unterschätzen habe ich die Erfahrung gemacht: Wandertour bei einer Gruppenreise, die meisten zügig dabei, ich eher langsam wie immer (sonst schaffe ich auch so eine Tour nicht), die meisten „dürfen“ eine Ruhepause machen und warten auf die Langsamen. Die Langsamen „dürfen“ nie eine Pause machen, weil wenn die da sind, gehts ja immer gleich weiter. Da kommt man sich schon doof vor, wenn man sich dann auch mal ausruhen möchte. Lange rede, kurzer Sinn…wandern in der Gruppe ist für mich im Grunde nicht geeignet. Dazu kommt, dass ich gern Fotos von Kleinigkeiten am Wegesrand mache, das muss man sich als Schnecke dann eh verkneifen.

    • Hi Tamara,

      wie isses unterwegs? Bzw. wie war’s, wenn du zurück bist?

      Ich finde es genial, was du machst und dass du es einfach gegen alle inneren Widerstände machst. Wenn du den Knoten einmal gelöst hast, wirst du es immer wieder tun.

      Und warum solltest du auch eine Gruppenreise machen, wenn du sie schrecklich findest? Es gibt so viele coole Orte, wo man ne gute Zeit mit guten Leuten verbringen kann, ohne auf Gedeih und Verderb der Gruppe ausgeliefert zu sein, z.B. Kletter- und Surfcamps, Yoga-Retreats und noch viel mehr.

      Du weißt ja, was du willst, also wirst du die passenden Sachen finden

      Liebe Grüße und einen Campergruß vom Hotel der 1000 Sterne
      Mischa

  14. Hallo, durch Zufall bin ich gerade auf diese Seite gestoßen und habe oder bin gerade auch in einer Lebensphase, in der ich alles ändern möchte.mein Ziel alleine war Thailand. Ein Tag vorher war der Flugzeug Absturz und ich bin dann natürlich nicht mehr geflogen. Zu meiner Person kommt noch Asthma hinzu, was mich auch hindert zu fliegen…..vielleicht sollte ich auch erst mal nicht fliegen und mein Plan ändern. Habe vor mir ein Camper zu kaufen und mein nächstes Ziel wäre dann Dänemark…..ich stehe wirklich gerade vor einer riesengroßen Herausforderung…..l g Dine

    • Hi Dine,

      was ist denn deine größte Herausforderung? Bzw. was möchtest du konkret ändern? Reisen können ein schöner Teil einer Änderung/eines Ausbruchs sein. Doch letztlich nimmst du deine Probleme mit, wenn du sie vorher zuhause noch nicht gelöst hast.
      Hast du ein großes Thema, das du zuerst angehen könntest? Dann hättest du nicht diesen großen Rucksack zu tragen, wenn du gleich „alles“ ändern willst.

      Liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

  15. Hi, Ps: also mit der Herausforderung meinte ich die Frage damit nach Thailand zu reise n.?….da jetzt der Süden überschwemmt ist und im Norden Erdbebenwarnungen sind , werde ich wohl erst mal nicht fliegen können…..

  16. PS : Und ja der lange Flug macht mir Sorgen. Ich bin schon ein paar Mal geflogen, aber nie so weit….oh mann . Eigentlich hätte ich jetzt Zeit dafür . Wie gesagt , mein Job ist gekündigt und habe eben zwei Monate zur freien Verfügung über eine Transfergesellschaft, dieses könnte ich natürlich auch verschieben, bzw. die Auszeit könnte ich über die Gesellschaft auch eventuell später nehmen. Bin überfragt mit dem ganzen….Probleme habe ich hier nicht, wollte einfach nur mal eine Auszeit …

    • Hi Dine,

      darf ich jetzt gemein sein? Du hast ein „Problem“, nämlich dass du dir zu viele Sorgen machst. Und das verhindert, dass du dann die Dinge tust, die du in dem Moment gerne tätest. Und so grübelst du jetzt herum, was du in deiner freien Zeit anstellst, anstatt einfach loszufliegen oder loszufahren.

      Hast du schon mal probiert, irgendwo ein bisschen Kontrolle abzugeben und einfach mal was zu machen, von dem du nicht vorher schon weißt, wie es ausgeht? Ist ne gute Übung 🙂

      Liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

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