Selbstheilung

Selbstheilung – geht das wirklich? Warum mich „Gisela on the road“ so bewegt

Plötzlich kam diese Woche Gisela in mein Leben. Besser gesagt das WDR-Video über Gisela, die mit ihren 75 Jahren seit 7 Jahren auf einem Roadtrip mit ihrem blauen Wohnmobil ist.

Eine Reportage über eine großartige Frau, über die Kräfte der Selbstheilung. Über die Frage, was passiert, wenn jemand anfängt, sein Leben den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Falls du es noch nicht gesehen hast: Nimm dir die 45 Minuten. Sie könnten deine Einstellung zum Leben ändern.

By the way: Ich glaube fest daran, dass das Miterleben und Mitfühlen der Geschichten anderer Menschen 1000-mal hilfreicher ist als alle noch so gut gemeinten Tipps dieser Erde. Das Format „Die Runde Ecke“, bei dem ich auch schon auftreten durfte, bietet dafür wunderbare Beispiele.

Wenn du erstmal lieber lesen willst, hier die kurze Zusammenfassung. Gisela sagt in dem Film: „Ich hatte die Wahl, zu sterben oder zu leben.“ Jahrzehntelang leidet sie unter einer Autoimmunerkrankung, kann sich mit Anfang/Mitte 60 kaum mehr bewegen und fängt an, ihr Leben radikal zu ändern.

Sie setzt nach und nach ihre Medikamente ab, weil sie fest entschlossen ist: Ich will kein Pflegefall werden. Also geht sie entgegen ärztlicher Ratschläge voll ins Risiko. Hopp oder topp. Kein Dahinvegetieren vollgestopft mit Pillen. Nochmal richtig leben oder Abschied nehmen.

Gisela stellt ihre Ernährung um, beginnt zu meditieren, treibt regelmäßig Sport. Es geht ihr im Lauf der Jahre immer besser. Dann kauft sie sich ein blaues Wohnmobil und ist seitdem allein unterwegs. Im Winter in Spanien, Portugal und Marokko. Im Sommer in Deutschland.

Tief bewegt – eine fremde Frau und gefühlt so nahe

Mich hat die Geschichte tief bewegt. Mehrmals hatte ich Tränen in den Augen. Und noch nie habe ich so eine Verbundenheit zu einem Menschen gespürt, den ich nur auf bewegten Bildern und nicht direkt vor mir sehe. (Mit Ausnahme vielleicht von Stefan Hiene.)

Warum? Zum einen sind es die vielen Parallelen unserer Geschichten: das lange Leiden, die mutige Entscheidung, dass sich gewaltig was ändern muss und die Bereitschaft, alle Konsequenzen daraus zu tragen. Das Absetzen von Medikamenten entgegen ärztlicher Ratschläge (Details dazu findest du in meinen Artikeln Du bist dein bester Arzt und Antidpressiva absetzen). Und natürlich der Aufbruch mit einem Reisemobil, um sich selbst – im wahrsten Sinne des Wortes – mal zu erfahren.

Die überwältigenden Reaktionen auf meiner Facebook-Seite zu dem Video haben mir gezeigt: Auch für andere Menschen stecken da ganz wichtige Botschaften drin.

Die wichtigste für mich:

Du darfst endlich anfangen, an die Kraft der Selbstheilung zu glauben.

Falls du das nicht eh schon tust.

Lässt sich mit Selbstheilung alles lösen?

Ist das jetzt anmaßend gegenüber Menschen, die möglicherweise schon viele Jahre oder Jahrzehnte an einer Krankheit leiden und jetzt denken: „Dann war ich scheinbar nur zu blöd, mich selbst zu heilen.“?

Beileibe nicht. Ich bin weder Arzt, noch Guru oder Gott und habe keine Ahnung, ob sich jedes Leiden kraft des eigenen Glaubens und der passenden Lebensweise heilen lässt.

Ich finde es auch menschenverachtend, wenn behauptet wird, dass jemand „schuld“ an einer bestimmten Krankheit ist, weil er das Falsche gedacht, gegessen oder gebetet hat.

Was ich allerdings aus eigener Erfahrung 100-prozentig weiß: Unsere Selbstheilungskräfte sind viel stärker, als die meisten von uns glauben. Oder wie Gisela im Film sagt: „Das passiert alles in der Birne.“

Doch warum trauen sich die wenigsten Menschen in unserer westlichen Welt, ihrem Gefühl zu folgen, die Signale ihres Körpers wahrzunehmen und ihre eigenen, konsequenten Schlüsse draus zu ziehen?

Wieso sitzt jeder Deutsche, wie in diesem ZEIT-Artikel über Selbstheilungskräfte zu lesen ist, im Schnitt 18-mal pro Jahr im Behandlungszimmer eines Arztes? Ganz einfach: Weil wir immer noch dem Irrglauben aufsitzen, dass uns jemand anderes heilen kann als wir selbst.

Und weil wir so die Verantwortung für unser Leben schön weiterreichen können. Wieso soll ich was ändern, wenn ich so tolle Pillen für all meine Probleme verschrieben bekomme?

Ich meine: Wenn das System Symptom – Diagnose – Behandlung/Medikament wirklich für die Heilung funktionieren würde, wie kann es dann sein, dass zwei Menschen mit identisch diagnostizierten Krankheiten und identischen Behandlungsmethoden bzw. Medikamenten eine völlig unterschiedliche Entwicklung nehmen? Der eine wird gesund, der andere bleibt krank. Warum?

Der große Augenöffner: Clemens Kuby

Oder nehmen wir die psychosomatische Klinik, in der ich vor 4 Jahren war. Warum durfte ich in den 5 Wochen eine gefühlte Wunderheilung erleben? Und warum bewegte sich bei anderen Patienten recht wenig, sodass sie zuhause gleich wieder in ein tiefes Loch fielen?

Ich wusste damals schon, dass es bei mir viel mit meinem Vorsatz „Das ist meine letzte Chance und ich werde alles dafür tun, damit ich nie mehr durch solch eine Hölle muss“ zu tun hatte. Mit meiner bewussten Entscheidung für ein anderes Leben und den daraus resultierenden Konsequenzen und dem unerschütterlichen Glauben „Alles, was kommt, wird besser als das, was war.“

So richtig verstanden habe ich den Heilungsprozess erst 3 Jahre später. Als mir das wegweisende Buch von Clemens Kuby „Unterwegs in die nächste Dimension“ in die Hände fiel. Die Geschichte eines Mannes, dem es am tiefsten Punkt seines Lebens gelang, seine Selbstheilungskräfte so zu aktivieren, dass sich eine Querschnittslähmung komplett zurückbildete und die Ärzte von einem Wunder sprachen. Danach besuchte er auf der ganzen Welt Heiler und Schamanen und berichtet über Phänomene des Heilens, über die der typisch rational geprägte Mensch sagen wird: „So ein Quatsch. Das funktioniert doch nicht. Und außerdem hat das noch keine wissenschaftliche Studie bestätigt.“

Was für ein Augenöffner! Hej, wenn sich Menschen sogar von Querschnittslähmungen heilen können – was ist dann noch alles möglich?

Raus aus dem automatisierten Reparaturbetrieb

Bin ich ein Ärzte-Hasser? Gott bewahre, nein. Ich schätze die Leistungen der modernen Medizin, insbesondere der Notfallmedizin. Nur liegt für mich der Schlüssel zur echten Heilung – psychisch wie physisch – außerhalb von Krankenhäusern sowie ärztlichen und psychologischen Praxisräumen.

Nur wer aus dem automatisierten Reparaturbetrieb aussteigt, hat die Chance auf nachhaltige Veränderung. Giselas Beispiel zeigt das wunderbar. Sie sagt: „Entweder handeln wir aus Angst oder aus Liebe.“ Das ist genau der Punkt. Wer Angst hat, geht wegen jedem Wehwehchen zum Arzt. Wer seinen Körper liebt, lässt ihm – zumindest in den meisten Fällen – die Chance zur Selbstheilung. Und unterstützt diese mit dem entsprechenden Verhalten.

Wie ist denn der Normalfall? Jemand hat viel beruflichen und privaten Stress und bewegt sich zu wenig. Daraus resultiert häufiges Kopf- und Rückenweh. Also werden ständig Schmerztabletten eingeworfen. Wenn gar nichts vorwärts geht, muss der Physio ran. Oder es geht zur Kernsanierung ins sündteure Wellness-Hotel.

Doch was wäre, wenn folgendes Szenario der Normalfall wird: Du hast ständige Kopf- und Rückenschmerzen und fragst dich: Was hat das mit mir und meinem Lebensstil zu tun? Was ist mein Anteil daran? Was will mir mein Körper sagen, was jetzt dran wäre? Und wie kann ich den ersten Schritt zur Heilung machen?

Fang an, dein Körpergefühl wiederzuentdecken

Vielleicht sagst du jetzt: Alles schön und gut. Doch wie soll das funktionieren, wenn ich verlernt habe, auf meinen Körper zu hören? Wenn ich überhaupt keine Intuition mehr habe, was jetzt dran ist?

Meiner Meinung nach haben wird das Körpergefühl nicht verlernt, sondern es wurde nur durch das rationale Denken der Leistungs-Druck-Krankheit-Symptomkurier-Welt überschrieben. Wie wäre es denn, endlich mit dem Wiederentdecken anzufangen?

Und zwar mit dem ersten, kleinen Schritt. So einfach wie wirkungsvoll zugleich:

Hör auf mit dem, was dir nicht gut tut!

Das ist bei jedem anders. Ein paar potenzielle Beispiele:

  • Friss nicht mehr ne Tüte Gummibärchen vor dem Schlafen gehen, wenn du dich wunderst, warum du weder ein- noch durchschlafen kannst (und schau vorher auch keine Nachrichten, mach den Rechner und das Smartphone rechtzeitig aus etc.)
  • Hör mit dem Saufen auf, wenn du jedesmal danach Angst- und Depressionsschübe hast (und auch sonst)
  • Stopf dir mittags was anderes als Currywurst und Pommes rein, wenn du dich danach jedesmal über Stunden saft- und kraftlos fühlst.
  • Fahr nicht mehr zu deinen Eltern, wenn sie dein Leben eh nicht verstehen wollen und du dich dort komplett aufreibst und niedergeschlagen wieder nach Hause kommst.
  • Weigere dich, in den alljährlichen Wanderurlaub mitzufahren, bei dem du schon bei Ankunft immer Migräne bekommst, weil du Wandern hasst und dich nur noch nicht getraut hast, deinem Wunsch nach einem Urlaub am Meer Ausdruck zu verleihen.
  • Folge nicht mehr der Einladung vom Freunden, die dir mit ihrem Jammern auf den Sack gehen.
  • Mach endlich deinen Mund auf, wenn dein Chef dich wieder zur Sau machen will.
  • Hör auf, dir Schmerztabletten reinzupfeifen, wenn du davon solche Magenprobleme bekommst.
  • Hilf niemandem mehr beim Umzug, wenn du weißt, dass du danach wieder ne Woche Rückenschmerzen hast.
  • Und lies keine Blogartikel mehr von Menschen, die dir vorschreiben wollen, wie zu leben hast.

Und dann beginn mit dem, was dir gut tut

Mach das, was dein Herz höher schlagen lässt. Du hast ja jetzt einiges an Zeit neu dazu gewonnen. Iss und trink das, bei dem dein Körper nicht rebelliert. Fang an, zu deinen Bedürfnissen zu stehen, auch wenn sich dein Umfeld dagegen wehrt. Freu dich darüber, um wie viel leichter sich das Leben in solchen Momenten anfühlen kann und zu was dein Körper alles fähig ist. Und um wie viel klarer dein Geist wird, wenn du ein besseres Körpergefühl entwickelst – und umgekehrt.

Und – das ist zumindest meine Erfahrung – mach so viele Experimente wie möglich im Bereich Körperarbeit. Auf diese wunderbare und spannende Art kommst du endlich wieder an deine Gefühle. Wenn du es dann noch schaffst, diese anzunehmen und auszuhalten, wird sich dein Leben radikal ändern.

Mit diesen kleinen – und großen – Schritten beginnt die Selbstheilung. In dem Sinn, dass du zu dir findest und durch das passende Leben viel weniger physische und psychische Probleme als früher hast.

Ich sehe das als fortlaufenden Prozess. Heilung kann auch präventiv geschehen. Es muss ja nicht immer erst das Kind in den Brunnen gefallen und die schwere Krankheit diagnostiziert sein, bis wir anfangen, den Kurs zu ändern.

Die Geduld lohnt sich

Die große Herausforderung besteht darin, den dann auch beizubehalten. Auch hier liefert Gisela im Film ein super Beispiel. Bevor sie sich selbst wieder im alten Fahrwasser verloren hätte, hat sie lieber ihre neue Liebe verlassen und sich wieder auf den Weg gemacht. Leicht ist ihr das bestimmt nicht gefallen. Doch war ihr das Ziel, die eigene Heilung, wichtiger.

Geht so ein Prozess schnell? Meistens nicht. Doch das Ziel dahinter lohnt jede Geduld, wenn es mal wieder alles zu lange dauern scheint.

Es gibt nichts Heilsameres, als sich auf den Weg zu machen, sich selbst kennen- und lieben zu lernen und die Selbstheilung von Tag zu Tag stärker zu spüren.

P.S.: Ich habe heute Rückenweh. Weil ich die letzten Tage ein bisschen viel Zeit vor dem Rechner verbracht habe. Deshalb gehe ich jetzt hinaus und werde ein paar Stunden wandern. Weil es der Erfahrung nach meinem Rücken dann wieder gut geht. So einfach ist das mit der Selbstheilung.

Welche Erfahrungen hast du mit dem Thema Selbstheilung gemacht? Glaubst du daran oder vertraust du lieber den Ärzten und Medikamenten?

Foto: Unsplash.com

26 Kommentare

  1. Veröffentlich von Sebastian am 13. August 2017 um 14:40

    Hi Mischa,
    toller Artikel! Ich habe „Gisela on the road“ gesehen und die Reportage hat mich ebenfalls sehr beeindruckt … Du hast das hier wunderbar zusammengefasst! Da lässt sich nichts hinzufügen 🙂
    Sebastian

    • Veröffentlich von Mischa am 13. August 2017 um 18:33

      Hi Sebastian,
      das freut mich, dass wir da so auf einer Welle reiten 🙂
      Lieben Dank für das Lob und herzliche Grüße
      Mischa

  2. Veröffentlich von Stefka am 13. August 2017 um 19:06

    Hallo Mischa,

    ich habe das Video nicht gesehen, aber allein, dass eine Frau mit 67 Jahren im Womo unterwegs ist und es sich einfach gut gehen lässt, hat mir schon Mut gemacht und mein Herz freudig aufjauchzen lassen. Cool, dass Du die Geschichte hier aufnimmst. Dann muss ich (obwohl ich gar nicht gern Videos gucke) das Ganze auf jeden Fall doch noch anschauen.

    Liebe Grüße,
    und wandern ist immer gut 🙂
    Stefka

    • Veröffentlich von Mischa am 13. August 2017 um 20:36

      Hi Stefka,

      ja unbedingt, schau dir das an. Am besten mehrfach. Da steckt so viel Weisheit über das Leben und so viel Mut drin, das ist der Hammer!

      Liebe Grüße
      Mischa
      P.S.: Danke fürs Lesen bis zum Ende. Wandern war super, Schmerzen sind weg. 🙂

  3. Veröffentlich von Vera am 13. August 2017 um 20:52

    Hallo Mischa,hab die Doku ebenfalls gesehen und Gisela hat mich tatsächlich auch sehr berührt.Danke fürs Teilen und darauf aufmerksam machen.
    Seit meiner Jugend träume ich von einem Bus weil es für mich der Inbegriff von Freiheit ist…Die perfekte Form des Reisens für mich…Auf dem Weg sein..In Bewegung sein…Und gleichzeitig zur Ruhe kommen…Hatte auch den passenden Mann dazu…Der dies mit mir teilte, aber leider von einer Bergtour nicht mehr lebend zurück kam ,so dass ich mit 36 Witwe und Alleinerziehende von einem 6 jährigen wurde…Von jetzt auf nachher waren elementare Substanzen aus mir herausgeschnitten…Den Bus gab’s zu diesem Zeitpunkt noch nicht…So dass ich kraft-mann und buslos durch das Leben strauchelte…Die Kraft kommt langsam wieder…Mein Antrieb ist mein Kind ,das das größte Recht auf ein glückliches unbeschwertes Leben hat…Und das geht nur mit einer glücklichen Mutter…So war es meine verdammte Pflicht wieder zu Kräften zu kommen…äußerlich alles dafür zu tun (ausreichend Schlaf weil trauern Schwerstarbeit ist,gutes nahrhaftes Essen…Kein Alkohol…Gute Menschen…Gute Arbeit…)Und die inneren Prozesse…Dem Schmerz ins Antlitz blicken.. ihn aushalten…ihn annehmen…Und ihn verwandeln…In pure Kraft…Das passiert nämlich irgendwann…Und wenn ich Gisela sehe ,weiss ich, es ist nie zu spät für einen Bus…gerne auch mit Beifahrer….

    • Veröffentlich von Mischa am 13. August 2017 um 21:57

      Hallo Vera,

      lieben Dank für das Teilen deiner Geschichte und deine Offenheit! Was du erzählst, berührt mich sehr, auch wenn ich mir deinen Schmerz von damals wahrscheinlich nicht ansatzweise vorstellen kann.

      Danke fürs Nichtaufgeben, Dranbleiben, Gefühle fühlen und dass du immer noch dein großes Ziel vor Augen hast. Wie und wann wird das Leben dir bestimmt irgendwann mit großer Freude zeigen 🙂

      Ganz liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

  4. Veröffentlich von Viola am 13. August 2017 um 21:32

    Hi Mischa,
    Vielleicht sollte ich das Video anschauen, auch wenn ich nicht viel Geduld habe um 45 Minuten Videos zu schauen.
    Früher dachte ich immer, mich kann nichts umbringen, einige wirklich harte Erkrankungen verschwanden einfach ohne mein Zutun. Seit ich mich in dieser Angst- und Panikschleife bewege, ist das anders, ich habe völlig das Vertrauen in meinen Körper verloren. So bin ich immer noch am Suchen und habe wenig Kraft, mich von meiner Komfortzone zu verabschieden. Ich habe den für mich richtigen Weg noch nicht gefunden, aber da ich glaube, dass es keine Zufälle gibt, bin ich sicher ihn zum richtigen Zeitpunkt zu finden.
    So ein Bus, das wäre was, aber leider habe ich noch keine Idee, ein solches Unterfangen zu finanzieren.
    Ich sollte den Film schauen 😂
    Danke für den linktip.

    • Veröffentlich von Mischa am 13. August 2017 um 22:00

      Hi Viola,

      ach, die 45 Minuten gehen schnell vorüber 😉 Mal Dinge zu tun, von denen man glaubt, sie nicht zu können, ist ein Teil des Prozesses.

      Wenn du öfter mal aus deiner Komfortzone kommst (und seien es noch so kleine Schritte) und nach deinen Bedürfnissen handelst, wird sich dein Weg von ganz allein zeigen.

      Viel Freude beim Schauen – und vor allem beim Fühlen der Schwingung, die dahinter steht

      Liebe Grüße
      Mischa

    • Veröffentlich von Daniel am 15. August 2017 um 11:25

      Hi Viola,
      nicht aufgeben! Du bist nicht alleine. Ich weiß genau wovon du sprichst. Auch ICH habe immer gedacht mich haut nichts um. Bis ICH dann auch vor einem Jahr mein komplettes Vertrauen in meinen Körper verloren habe. Grund war zu viel und zu lang anhaltender Stress durch eine Altbau-renovierung. Nach 14 Monaten Vollgas hat mein Körper mich durch heftige Panikattacken endlich zur Pause gezwungen. Dafür bin ich mittlerweile eigentlich dankbar. Wer weiß was sonst passiert wäre. Es fing an, dass mein Augenlied über Monate zuckte. Dazu kam dann nach zwölf Monaten ein Tinnitus. Leider hatte ich noch soooo viel zu tun und dachte mich haut ja nichts um. Der Fall kam dann aber doch. Sechs Wochen hatte ich mich krankschreiben lassen. Der Weg wieder ins Leben nach so einem, Vertrauensbruch ist immens schwer. Das Ganze ist jetzt genau 1 Jahr her. Mittlerweile fange ich wieder an die Komfortzone zu verlassen. Oder kann wieder kleine Projekte an unserem schönen Heim angehen ohne mich ständig zu fragen ob ich wieder Attacken bekomme. Oder ob alles nicht vielleicht doch zu viel ist. Gib dir Zeit und gewinne das Vertrauen langsam zurück. Du musst Geduld haben. Mach Sport und belaste deinen Körper und stelle dabei fest, dass du ihm vertrauen kannst. Wenn Gedanken kommen die dein Vertrauen in Frage stellen, sage dir das es OK ist diese zu haben. Sage dir aber gleichzeitig auch das es quatsch ist und du jetzt weißt was du tust. Sei immer lieb und nett zu dir selbst. Du musst wirklich in Gedanken liebevoll mit dir sprechen. Du selbst bist dir deine beste Freundin. Einer guten Freundin würdest du auch gut und liebevoll zureden. Ich habe mich auch ehrlich gesagt nie wirklich mit meinen Gefühlen auseinander gesetzt. Denke deshalb war ich auch so überwältigt von den Panikattacken. Mir hat meditieren auch sehr geholfen und heute möchte ich die Zeit mit mir selbst nicht missen. Ich weiß das ich in mir selbst absolute Ruhe finden kann. Richtige Panikattacken hatte ich nicht so viele. Weil ich mich der Angst früh stellen konnte. Ich habe mir beim Anflug einer Attacke gesagt, dass sie mich jetzt vollends überwältigen kann und ich keine Angst davor habe. Seit dem könnte ich keine Attacken mehr bekommen. Leider wurde daraus ein generalisierter Angstzustand mit verschiedensten Symptomen. Schmerzen im Herzbereich, Ohrengeräusche, Schwarze Schleier im Sichtfeld und und und. Das kommt aber alles vom Stress den man sich selbst macht. Vor allem dauert es wieder bis diese verschwinden. Man darf sich nicht verrückt machen… Das ist eigentlich der Schlüssel.
      Ich wünsche dir viel Gelassenheit wieder die Dinge zu tun du vorher gemacht hast.
      Der Rest ergibt sich dann von ganz alleine.
      Ganz liebe Grüße Daniel

    • Veröffentlich von Daniel am 15. August 2017 um 12:25

      eins noch 🙂
      Stelle am besten irgendetwas in deinem Leben um. Auch wenn es nur kleine Dinge sind. Ich zum Bespiel fahre jetzt (ich habe es mir vorgenommen) das ganze Jahr über mit dem Rad zur Arbeit. Das mache ich jetzt 4 Monate. Der Winter kommt und ich werde mein Auto nicht für diesen Weg anfassen. Das sind für mich 55 km Radfahren in der Woche. Im auto morgens hatte ich immer großes Kopfkino wie ich den Tag wohl überstehe, so fing der Tag schon vor der Arbeit schlecht an. Auf dem Rad habe ich einen freien Kopf. Nach dem duschen morgens dusche ich mich noch einmal kalt ab. Oder ich fahre mit dem Rad zum Einkaufen anstatt wie gewohnt mit dem Auto. Ich muss zwar öfter in der Woche los aber dafür tut es gut. Wichtig ist, diese kleinen Änderungen beizubehalten. Änderung im Tagesablauf bewirken andere Gedankengänge und das wiederrum führt zu einer Veränderung in deiner Gefühlsage, denn wir fühlen uns wie wir denken.

      • Veröffentlich von Mischa am 16. August 2017 um 10:13

        Hi Daniel,

        lieben Dank für das Teilen deiner Geschichte und deine super Tipps! Klasse, wie konsequent du deinen neuen Weg gehst und was du alles draus gelernt hast.

        Deinen Ansatz mit den kleinen Schritten und zumindest eine kleine Sache mal umstellen teile ich zu 100 Prozent 🙂

        Danke fürs Mitfühlen und Mutmachen.

        Liebe Grüße
        Mischa

  5. Veröffentlich von Franz Josef Neffe am 14. August 2017 um 0:22

    Die Tatsache, dass Probleme größer werden, zeigt, dass sie beweglich sind und also auch kleiner werden können.
    Wir sind untrennbar mit unserer Ent- oder Verwicklung verbunden und manövrieren sie ständig in die eine oder andere Richtung durch unbewusste – oder im Fall des Verstehens auch – bewusste Autosuggestion.
    Émile Coué hat vor hundert Jahren schon mit weltweitem Erfolg gezeigt, welch gigantische Möglichkeiten für jeden von uns hier liegen; sein Beispiel ist nach wie vor brandaktuell. Im November 2017 ist übrigens wieder in Nancy der 2.Internationale Coué-Kongress. Es gibt weltweit zahlreiche neue Initiativen. Selbstheilung ist eine wirklich praktische Möglichkeit.
    Franz Josef Neffe

    • Veröffentlich von Mischa am 14. August 2017 um 7:14

      In der Tat! Placebo und Nocebo. Wir können uns kraft unserer Gedanken die schlimmsten Krankheiten „draufschaffen“, wenn wir nur fest genug dran glauben. Und wir Kraft der Gedanken, des Glaubens und Vertrauens uns auch selbst heilen.

  6. Veröffentlich von Sandra Elsig am 14. August 2017 um 7:08

    Lieber Mischa
    Ich habe die Dokumentation gesehen.
    Du hast es hier auf den Punkt gebracht. Für mich jedoch war die Schlüsselstelle, es gibt im Leben Angst oder Liebe. Ich habe mich für die Liebe entschieden, sagt Gisela und ich auch, sage ich. Und es hat für mich mit Selbstverantwortung zu tun, dass wir unser Leben selbst in die Hand nehmen. Und es nicht anderen überlassen. Herzdank für den wertvollen Artikel. Lieber Gruss Sandra

    • Veröffentlich von Mischa am 14. August 2017 um 7:12

      Liebe Sandra,

      für mich gab es nur Schlüsselstellen 😉 Das mit Angst oder Liebe habe ich auch im Text erwähnt. In der Tat bei allem, was wir tun, die entscheidende Frage, die so viel ändern kann.

      Und wie schön, dass du für dich den Liebesweg gefunden hast <3

      Herzensgrüße
      Mischa

  7. Veröffentlich von Verena am 14. August 2017 um 11:50

    Ich fand die Doku super! Danke fürs Teilen!!! Allein dass sie die „Sprache des Herzens“ spricht und sich ihren Ängsten stellt. Das hat mir sehr gefallen. 🙂

    • Veröffentlich von Mischa am 14. August 2017 um 15:01

      Mir auch! Das Gefühl hinter ihren Worten, die ganze Einstellung, das hat mich einfach umgehauen. 🙂

  8. Veröffentlich von Gisela Arintzis am 14. August 2017 um 12:46

    Wunderbares Video,ergreifend und Sehnsucht schürend.Danke.

    • Veröffentlich von Mischa am 14. August 2017 um 15:02

      Sehr gerne, Gisela 🙂

  9. Veröffentlich von Anne am 14. August 2017 um 18:11

    Lieber Mischa,

    ein ganz besonders großartiger Artikel von Dir!! Ein echter Mutmachartikel mit einer Prise jetzabamawackeraussePuschenkommen…:-)Schön!

    Die Doku über Gisela hat mich – genau wie deine Lebensänderung – sehr beeindruckt, auch ein wenig positiv neidisch gemacht, aber vor allem mal wieder daran erinnert, dass manche Veränderungen Geduld brauchen (nicht so meine Stärke…).
    Das Ziel ist das Ziel, aber der Weg kann ja durchaus schöne Momente haben. Roadtrip zur Heilung. Mit Picknick am Meer.

    Herzliche Grüße
    Anne

    • Veröffentlich von Mischa am 16. August 2017 um 10:19

      Liebe Anne,

      genau, jetztabbamalsowasvonausdenPuschenkommen 😉 Neid ist ein perfekter Antrieb, wenn du dich nicht dafür verurteilst, dass du neidisch bist, sondern das gezielt anstrebst und angehst, was der/die andere schon hat.

      Ich spüre, dass du deinen Weg schon ziemlich gut kennst und nur mal wieder eine Erinnerung gebraucht hast 🙂

      Ganz viel Freude auf deinem eigenen Roadtrip und lass dich überraschen, wohin dich der Weg der Heilung überall führt.

      Alles Liebe
      Mischa

  10. Veröffentlich von Wellenreiterin am 15. August 2017 um 8:20

    >>“Fahr nicht mehr zu deinen Eltern, wenn sie dein Leben eh nicht verstehen wollen und du dich dort komplett aufreibst und niedergeschlagen wieder nach Hause kommst.“<<….

    Die letzten Jahre bin ich dabei mein Leben "umzukrempeln", zu tun, was mir Freude bringt und mich zu so zu verhalten, wie ich bin. Und dabei immer mehr stolz darauf sein, nicht "normal" (also anders als der Durchschnitt) zu sein (früher wäre ich gerne "normal" gewesen, da ich dachte, das erleichtert mir das Leben, mehr "integriert" in die Gesellschaft…).
    Dabei habe ich gemerkt, dass bestimmte Leute den Weg nicht mehr mit mir weiter gehen wollen (sie nehmen lieber eine andere Abzweigung). Zuletzt waren das meine Eltern, die mir das klar gemacht haben. War ein schmerzhafter Prozess, das zu verarbeiten – klingt vielleicht für manche merkwürdig, aber ich bin gestärkt und befreit aus dem Prozess heraus gegangen, jetzt bin ich noch viel mehr mit mir verbunden und kann auf meinen Körper hören. Ich wusste die ganzen Jahre nicht, dass meine Eltern mich so "blockieren".
    Es ist toll, genau zu diesem Zeitpunkt eine "Bestärkung" bei dir dazu zu lesen und zu wissen, ja, das ist Selbstheilung :-).

    Das Video habe ich noch nicht gesehen, werde es aber definitiv nachholen. Bitte mach weiter so mit deinen Beiträgen, ich lese sie IMMER gern und oft sprichst du damit genau ein Thema an, das mich gerade beschäftigt 🙂

    Ganz viele herzliche Grüße von derjenigen, die die Wellen des Lebens immer besser zu reiten weiß 🙂

    • Veröffentlich von Mischa am 16. August 2017 um 10:21

      Ich liebe zufriedene Surfer 🙂

      Respekt, dass du den schmerzhaften Weg gegangen bist und so schön, dass du jetzt richtig davon profitierst. Ein super Beispiel für Selbstheilung und was möglich ist, wenn wir genauer hinschauen und anfangen zu handeln.

      Ganz liebe Grüße
      Mischa

  11. Veröffentlich von Iwona am 15. August 2017 um 14:07

    Hallo Mischa,
    ein toller Artikel…
    Die Geschichte von Gisela hat mich auch sehr persönlich berührt. Dein Satz „Fahr nicht mehr zu deinen Eltern, wenn sie dein Leben eh nicht verstehen wollen und du dich dort komplett aufreibst und niedergeschlagen wieder nach Hause kommst“ ist bei mir gerade sehr aktuell. Ich bin nämlich seit 3 Tagen bei meiner Familie im Nordosten Polens, habe eine lange Reise hinter mir und möchte am liebsten wieder flüchten. Die Unterschiede (Meinungen und Lebenswerten) sind gewaltig. Das führt dauernd zu Konflikten und löst Schmerzen aus der Kindheit aus. Hier, in dieser weiten Ecke Polens, die so lange von der westlichen Welt abgeschnitten war, dreht sich heutzutage alles um das Arbeiten, um den materiellen Wohlstand zu erhöhen. Das Geld wird dann für das gute Essen, das schöne Zuhause und Autos ausgegeben. Die jüngere Generation ist von Depressionen und Burnout geplagt, die Menschen sterben früh, obwohl sie die unberührte Natur vor der Haustür haben.
    Hier habe ich bis zu meinem 24. Geburtstag gelebt und habe vom spannenderen Leben, Reisen und Abenteuern geträumt. Vor dieser Welt bin ich als Studentin vor 20 Jahren nach München geflüchtet, aber endlich seit 4 Jahren führe ich ein spannendes Leben, das mich glücklich macht. Die alten Depressionen sind so gut wie verschwunden.
    Die Geschichte von Gisela zeigt mir, dass man nie zu alt ist, das eigene Leben total zu verändern, um ein spannendes Leben mit vielen Reisen und ohne den materiellen Überfluss zu führen. Selbst körperliche Krankheiten können geheilt werden. Am liebsten würde ich auch in ein Wohnmobil ziehen, denn der materielle Besitz (mit ein paar Ausnahmen wie Fahrräder sowie andere Sportgeräte, Laptop und Smartphon) bedeutet mir heute nichts mehr. Es ist allerdings nicht möglich, weil mein Sohn erst 11 ist. Trotzdem will ich versuchen, meine Kinderträume noch intensiver zu erfüllen und noch mehr zu reisen. Reisen ist nämlich die Sehnsucht nach dem Leben, bedeutet das intensivere Leben, die gelungene Suche nach Erlebnissen und Glück. Das hat Gisela verstanden und das hat sie geheilt. Das wird mir hier in meinem Heimatland Polen besonders bewusst, denn ich habe hier und später in München 38 Jahre ein langweiliges Leben geführt, das mich depressiv gemacht hat.
    Liebe Grüße
    Iwona

    • Veröffentlich von Mischa am 16. August 2017 um 10:34

      Liebe Iwona,

      wow, das hätte ich nicht gedacht, bei wie vielen Menschen ich mit dem Satz so viel auslöse. Wahrscheinlich ist dein Besuch dort gerade ein weiterer Meilenstein auf deinem Weg. Und ja, solche Momente schmerzen und sind zugleich wichtig, weil du dir dann noch klarer bist, was du willst und was dir gut tut und was nicht.

      Wichtig ist, bei allen unterschiedlichen Lebensentwürfen die anderen nicht dafür zu verurteilen, dass sie so leben und denken, wie sie es tun. Es ist ja ein Stück weit verständlich, dass sie was nachholen wollen. Und so wird jeder seine Schleife drehen, die weh tut, genauso wie du deine gedreht hast, bis du aufgewacht bist.

      Ich wünsche dir weiter den größten Spaß der Welt bei deinen Reisen und deinem Sporteln und lass es dir gut gehen

      Liebe Grüße

      Mischa

  12. Veröffentlich von Feli am 22. August 2017 um 14:43

    Was für eine faszinierende Geschichte! Danke fürs teilen.

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