Warum es dir auch mal beschissen gehen darf

warum es dir auch mal beschissen gehen darf

It’s been a bad day, please don’t take a picture

(R.E.M. – Bad Day)

Es muss sein. Heute führt kein Weg dran vorbei. Kopfhörer auf, Lautstärkeregler auf Anschlag und ganz laut mitschmettern: “It’s been a bad day, please don’t take a picture”.

Warum nur fühlt sich dieser Tag so beschissen an? Warum ziehen mich die seit Tagen grauen Wolken heute so richtig runter, wenn ich aus dem Fenster schaue? Warum kann ich gerade nichts mit mir anfangen, komme nicht in die Pötte, obwohl ich eigentlich ein paar wichtige Sachen erledigen wollte?

Was bremst mich gerade aus? Meine Frau sagt: “Du schaust so traurig.” Früher hätte ich geantwortet: “Ach was, alles okay.” Aber a) wäre das gelogen und b) wäre das ein direkter Angriff auf die Ehrlichkeit meinen Gefühlen gegenüber.

Was ich aus Erfahrung weiß: Ich reagiere an solchen Tagen übersensibel, weil ich nie mehr eine schwere Depression mitmachen will. Drei davon reichen mir.

Aber ich weiß eben auch, dass ich an noch so vielen Stellschrauben drehen kann – und das tue ich seit fast zwei Jahren in vielen Bereichen gewaltig -, um das Rückfallrisiko zu minimieren, und doch ist die Wahrscheinlichkeit bei mir um einiges höher als bei Menschen, die noch nie betroffen waren.

Geht das jetzt schon wieder los? Nein, das ist albern!

Andererseits: Die “Geht das jetzt schon wieder los?”-Gedanken sind albern. Ein beschissener Tag zwischen vielen guten ist noch lange kein Anzeichen für irgend etwas Schlimmes. Es ist halt einfach nur ein beschissener Tag.

Und langsam beginne ich zu realisieren, dass dieser Tag wertvoll für mich ist. Nicht, dass ich so einen öfter bräuchte. Aber er will mir etwas sagen.

Nein, eigentlich will er mich etwas fragen:

  • Habe ich den richtigen Weg eingeschlagen?
  • Denke ich schon wieder zu weit nach vorne?
  • Teile ich meine Kräfte richtig ein?
  • Kümmere ich mich um zu viele Dinge gleichzeitig?
  • Und lebe ich meine neue Freiheit eigentlich in dem Maß, wie ich es mir vorgestellt habe?

Während ich mir diese Fragen auf einen Block aufschreibe (ich liebe Schreiben als Problemlöser und Therapiemethode), denke ich mir: “Danke, beschissener Tag, dass es dich gibt. Denn vielleicht habe ich an den vielen guten Tagen den Kontakt zu ein paar wichtigen Themen schleifen lassen. Jetzt muss ich sie mir doch einmal näher anschauen.”

Ich bin selbst gespannt, wie meine Antworten ausfallen werden. Die eine oder andere Ahnung davon habe ich schon. Und deshalb werde ich auch die eine oder andere Konsequenz daraus ziehen.

Ich will den inneren Aufruhr akzeptieren

Fest steht: Vieles in meinem Inneren ist noch in Aufruhr. Und ich will lernen, das zu akzeptieren.

Meine Krankheitsgeschichte, das Kündigen des Jobs, die halbjährige Europareise mit so vielen neuen Eindrücken, die Rückkehr mit den Eingewöhnungsproblemen, der Weg in die Selbstständigkeit: Wenn innerhalb von 21 Monaten kein Stein auf dem anderen bleibt, darf ich mich auch nicht wundern, dass das neue Haus noch nicht fertig ist.

Ganz im Gegenteil: Wahrscheinlich ist der Prozess, den ich gerade durchlaufe, noch lange nicht abgeschlossen. Weil es für mich das sicherheitsorientierte, klar vorgezeichnete Leben nicht mehr geben wird. Weil noch so viele Überraschungen kommen werden. Weil ich mich verdammt oft selbst überraschen werde.

Dabei werden genug Fragen auftauchen und Probleme zu lösen sein. Deshalb beschließe ich mit dem heutigen Tag, dass ich beschissene Tage ab heute als Chance sehe, an gewissen Stellen in meinem Leben nachzujustieren.

Zudem habe ich in den letzten Stunden gelernt, dass es möglich ist, solche Tage einfach an- und hinzunehmen – ähnlich wie bei Angstgefühlen. Dass der Versuch scheitert, sie krampfhaft zur Seite zu schieben oder sie mit guter Laune zu überspielen.

Für den nächsten beschissenen Tag habe ich mir vorgenommen, ihn richtig zu zelebrieren. Ihn als “Heute bist du dran”-Weckruf zu interpretieren. Und dann entweder noch lauter Musik zu hören. Oder ganz still zu werden und stundenlang zu lesen. Oder raus in den Wald zu gehen und herumzuschreien. Oder den Tag komplett auf dem Sofa zu vergammeln. Oder, oder, oder …

Wenn ich aus den guten Tagen so viel Energie ziehen kann, dann wäre es doch schade, die spezielle Energie negativer Tage komplett verpuffen zu lassen.

Wie gehst du mit solchen Tagen um? Was ist dein erprobtes Mittel, ums sie durchzustehen? Hilft dir Ablenkung oder Rückzug? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Foto: © Depositphotos.com/eddiephotograph

30 Kommentare

  1. Veröffentlich von Thomas am 25. Januar 2015 um 20:50

    Hi Mischa,

    schön wie Du uns an Deinen Gedanken teilnehmen lässt.

    Wie gehe ich mit einem beschissenen Tag um?
    Definitiv wird als erstes die Musik angemacht. Musik an – Kopf und Welt aus
    Viele verarbeite ich dann auch durch schreiben. Ja Probleme aufschreiben hilft ungemein um Dinge zu verarbeiten.

    Ich wünsche Dir einen schönen restlichen beschissenen Sonntag 😉

    Liebe Grüße
    Thomas

    • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2015 um 12:28

      Hi Thomas,

      ich muss dich enttäuschen, am Ende wurde der Sonntag doch noch ganz gut 🙂

      Das Schreiben hat echt wieder so viel gelockert, der Effekt fasziniert mich immer wieder.

      Liebe Grüße

      Mischa

      • Veröffentlich von Hendrik am 26. Januar 2015 um 12:34

        Hey Mischa,

        das mit dem Schreiben fällt mir auch immer wieder auf. Jeder Mensch braucht halt ein Ventil, wenn er mal von schlechter Laune übermannt wird und einen schlechten Tag erwischt.

        Mir hilft das Schreiben dabei auch immer sehr. Genau so andere Formen des Kreativseins oder auspowern beim Sport.

        Viele Grüße,
        Hendrik

        • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2015 um 13:14

          Hi Hendrik,

          die Mischung aus den beiden Dingen macht es wahrscheinlich aus: Die innere Einkehr, aber eben auch rausgehen, was für sich und seinen Körper tun, frische Luft schnappen, den Kopf freikriegen.

          Liebe Grüße

          Mischa

  2. Veröffentlich von Stephan am 25. Januar 2015 um 21:09

    Starke Worte. Kenn ich. Aber DAS Patentrezept hab ich nicht. Ist immer situationsabhängig. Manchmal hilft Musik an, alles andere aus und ab aufs Sofa. Manchmal hilft Sport. Aktiv oder passiv.

    • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2015 um 12:30

      Danke! Hauptsache ist, dass überhaupt was hilft, denke ich. Dass man sich nicht ins Leiden zurückzieht, sondern sich selbst was Gutes tut.

  3. Veröffentlich von Daniela am 25. Januar 2015 um 21:11

    Hallo Mischa!

    Erstmal einen dicken Knuddler von mir. Jeder darf beschissene Tage haben, und wenn man im Januar in Deutschland sitzt, sind die eigentlich geradezu vorprogrammiert. Ich habe hier in Andalusien 8 – 9 Sonnenstunden am Tag, dazu wird es erst gegen halb sieben dunkel, meine Stimmung ist völlig anders als im Dezember im Ungarn und Deutschland. Das macht einfach eine Menge aus. Trotzdem musst du bei deiner Vorgeschichte natürlich aufpassen, dass es nicht zu viele beschissene Tage werden – aber ich denke, dass weißt du selber. Ansonsten hilft es mir an beschissenen Tagen, etwas Motivierendes zu lesen. Oder ich schlafe einfach eine Runde, das ist auch okay. Und neuerdings schaue ich, ob jemand online ist, mit dem ich mich nett unterhalten oder sogar skypen kann.

    Ganz liebe Grüße,
    Daniela

    • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2015 um 12:36

      Hi Daniela,

      lieben Dank, der ist angekommen 🙂

      Und du hast mir auch gleich Sonne aus Spanien geschickt, die nun unseren Neuschnee so schön glänzen lassen. Ich freu mich für dich, dass du gerade die Wärme und langen Tage so richtig genießen kannst. Und ich beschäftige mich natürlich mit dem Gedanken, wie ich künftig am besten überwintern kann.

      Das mit dem Unterhalten hat gestern auch noch funktioniert. Ganz überraschend hatte ich da noch einen sehr langen, angenehmen Facebook-Chat.

      Ganz liebe Grüße

      Mischa

  4. Veröffentlich von Anna am 25. Januar 2015 um 21:11

    Ich lese einen Post über einen beschissenen Tag. An einem beschissenen Tag. 😀 Dieselben Gedanken wie du habe ich mir auch schon gemacht, Mischa. Auch ich hatte lange genug Angst, dann einen “Rückfall” zu erleben oder war der Ansicht, dass ich Rückschritte mache, wenn mir nicht jeden Tag die Sonne aus dem Hintern scheint.
    Heute erlaube ich mir, einfach nur den kompletten Tag im Bett zu verbringen, zu lesen und all die Dinge, die ich mir vorgenommen habe, NICHT zu machen. Ich nenne diese Tage gerne “Wurmtage”, weil einfach der Wurm drin ist und sie meistens auch bis zum Ende nicht wirklich gut werden. Aber hey – das ist vollkommen in Ordnung! Wie du sagst: Sie dienen dazu, vielleicht einen Richtungswechsel einzuschlagen, eine Pause zu machen. Ich habe heute für ich festgestellt, dass ich eine kleine Auszeit brauche und die gebe ich mir. Vollkommen ohne schlechtes Gewissen oder blöde Gedanken. Wurmtage gehören zum Leben dazu. Genauso wie Regenwolken. 🙂
    Ich wünsche dir weiterhin erkenntnisreiche, beschissene Tage! 😛
    Anna

    • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2015 um 12:49

      Hi Anna,

      Wurmtage ist ein super Wort! Vielen Dank dafür, das nehme ich in meinen Wortschatz auf 🙂

      Ich denke, du hast dazu die absolut richtige und gesunde Einstellung. Auszeit ohne Reue, so muss das sein.

      Liebe Grüße und danke für deine guten Wünsche 😉

      Mischa

  5. Veröffentlich von Bille am 25. Januar 2015 um 22:37

    Lieber Mischa,

    Nimm es an! Es kann nicht immer nur die Sonne scheinen. Ein schlechter Tag muss nichts schlechtes sein, wie Du schon richtig sagst.

    Wenn bei mir die Laune einfach mal runter ist – ohne Grund – nehme ich mir die Zeit für mich, die mein Innerstes mir damit aufbrummt. Rückzug, es sich gemütlich machen, schreiben, lesen, baden, viel Kerzenschein und sich selbst so akzeptieren, wie man da gerade ist: ein Mensch mit Höhen und Tiefen, der gerade mal eine Verschnaufpause braucht. Nicht direkt das Schlimmste befürchten. Du machst das schon richtig. Nutze solche Tage für Dich! :-*

    Lg, Bille

    • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2015 um 12:52

      Hi Bille,

      lieben Dank für deine wohltuenden Worte.

      Ich denke, dass ich aus dem gestrigen Tag gelernt habe und freue mich über so viele gute Anregungen. Das nächste Mal nutze ich so einen Tag wirklich ganz für mich, ich hab jetzt ja eine Ahnung, wie es funktionieren kann.

      Ganz liebe Grüße

      Mischa

  6. Veröffentlich von Jan am 25. Januar 2015 um 23:15

    Interessant, etwas ähnliches ist mir auch Gestern durch den Kopf gegangen: die negative Energie nutzen. Ist nicht einfach, manchmal funktioniert’s auch nicht so wie ich will, aber manchmal schafft so ein Tag, dass ich wütend werde. Und wütend sein, kann eine echt tolle Sache sein! Es kann enorm viel Kraft geben um manches störendes aus dem Weg zu räumen, einfach weil man die Faxen dicke hat.

    Funktioniert nicht immer und manchmal werde ich dann wütend, weil ich meine Wut nicht so lenken kann wie ich will. Aber dann mach ich den Tag einfach was anderes zum runter kommen 😀

    Jan

    • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2015 um 12:58

      Hi Jan,

      das mit der Wut ist ein interessanter Ansatz. Sich erlauben, wütend zu sein, kann sehr befreien.

      Wie lebst du dann deine Wut aus? Hast du einen Boxsack? So austoben tut manchmal sooo gut 🙂

      Liebe Grüße

      Mischa

      • Veröffentlich von Jan am 29. Januar 2015 um 22:26

        Zum “Austoben” ists momentan Klettern, bzw Bouldern. Bouldern ist da etwas toller, weil man ist mehr in seiner Zone (da man keinen Partner hat) und kann fiese Routen machen bis die Finger weh tun! (Ja, das kann sich verdammt gut fühlen, wenn die Finger brennen und zu schwach sind um ne Wasserflasche aufzudrehen :D)

        Aber das war auch gemeint im Sinne von Wut benutzen um Kraft bekommen einfach was zu ändern. Wenn was nicht so läuft wie man will, dass setzt man sich verdammt nochmal auf seinen Hosenboden und findet raus wie man was besser machen kann. Und weil die Situation einen sowieso grad ordentlich (sorry) ankotzt, hat man auch gleich einen Antrieb (die Wut) um was zu verbessern. Sozusagen mit dem Hammer auf seine Probleme zu hauen. Wenn ich mal wieder an dem Punkt war und ich es geschafft habe meine Angenervtheit und Wut in den “Motivationskanal” umzuleiten, dann gibt mir das schonmal Schwung für eine gute Woche oder mehr um einfach an der Veränderung dran zu bleiben. Klar, danach muss man sich wieder am Riemen reißen, damit man sich die neue Handlungsweise das als “gute Gewohnheit” antrainiert, aber man hat schon Momentum. Das hilft ungemein.

        • Veröffentlich von Mischa am 2. Februar 2015 um 14:55

          Gefällt mir sehr gut dein Ansatz. Und wenn der bei dir dann noch so gut funktioniert, umso besser 🙂

          Liebe Grüße

  7. Veröffentlich von Judith am 26. Januar 2015 um 10:06

    Hallo Mischa,

    ich kenne solche Tage auch nur zu gut. Und auch bei mir ist immer ein bisschen Angst dabei wieder in eine Depression zu laufen. Was mir da hilft ist der yogische Ansatz: Ich nehme solche Gefühle wahr, unterdrücke sie nicht und mache mir bewusst, dass es mir auch mal so gehen darf und dass auch dieses Gefühl vorbei geht. Wenn ich akzeptieren kann dass es mir gerade so geht dann ist es auch direkt nur noch halb so schlimm.

    Viele liebe Grüße
    Judith

    • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2015 um 13:01

      Hi Judith,

      mein besseres Gespür nach innen durch Yoga und Meditation hat mir gestern auch sehr geholfen, die Eindrücke zu verarbeiten. Früher hätte ich versucht, das irgendwie zu verdrängen oder davonzulaufen. Die Akzeptanz-Methode ist aber deutlich besser.

      Ganz liebe Grüße

      Mischa

  8. Veröffentlich von Nima am 26. Januar 2015 um 11:25

    Hey Mischa,
    du hattest gestern so einen Downer-Tag, ich habe ihn heute. Und ich weiß nur zu gut was du meinst, wenn du von “übersensibel” sprichst. Wenn es nur ein Tag ist, an dem ich nicht gut drauf bin, komme ich damit meistens gut zurecht. Geht es aber über mehrere Tage, steigt in mir kriechend die Angst hoch, es könnte emotional mit mir wieder bergab gehen und ich die Anzeichen übersehen.

    Spätestens dann trete ich kräftig auf die Bremse und schalte einen oder mehrere Gänge zurück. Da ich mit dem Denkmuster “du musst stark sein” aufgewachsen bin, ist es für mich wichtig zu lernen, schwach sein zu dürfen – das ist für mich eine Riesenherausforderung!

    Was mir hilft, ist es, mich mit Licht und Wärme (z.B. Sauna) zu versorgen und es mir gemütlich zu machen. Durchzuatmen, mit meinen Hunden zu kuscheln und meinem Freund zu sagen, dass ich gerade Entlastung/mehr Unterstützung benötige.

    Zu wissen, dass es anderen auch so geht und offen zu sein, hilft mir ebenfalls.
    Umso schöner ist es, dass wir uns alle bei dir auf dem Blog treffen 🙂
    Liebe Grüße
    Nima

    • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2015 um 13:11

      Hi Nima,

      da es mir heute viel besser geht, wird es dir morgen viel besser gehen. Is doch logisch, oder? 🙂

      Das Thema “Stärke zeigen” ist in dem Zusammenhang wirklich sehr wichtig. Ich habe früher an solchen Tagen auch alle geblendet und trotzdem den Hampelmann gemacht. Jetzt kann ich meist dazu stehen, dass ich schwach sein darf. Aber ein wenig schlagen auch bei mir die alten Muster noch an …

      Ich danke dir für deine Offenheit und freue mich, dass wir uns alle hier auf dem Licht-Wärme-Sauna-Kuschelblog treffen 🙂

      Ganz liebe Sonnengrüße aus dem Allgäu

      Mischa

  9. Veröffentlich von Micha am 26. Januar 2015 um 21:59

    Einfach schön!
    Ich kenne diese Tage auch und sie kommen bei mir öfter, je stärker ich versuche sie zu überspielen oder wegzurationalisieren. Wenn’s schon so weit ist, dass es mir tatsächlich beschissen geht, dann hilft mir meistens echt nur die Tatsache, diesen Zustand auch vollkommen anzuerkennen. Dann wandelt sich das Ganze. Ich fühl mich danach vielleicht immer noch beschissen, aber ich kann dabei grinsen. So als hätte ich durch die vollkommene Anerkennung plötzlich wieder erkannt, dass ich am Steuer sitze, dass ich der Schauspieler in einer Rolle bin und dass ich das Ruder in der Hand habe. So als wäre ich auf die META Ebene geklettert und hätte meine Flagge gehisst.

    Schließlich bin ich ja irgendwie da reingeraten und hab da sicherlich unbewusst bei mitgeholfen, dass es mir heute so geht, oder? Also warum nicht das Lob dafür einsacken? Brilliante Vorstellung! Applaus! 😀

    • Veröffentlich von Mischa am 27. Januar 2015 um 11:24

      Hi Micha,

      vielen Dank für den Kommentar, das hast du perfekt beschrieben! Ich musste gerade herzlich lachen und erkenne mich in deinen Worten komplett wieder.

      Deshalb: Wirklich brillante Vorstellung und Applaus von mir für dich 🙂

      Liebe Grüße

      Mischa

  10. Veröffentlich von Maria am 31. Januar 2015 um 15:34

    Ich denke die Angst kommt wenn man sich hilflos fühlt.

    Indem Du Dich gefragt hast, was Dir dieser bescheidene Tag sagen will, bist Du ins Handeln gekommen und damit bist Du aktiv und hältst die Fäden in der Hand.

    Du machst das alles echt super finde ich!

    lg
    Maria

    • Veröffentlich von Mischa am 2. Februar 2015 um 14:52

      Hi Maria,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das große Lob! 🙂

      Es war genau, wie du beschrieben hast: Am Ende war ich echt stolz, dass ich wieder Herr im Ring bin.

      Ganz liebe Grüße

      Mischa

  11. Veröffentlich von Bianca am 4. Juni 2016 um 7:00

    Hallo Mischa,

    ich hatte kürzlich ein paar komische Tage gleich hintereinander, die ich mir nicht erklären konnte – bis ich darüber konkret nachdachte. Mir half eine sachliche Auseinandersetzung des Problems, was sich mit dem deckt, was Du schreibst: Den Punkt hatte ich an guten Tagen vernachlässigt und an den schlechten ausgegriffen. Solche Tage sind wirklich wertvoll und es ist schön zu wissen, dass Menschen wie Du das auch so empfinden 🙂

    LG Bianca

  12. Veröffentlich von Eva am 21. September 2016 um 16:19

    Mein Leitsatz, der immer funktioniert, ist:

    “Schlafe eine Nacht drüber, morgen sieht die Welt wieder anders aus”. Und so ist es tatsächlich immer.

    🙂

    • Veröffentlich von Mischa am 21. September 2016 um 16:40

      Sehr guter Ansatz! 🙂

  13. Veröffentlich von Sandra am 16. Oktober 2016 um 21:18

    Hach, das passt ja super zu einem Artikel, den ich diese Woche geschrieben habe: “Sei gefälligst glücklich!” http://www.pan-praxis.de/2016/10/sei-gefaelligst-gluecklich/
    Viel Spaß beim Lesen und weiterhin so produktive beschissene Tage! 😉
    Herzliche Grüße von
    Sandra

  14. Veröffentlich von Maja am 19. August 2017 um 11:25

    Oh ja… das kenne ich nur zu gut! Liegt gerade mal wieder hinter mir…
    Und da hab ich dann auch schnell die Panik, dass es wieder nach unten geht… und man doch wieder abrutscht in die Depression… und ich denke dieser Gedanke macht es ja nur noch schlimmer und ich habe immer noch die Tendenz solche Gefühle dann “wegmachen” oder ignorieren zu wollen… einfach drüber weggehen und ablenken, so wie es einem ja auch oft geraten wird…
    Meine neue Methode seit ich meine Gurus ( 😉 ), Mischa und Stefan sowie meine Gurette (oder wie ist die weibliche Form von Guru?) Anja lesen-gelernt und später auch kennengelernt habe (Oh ich liebe Euch <3 ):
    "Einfach" durchfühlen, sich in der Kacklaune annehmen, sich die Traurigkeit gönnen, sich das Recht einräumen schlecht drauf zu sein… wie ein trauriges oder krankes Kind das man liebevoll annimmt mit seiner Traurigkeit/ Krankheit. Wo man weiß das ist jetzt so aber das wird schon wieder gut. Und sich das Gammeln und viele Schlafen gönnen. Seinem Körper vertrauen dass man das gerade braucht und es dann auch genau so tun. OHNE sich dafür zu verurteilen oder direkt in diese Panik zu gehen, dass es jetzt wieder losgeht mit der Depression…
    Weil dann käme ich wieder ins vermeiden wollen… und das öffnet dem Ganzen ja noch viel eher Tür und Tor.
    Und wenn man dann noch so wundervolle Menschen kennt, wie ich den wundervollen Matthias, der einem in genau dem richtigen Moment die Erinnerung und Erlaubnis dazu gibt und einem ein selbstgesprochenes Audiofile schickt das wahre Wunder wirkt, dann muss es NUR NOCH durchgefühlt werden… was dann in meinem Fall dann mal den halben Tag und eine extralange Nacht im Bett liegend fühlen und immer wieder schlafen bedeutet hat…
    Aber irgendwann war es quasi durch… es hat ne Weile gedauert, aber am nächsten Morgen habe ich mich gefühlt wie neu geboren! (es hätte aber auch länger dauern dürfen – halt so lange wie es braucht)
    Vielleicht braucht die große Depression dann ja garnicht mehr kommen, wenn man ihr den ein oder anderen Tag gönnt und das Miesepeter-Syndrom einfach mal annimmt <3 <3 <3
    P.S.: ich weiß das einfach in diesen Fällen oft garnicht so einfach erscheint, weil man es irgendwie gewohnt ist es komplizierter zu machen, als es in Wahrheit eigentlich ist…

    • Veröffentlich von Mischa am 20. August 2017 um 10:33

      Dein Weg ist der mutigste, den man sich vorstellen kann. Und ja, auch der einfachste, weil kürzeste. Doch zugleich auch der, der am meisten schmerzt, wenn man die Gefühle einfach mal aushält und sie nicht mehr wegdrückt. Das ist der Punkt, an dem viele scheitern, weil sie das nicht auszuhalten glauben oder denken, dass ein anderer Weg einfacher oder leichter ist. Isser leider nicht …

      Auf deine Neugeburt!

      Ganz liebe Grüße
      Mischa

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