Warum Surfen die perfekte Schule des Lebens ist

Surfen

Keine Angst, ich nerve dich jetzt nicht mit Surfer-Heldengeschichten, nur weil ich seit zwei Tagen auf dem Brett stehe (selten). Also besser gesagt seit zwei Tagen vom Brett falle (meistens).

Nichtsdestotrotz habe ich in kürzester Zeit für diesen Sport Feuer gefangen. Warum? Weil er für mich stellvertretend für das ganze Leben ist. Und zwar in einer Art und Weise, wie ich es noch bei keiner anderen Sportart auch nur annähernd erlebt habe.

Also rede ich jetzt nicht lange um den heißen Brei herum, sondern sage:

Surfen ist die perfekte Schule des Lebens, weil …

# 1 … es 1000 Arten gibt hinzufallen, aber nur eine, um stehenzubleiben.

# 2 … du dich trotz eines hohen Frustrationspotenzials am Anfang nicht unterkriegen lässt.

# 3 … du jedesmal wieder den Erfolg suchst, auch wenn du vorher schon 20-mal auf die Schnauze geflogen bist.

# 4 … es natürlich von außen sehr lustig aussieht, wenn es dich mitsamt deinem Board meterweit durch die Gegend schleudert, du dir aber keine Gedanken darüber machst, ob das jetzt peinlich war.

# 5 … du jeden Moment achtsam sein musst, damit du nicht beim Hinauslaufen schon von deinem Board erschlagen wirst.

# 6 … du bei dir und deinen eigenen Dingen bleiben musst. Am Horizont wirst du immer einen sehen, der es besser kann als du.

# 7 … du deine Gruppenmitglieder so herrlich anfeuern und loben kannst, wenn sie Fortschritte machen, weil du weißt, wie schwierig es ist.

# 8 …du unglaublichen Respekt vor der Natur und der Urgewalt des Wassers bekommst und merkst, was für ein kleines, unbedeutendes Menschlein du im Vergleich dazu bist.

# 9 … du manchmal aus heiterem Himmel von Dingen überrollt wirst, die du nicht hast kommen sehen, aber dich jedesmal schüttelst und wieder aufstehst.

# 10 … jeder Tag, jede Minute, jede Sekunde anders ist und du immer darauf vorbereitet sein musst. Nur mit Routine kommst du nicht durch.

# 11 … da draußen auf dem Meer inmitten meterhoher Wellen die Freiheit förmlich greifbar ist.

# 12 … ohne den Glauben an dich und deine kämpferischen Fähigkeiten du wahrscheinlich schnell aufgeben würdest.

# 13 … sich ein Mittagsschläfchen am Strand nach zwei Stunden hartem Training wie purer Luxus anfühlt.

# 14 … die altgedienten Surfer zeigen, dass man auch ohne das dicke Geld und die flotten Schlitten verdammt viel Freude am Leben haben kann – oder gerade deswegen.

# 15 … es dir egal sein muss, was sich hinter dir alles Bedrohliches auftut und du einfach nur fokussiert deine Sache durchziehst.

# 16 … nichts besser schmeckt als das Bier am Ende des Nachmittags, das du dir so sehr verdient hast.

So, das war nun mein kürzester Artikel. Aber auch der einzige, für dessen Recherche ich je dutzende Liter Salzwasser schlucken musste. Über Kommentare dazu freue ich mich noch mehr als über die perfekte Welle.

Foto: © Depositphotos.com/tomasfoto

 

10 Comments

  1. Veröffentlich von Sabine am 23. September 2014 um 21:46

    Aber hallo
    hört sich sehr spannend an. Ich glaub ich setz das auch noch auf meine ToDo Liste. Wohne ja jetzt sozusagen direkt am Übungsplatz 🙂 Wird lustig für die Zuschauer
    Wünsch dir noch viel Spaß

    • Veröffentlich von mischone am 24. September 2014 um 20:18

      Hi Sabine,

      ja, mach das! Wie man an meinem Beispiel sieht, gibt es dafür keine Altersbeschränkung 🙂 Wenn du das erste Mal ein paar Meter fährst, schnappst du fast über vor Glück.

      Liebe Grüße nach Norderney (oder muss das auf Norderney heißen?)

      Mischa

  2. Veröffentlich von Linda am 26. September 2014 um 6:05

    Hach ja, surfen ist schön 🙂
    Vor 25 Jahren hab ich mal nen Surf-Kurs (Windsurfen) gemacht und war auch begeistert. Seitdem hab ich aber nicht mehr gesurft…
    Das war lange Zeit der einzige Sport, den ich nicht als Sport empfunden habe, sondern einfach als Spaß.
    Ich sollte das ebenfalls noch mal in Angriff nehmen.

    Linda

    PS. Schönen Gruß von Emden nach Norderney!

    • Veröffentlich von mischone am 26. September 2014 um 18:13

      Hi Linda,

      na dann wird es höchste Zeit 🙂

      Der Spaßfaktor ist einfach riesengroß, und du vergisst da draußen alles um dich herum und denkst nur noch an die nächste Welle. Das tut sehr gut.

      Liebe Grüße nach Emden

      Mischa

  3. Veröffentlich von Sabine am 8. Oktober 2014 um 1:22

    Was für ein wundervoller Artikel! Würde ich nicht schon Surfen, würde ich spätestens jetzt mit dem Gedanken spielen!
    Ich kann deine Begeisterung absolut nachvollziehen und würde auch sofort alle 16 Punkte unterschreiben. Den Punkt 16 müsste ich nur etwas anpassen und das Bier durch einen Saft etc. ersetzen, da ich keinen Alkohol trinke aber sonst bin ich dabei 🙂 Und wenn du mal Lust auf einen Surf Road Trip hast, schaust du hier noch mal vorbei : http://www.seayousoon.de/5-tipps-fuer-den-perfekten-surf-road-trip/

    • Veröffentlich von mischone am 8. Oktober 2014 um 8:36

      Hi Sabine,

      na dieses Lob ist ja genauso schön wie Aufstehen am ersten Tag des Kurses 🙂

      Deinen Blog verfolge ich natürlich mit Spannung und Freude. Und für Roadtrips bin ich ja Experte 😉

      Liebe Grüße

      Mischa

  4. Veröffentlich von Anna am 10. Januar 2015 um 8:08

    Hi Mischa

    Ich bin vor einiger Zeit über deinen Blog und jetzt auch über diesen Artikel gestolpert. Ich surfe jetzt seit knapp drei Jahren und habe schon länger einen ähnlichen Artikel in der Pipeline – weil für mich Surfen eine ganz spannende Lebensschule war und ist. Ich bin begeistert, dass jemand anders “unbekannterweise” so viele meiner Gedanken teilt. Und ich wünsch dir jetzt schon ganz viel Spass und wenig Frust wenn es an die Grünwellenstarts geht 🙂

    Liebe Grüsse, Anna

    • Veröffentlich von Mischa am 13. Januar 2015 um 12:56

      Hi Anna,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Das ist ja schön, dass wir gedanklich zu dem Thema auf derselben Welle reiten 🙂

      Bin gespannt auf deinen Artikel darüber. Lass es mich wissen, wenn es soweit ist!

      Ach und: Einen erfolgreichen Grünwellenstart am letzten Tag unseres Kurses habe ich schon hinter mir. War ein irres Gefühl.

      Liebe Grüße

      Mischa

      • Veröffentlich von Anna am 17. Januar 2015 um 4:09

        Cool, gratuliere! Macht süchtig, nicht wahr?
        Ich melde mich gern, mein Blog-Baby ist noch im Geburtsvorgang, ich kämpfe noch etwas mit meiner Angst 😉

        • Veröffentlich von Mischa am 17. Januar 2015 um 12:54

          Und wie es das tut! Muss unbedingt heuer den nächsten Kurs machen.

          Und immer schön pressen, damit das Blogbaby gut rauskommt 😉

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