Antidepressiva absetzen, Verwirrung, Schwindel, depressive Phasen

Antidepressiva absetzen: Ein Erfahrungsbericht mit Happy End

Eine wichtige Botschaft vorne weg: Alles, was ich zu dem heiklen Thema "Antidepressiva absetzen" schreibe, sind meine ganz persönlichen Erfahrungen, Empfindungen und Konsequenzen. Ich kann und will keine individuellen Ratschläge für andere geben, da das Gebiet viel zu komplex ist und eine falsche Empfehlung sehr gefährlich sein könnte. Also bitte, bitte nicht morgen schlagartig ein Medikament absetzen, nur weil ich der Meinung bin, dass ein Leben ohne Antidepressiva definitiv der bessere Weg ist.

Update September 2016: Nach Hunderten von Mails zu diesem Artikel wurde mir klar, dass bei diesem Thema extrem viel Aufklärungsbedarf besteht. Deshalb habe ich zusammen mit einer befreundeten Journalistin ein Buch darüber geschrieben.
- Nähere Infos zum E-Book gibt es auf dieser Seite.
- Die Printversion von Antidepressiva absetzen: Dein Wegbegleiter mit unseren Erfahrungen und wertvollsten Tipps findest du bei Amazon (einfach den Link klicken).
- Am Ende dieses Artikel kannst du dir eine Leseprobe herunterladen.
- Die Frage "Dürfen wir das?" beantworte ich in diesem Artikel: Buch über Antidepressiva absetzen - ein Tabu?

21. Juni 2015: Jetzt musste ich gerade über den Satz aus der Einleitung "Ein Leben ohne Antidepressiva ist definitiv der bessere Weg" schmunzeln. Denn so richtig super-duper-mäßig fühlt es sich aktuell (noch) gar nicht an. Was daran liegt, dass ich erst vor gut zwei Wochen nach 12 Jahren meine letzte Tablette aus dem Bereich der Psychopharmaka (und da habe ich im Lauf der Zeit einige verabreicht bekommen) genommen habe. Ganz ehrlich: Bei meiner Vorgeschichte hätte ich nicht geglaubt, dass ich diesen Punkt jemals erreichen kann.

Offen gesagt traue mich auch noch nicht, in laute Jubelschreie auszubrechen. Angesichts meiner früheren Erfahrungen mit Absetzerscheinungen und den Erlebnissen der letzten zwei Wochen liefern sich Engelchen und Teufelchen auf meinen Schultern noch muntere Wortgefechte. Engelchen: "Du hast es geschafft. Das Schlimmste ist überstanden. Du kannst sowas von stolz auf dich sein!" Teufelchen: "Junge, Junge, pass bloß auf, dass da nicht noch das dicke Ende kommt. Es gibt Menschen, die monate- oder sogar jahrelang danach noch Probleme haben."

Von Elektroschocks, Engelchen und Teufelchen

Mein Gefühl hört mehr dem Engelchen zu, mein Verstand noch oft dem Teufelchen. Denn ich bin dem Belzebub vor zwei Jahren leibhaftig begegnet, als ich ein Medikament auf ärztlichen Rat hin absetzen sollte (zu schnell, wie sich danach herausstellte).

Die Folge: Innerhalb weniger Tage rauschte meine Stimmung massiv in den Keller. Ich hatte ständige Gleichgewichtsprobleme, ein diffuses Gefühl der Desorientierung, mein Kopf spielte total verrückt und es war, wie wenn mir jemand Elektroschocks verpassen würde. Ein wirklich schockierendes Erlebnis.

Zu meinem Pech war das Medikament eines aus dem Bereich der SSRI (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer). Diese modernen Antidepressiva, die höchst umstritten sind (auch das habe ich erst hinterher herausgefunden), verabschieden sich in der Regel mit einem höchst unangenehmen Cocktail an Begleiterscheinungen.

Das sind keine Entzugserscheinungen, da SSRI nicht süchtig machen wie Alkohol oder Drogen, sondern ein rein physiologisches Symptom. Also ganz kurz erklärt, ein Versuch des Gehirns, nach der durch das Absetzen bewirkten Störung im Serotonin-Haushalt ein neues neurochemisches Gleichgewicht herzustellen. Ich freue mich sehr, dass es mit Moni, die den Blog My free mind betreibt, eine echte Expertin auf dem Gebiet gibt, die nächste Woche hier eine fachlich fundierte Zusammenfassung des Themas, vor allem in Bezug auf das Absetzsyndrom, geben wird.

Nur nicht wieder durch die Hölle gehen

Nach dem missglückten Versuch vor zwei Jahren habe ich mich in das Thema eingelesen und einen Ratschlag befolgt: wenn Antidepressiva absetzen, dann gaaaaanz langsam. Also startete das Ausschleichen vor zwei Jahren  mit einem satten Zwischentief vor einem Jahr und endete jetzt. Dass ich nicht mein Leben lang Psychopharmaka nehmen will, hatte ich zu Beginn meines zweiten Lebens unumstößlich für mich festgelegt.

"Hattest du keine Angst davor?" hat mich ein guter Freund gefragt. Doch, und wie. In dem Moment haben mir all meine guten Erfahrungen der Angstbewältigung nicht mehr viel geholfen. Ich hatte einfach nur die Hosen gestrichen voll davor, wieder wie vor zwei Jahren durch die Hölle zu müssen - sprich, dass die Auswirkungen so heftig sind und ich das Medikament weiter nehmen muss, damit mein Körper nicht verrückt spielt.

Nicht zu vergessen die unterschwellige Unsicherheit: Kann ich denn tatsächlich nach all den Jahren ohne auskommen?

In den ersten Tagen nach dem Absetzen also nervöses Beobachten mit einer leicht negativen Erwartungshaltung: Was wird mein Körper alles anstellen? Kurz zusammengefasst: Es lief besser als befürchtet, aber schlechter als erhofft.

Mein größter Fehler war zu glauben, dass ich so eine einschneidende Phase bewältigen kann, indem ich einfach weitermache wie bisher. Erst, als mir zum wiederholten Mal bei der Bildschirmarbeit schummrig wurde, kam die Erkenntnis: Stopp! Jetzt zähle erstmal nur ich.

Da waren aber schon zu viele Tage mit ziemlich niedergeschlagener Stimmung, Kreislaufbeschwerden, Gereiztheit, schwindenden Selbstvertrauens und einer grundlegenden Unzufriedenheit vergangen. Wider besseres Wissen hatte ich gedacht, mit business as usual und wenig Geduld schon gut aus dieser Nummer herauszukommen.

Ja, mir geht es dreckig und das darf auch so sein

Dann habe ich mich endlich an das erinnert, was ich eigentlich seit zwei Jahren verinnerlicht habe und immer wieder predige: eine Situation in der Gegenwart anzunehmen, so wie sie ist. Mir einzugestehen: Ja, mir geht es gerade dreckig.

Ich weiß, an was es liegt und tue alles dafür, dass es mir dabei noch so gut wie möglich geht. Dieses Zwischentief habe ich bewusst in Kauf genommen und akzeptiere alles, was gerade passiert, weil ich am Ende davon profitieren werde.

Meine kurzfristige Lösung: die Bildschirmarbeit erst einmal auf das nötige Minimum zu beschränken und mir Ablenkung in Form von positiven Erlebnissen zu schenken. So habe ich meinen VW Bus Dr. D für die anstehende Reisesaison auf Vordermann gebracht und mit ihm schon die ersten kleinen Touren unternommen. Die Pflanzen im Garten und auf dem Balkon freuen sich über meine intensive Zuneigung. Und ich gönne mir einfach so viel Ruhe, wie es aktuell nötig ist.

Entspannungsübungen als wichtige Helfer

Mit der Übernahme der aktiven Haltung, anstatt einfach nur passiv zu leiden, habe ich dem Geschehen einiges an Schrecken genommen. Zeitgleich helfen mir die verschiedensten Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen, um zur Ruhe zu kommen und meinen Körper bei der schwierigen Aufgabe zu unterstützen.

Die Tendenz zeigt klar nach oben, auch wenn es immer wieder kleine Rückschläge gibt. Inzwischen ist mein Vertrauen deutlich gewachsen, dass die Sache gut ausgeht und damit ein weiterer Meilenstein auf dem Weg in ein ganz und gar selbstbestimmtes Leben dazukommt.

Das Wichtigste: Die Ängste sind nicht wieder aus dem Loch gekrochen. Das also habe ICH durch mein neu gestaltetes Leben erreicht - und eben nicht das Medikament, das dafür da war (und witzigerweise laut einem speziellen Bluttest dafür noch nicht einmal erkennbaren therapeutischen Nutzen bei mir hatte). Darauf bin ich verdammt stolz.

Ist ein Leben mit Antidepressiva denn so schlimm?

Ja und Nein. Nachdem ich mich nun intensiver mit dem Thema auseinandergesetzt habe, ist meine Meinung deutlich negativer als noch vor ein paar Jahren. Es gibt schwere Verläufe, in denen Medikamente unerlässlich sind und Menschen retten können, weshalb ich Antidepressiva nicht verteufeln will. Auch ich wäre wohl aus meiner ersten schweren depressiven Episode vor 12 Jahren allein kaum aus meinem Loch herausgekommen.

Oder sagen wir rückblickend so: Zumindest mein damaliger Glaube daran, dass Antidepressiva gut gegen Depressionen sind, hat die erhoffte Wirkung entfaltet.

Die Form und Häufigkeit, in denen Psychopharmaka auch in leichten und mittleren Fällen verschrieben werden, trägt leider nicht der Tatsache Rechnung, welche Riesenprobleme die Medikamente verursachen (können): Nebenwirkungen, die teilweise den Zustand der Patienten noch verschlimmern, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, weitere depressive Episoden durchlaufen zu müssen und die manchmal brutalen Absetzerscheinungen.

Peter Ansari hat 10 Jahren lang akribisch zu dem Thema geforscht und dieses absolut empfehlenswerte Buch geschrieben: Unglück auf Rezept - Die Antidepressiva-Lüge und ihre Folgen. Was mich – trotz einer gewissen Vorahnung – beim Lesen wirklich schockiert hat: Dass nicht deshalb so viele Antidepressiva verschrieben werden, weil sie so gut wirken. Sondern weil die Pharmaindustrie seit Einführung der neueren Substanzen (SSRI) Anfang der 1990er Jahre die Medikamente mit massiven Marketingmaßnahmen, manipulierten Studien und der „Gehirnwäsche einer ganzen Generation von Psychiatern“ (Vorwort von Professor Dr. med. Bruno Müller-Oerlinghausen) in den Markt gedrückt hat.

Warum ich überhaupt Medikamente genommen habe?

Es ist halt ein Ausdruck unseres hektischen Leistungssystems, dem ich mich früher auch untergeordnet habe, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Pille als Allheilmittel, damit man sich nur nicht selbst um sein Wohlergehen kümmern muss (ausgenommen die erblich bedingten Anteile an den Krankheiten):

  • gegen Kopfschmerzen, statt mal weniger als 14 Stunden pro Tag am Rechner zu sitzen
  • gegen hohen Blutdruck, anstatt Sport zu treiben, sich weniger Stress auszusetzen und gesünder zu ernähren
  • gegen Sodbrennen, anstatt mit dem Saufen aufzuhören
  • gegen zu hohen Cholesterinspiegel, anstatt keinen Fertigfraß und tierische Fette im Übermaß in sich hineinzustopfen
  • und die Spritze gegen Rückenschmerzen, damit man sofort wieder auf den Bürostuhl zurückkehren kann, anstatt mit Ruhe, Wärme und Bewegung eine nachhaltige Besserung zu erfahren

Ich habe aber keine Lust mehr, eine ständig funktionierende Turbomaschine zu sein. Deshalb will ich lieber langsamer leben, mir mehr Zeit nehmen - auch auf die Gefahr hin, immer wieder mit meinem Ego zu kollidieren, das mir laut zuruft: "Junge, du bist doch gut. Mach hier noch, tu dort noch. Ein paar Projekte mehr und ein bisschen mehr Kohle auf dem Konto dürfen es schon sein."

Ich habe mich für das Loslassen entschieden: des alten Lebens, der ängstlichen Gewohnheiten und jetzt auch der Medikamente.

Ich bin mir sicher, dass sich das auf Dauer auszahlt. Dass der Weg dorthin nicht schmerzfrei ist, merke ich immer wieder und jetzt gerade besonders. Aber meine Entscheidung steht.

UPDATE SEPTEMBER 2016

Nachdem ich in sehr vielen Mails gefragt werde, wie die Geschichte weitergegangen ist, wurde es höchste Zeit für ein Update.

Mir geht es rund 14 Monate nach dem Absetzen ausgesprochen gut. Ich bereue den Schritt zu keiner Sekunde. Im Gegenteil: Dass ich es vor einem Jahr durchgezogen habe, macht mich unheimlich stolz. Schließlich weiß ich, dass es auf das Absetzen von Antidepressiva keine Erfolgsgarantie gibt.

Nach den relativ harten ersten zwei Wochen im letzten Jahr hat sich mein Zustand schnell gebessert. Einen Monat später habe ich sogar schon an der Mut-Tour teilgenommen und meinen Körper einer echten Belastungsprobe unterzogen. 4 Tage Radfahren bei über 30 Grad war eine echte Herausforderung, die ich super gemeistert habe.

Gewisse Begleiterscheinungen in Form von Absetzsymptomen wurden im Lauf der Zeit immer weniger. An vereinzelten Tagen meine ich noch kurzzeitig etwas zu spüren, was mit den damaligen körperlichen Reaktionen zu tun hat. Ob dem so ist, oder es sich einfach nur um Tage handelt, an denen ich nicht so gut auf mich achtgegeben habe, weiß ich ehrlich gesagt nicht.

Die Selbstfürsorge steht seitdem bei mir noch höher im Kurs. Da ich mich noch bewusster ernähre, so gut wie keinen Alkohol mehr trinke und mich mit Freude regelmäßig in der Natur bewege, habe ich rund 8 Kilo abgenommen.

Ich fühle mich körperlich so fit wie noch nie - zumindest wie schon seit Jugendzeiten nicht mehr. Das Absetzen der Antidepressiva hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, meine Gesundheit an Prio 1 zu stellen.

Hunderte von Mails und Kommentaren

Ansonsten war es absolut irre, was seit dem Erscheinen dieses Artikels am 21. Juni 2015 passiert ist. Mein Erfahrungsbericht wurde über 22.000 Mal gelesen, mehr als 100 Mal kommentiert und ist damit der beliebteste Artikel des gesamten Blogs.

Ich habe Hunderte von Mails zu dem Thema beantwortet und dabei festgestellt, wie unglaublich groß der Informationsbedarf ist. Ganz viele Betroffene hoffen sehnsüchtig auf Hilfestellung, wenn sie sich für das Absetzen von Antidepressiva entschieden haben.

Nur wo sollen sie diese herbekommen? Oft fühlen sie sich von Ärzten und Therapeuten bei dieser schwierigen Entscheidung im Stich gelassen. In den größeren Medien findet das Thema auch keine Aufmerksamkeit. Und das Buchangebot im deutschsprachigen Raum dazu ist sehr überschaubar, ja nahezu nicht vorhanden.

Buch "Antidepressiva absetzen" mit unseren Erfahrungsberichten

Deshalb haben meine liebe Freundin Melanie - mehr Infos über sie findet ihr auf ihrer Homepage - und ich uns dazu entschlossen, ein Buch mit dem Titel "Antidepressiva absetzen" zu schreiben. Wir wollen den vielen Ratsuchenden da draußen genau das Buch bieten, das wir selbst vor bzw. in der Absetzphase gerne gehabt hätten.

Melanie habe ich über diesen Blog kennengelernt. Sie arbeitet ebenso wie ich als freie Journalistin. Die wichtigste Gemeinsamkeit: Auch sie hat nach rund zehn Jahren der Einnahme verschiedener Antidepressiva den Absprung geschafft und lebt genauso wie ich medikamentenfrei.

Wir haben unsere Erfahrungen zusammengetragen, viel recherchiert, Experten befragt und eine breite Palette an Tipps und Hilfestellung zusammengetragen.

UPDATE OKTOBER 2017

Ich freue mich jeden Tag aufs Neue, wie viele Menschen wir schon mit unserem Buch helfen und Mut machen konnten. Inzwischen haben mehr als 50.000 Menschen diesen Artikel gelesen. Ein untrügliches Zeichen für die Notwendigkeit, diesem Thema noch viel mehr Raum zu geben.

Zum Glück gibt es auch bei den größeren Medien ganz sanfte Tendenzen, das heiße Eisen anzufassen. Sehr zu empfehlen ist dieses Video aus der Sendereihe "Visite" des NDR: Antidepressiva - Vorsicht beim Absetzen.

Mir selbst geht es 27 Monate nach dem Absetzen so gut wie nie. Ich lebe seit mehr als einem Jahr komplett medikamentenfrei. Neurologische Aussetzer gibt es auch keine mehr. Ich habe den Kampf gewonnen. Die größte Leistung meines Lebens.

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Wenn du wissen willst, wie das E-Book "Antidepressiva absetzen - Dein Wegbegleiter mit unseren hilfreichsten Tipps" von innen aussieht, kannst du dir eine kostenlose Leseprobe holen.
Dort siehst du das komplette Inhaltsverzeichnis, zudem kannst du das Vorwort und das erstes Kapitel lesen.

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158 Kommentare

  1. Veröffentlich von Stefanie am 21. Juni 2015 um 20:29

    Lieber Mischa,

    ich lese Deine Artikel immer wieder gerne und bin jedes Mal gespannt, was Du zu sagen hast 🙂

    Deine ehrlichen Artikel rund um Deine Depressionen berühren mich immer sehr. Ich bin zwar nicht selber betroffen (und darüber wirklich sehr froh, da ich genug andere gesundheitliche Probleme mit mir herumtrage), aber meine beste Freundin leidet unter Depressionen und hat viele Jahre lang versucht ihre Medikamente abzusetzen. Lange Zeit ist das erfolglos gewesen und sie hat sehr darunter gelitten. Weil sie sich auch selber unter den Druck gesetzt hat ohne Tabletten funktionieren zu wollen.
    Was ich ihr dann inmer gesagt habe, ist: „Sieh Deine Depression als Erkrankung wie Diabetes an und Deine Tabletten als Insulin.“
    Ich weiß, dass dieser Vergleich hinkt. Aber was ich damit sagen will ist, dass so viele Menschen Tabletten nehmen müssen aufgrund einer Erkrankung. Natürlich behebt das nicht die Ursache, aber ermöglicht ein lebenswerteres Leben. Es ist also keine Schande, wenn man es nicht ohne Anti-Depressiva schafft!
    Ich schreibe Dir das nur um den Druck vielleicht zu mildern 😉 dabei bleiben die Nebenwirkungen natürlich unbestritten.
    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Und denk immer daran: es ist auf keinen Fall ein Scheitern, wenn es doch nicht ohne Anti-Depressiva geht!
    Stefanie

    • Veröffentlich von Mischa am 21. Juni 2015 um 22:00

      Hi Stefanie,

      ganz lieben Dank für deine aufbauenden Worte! Ich hätte auch kein Problem damit, wenn mir jemand sagen würde, dass es medizinisch nötig sei, dass ich immer AD nehmen muss. Aber wenn ich schon weiß, dass dieses Medikament bei mir gar nichts bewirkt, dann will ich es natürlich auch loshaben.

      Das Problem ist ja meist, dass die Absetzerscheinungen so übel sind, dass die Betroffenen glauben (und die Ärzte es ihnen einreden), dass die alte Krankheit wieder zum Vorschein kommt und diese wieder mit Medikamenten bekämpft werden muss. Dabei könnten die meisten sehr gut ohne klar kommen, aber der Weg dorthin ist halt manchmal einfach zu hart.

      Und eins ist auch klar: Deinem Körper geht es mit Sicherheit ohne Chemiecocktail auf Daue besser als ohne. Ich hatte zuletzt das Gefühl, dass es mir mit den AD schlechter geht als es ohne möglich wäre. Und deshalb ziehe ich das jetzt durch und baue auf ein gutes Endergebnis 🙂

      Ganz liebe Grüße

      Mischa

      • Veröffentlich von Andrea am 14. Dezember 2015 um 13:49

        Hallo Mischa.

        Respekt das du das so durchziehst. Ich steck grad mitten im „Entzug“ von Cymbalta 30mg und Elontril 300 mg. Heute ist Tag 7 wo ich ganz ohne bin und würde mich am liebsten verkriechen und warten bis das chaos im Körper endlich aufhört. Kopfschmerzen ,Schwindel ,zucken im Hinterkopf,übelkeit und und und… Es ist so verdammt schwer. Ich musste wegen extrem schlechter Leberwerte von heute auf morgen absetzen und soll in einer Woche mit Citalopram anfangen. ABER… Ich werde mir auch nie wieder so ein zeugs in den Körper schütten…Es ist einfach nur furchtbar. Ich wünsche dir weiterhin alles gute auf deinem Weg…

        Liebe Grüße Andrea

        • Veröffentlich von Mischa am 14. Dezember 2015 um 22:04

          Hi Andrea,

          ich kann das sehr gut nachvollziehen und hoffe, dass du dich wirklich eine wenig verkriechen und dich ausruhen kannst. Ich weiß, dass dir das gerade nicht viel hilft, aber: Auch das geht vorbei.
          Sei nett zu dir, gib auf dich besonders Acht in diesen Tagen und freu dich auf die Zeit, wenn du das Zeug nicht mehr brauchst und merkst.

          Alles Gute und liebe Grüße
          Mischa

    • Veröffentlich von Iris am 21. August 2016 um 14:32

      ich habe deinen Artikel vor einigen Wochen das erste Mal gelesen und er hat mir Mut gemacht, es noch einmal zu versuchen. Auch ich habe im letzten Jahr versucht, das Citalopram von heute auf morgen abzusetzen. Und es ging mir furchtbar. Habe dann wieder begonnen, mit der Angst, nie aufhören zu können. Ich brauche es im Moment nicht mehr, da ich nicht mehr arbeite. Ich habe einen Hund, der total meinen Stimmungen folgt und es ist etwas ganz anderes aufzuhören, wenn man sich nicht so gehen lassen kann, sondern ruhig bleiben muss, funktionieren muss.. so habe ich vor 2 Wochen meine Hündin in der HuTa für eine Woche gelassen. Und hatte dann Zeit nur für mich. Bis jetzt habe ich durchgehalten, bin von 20 auf 10 mg. Tut so gut. Mir hat Yoga – zur Entspannung – sehr geholfen und auch Cardiotraining!! Kann ich nur empfehlen, sich mal richtig auspowern. Ausserdem habe ich sehr auf meine Ernährung geachtet, es gibt auch Lebensmittel die „gut für die Psyche“ sind. Schlaflose Nächte habe ich akzeptiert, so wie du geschrieben hast, „akzeptieren“ ist wichtig, dass es mir schlecht geht, dass es mir schlecht gehen darf.. mal schauen wie es weitergeht, bei den 10 mg bleibe ich erst einmal. Ist ja schon „nur noch“ die Hälfte. 🙂

    • Veröffentlich von Jutta am 29. September 2016 um 14:29

      Noch ein Tipp unserer Apothekerin gegen die Symptome während des Absetzens: Vitamin B-Komplex und Magnesium.
      Alles Gute und viel Glück
      Jutta

      • Veröffentlich von Mischa am 5. Oktober 2016 um 21:24

        Hi Julia,

        lieben Dank für den Tipp!

        Ich freue mich, dass wir für unser E-Book auch schon dran gedacht hatten (genauer gesagt meine Co-Autorin Melanie) und somit diesen Ratschlag gerne an die Leser weitergeben.

        Liebe Grüße

        Mischa

      • Veröffentlich von nika am 14. Oktober 2017 um 16:56

        Danke! habe auch absetzprobleme, die der neurologe unerwähnt ließ. übelkeit und schwindelgefühl. zuvor hatte ich vitamin b komplex und magnesium genommen aus anderen gründen. da ich den zusammenhang nicht wusste, war ich über die plötzlich anhaltende übelkeit völlig überrascht. fange seit dem tipp wieder mit dem vitamin b und magnesium an und bin gespannt!!

    • Veröffentlich von Ramona am 13. Oktober 2016 um 20:59

      Hallo ich belese mich seid gestern. Weil ich beschlossen habe die scheisse ( Venlafaxin 225mg) abzusetzen die ich seid ca. 2 Jahren nehme. Ich habe meinen Psychiater darauf hin angesprochen das die Dinger mir nicht helfen sondern mir nur noch mehr Probleme bereiten. Ich muss dazu sagen das ich Alkoholiker bin und es auch immer wieder mal schaffe damit aufzuhören aber dann doch durch irgendwelche Ereignisse wieder zur Flasche greife und dann anfangen mich selbst zu verletzen. Na wie wie gesagt heute ist mein 3 Tag ohne und ich fühle mich wie ausgekotzt? Übelkeit Schwindel ganz Köper Kribbeln Blitzschläge Heulkrämpfe usw. Liege nur flach aber ich habe mir vorgenommen sowas nie wieder zu nehmen und ich bleibe stark und ziehe das jetzt durch. Auch ohne Alkohol weil ich sehe ja hier das es machbar ist egal wieviele Tage ich mich noch quälen muss. Viel Glück und Danke fùr deine ausführliche Informationen LG Ramona

      • Veröffentlich von Mischa am 14. Oktober 2016 um 21:09

        Ich wünsche dir alles Gute, Ramona, auf deinem Weg!

        Liebe Grüße
        Mischa

      • Veröffentlich von Hartmut am 4. November 2016 um 15:35

        Hallo.
        Setzte auch gerade Venlafaxin ab. Wie lange dauert das mit dem Schwindel?

    • Veröffentlich von Puppi am 5. Mai 2017 um 21:49

      Hallo, ich habe ein Jahr Citalopram genommen. Da mein Kinderwunsch jedoch größer wird, habe ich das Medikament vor zwei Wochen abgesetzt. Ich möchte kein Risiko eingehen. Nach Rücksprache mit meinem Arzt, habe ich es innerhalb von 2,5 Wochen abgesetzt. Von 40mg auf 0. Die Nebenwirkungen waren ebenfalls sehr schlimm. Ich konnte nicht arbeiten und habe mich krankschreiben lassen. Mein Arzt meinte, ich wäre die erste, die von solchen Symptomen berichtet. Scheiß Gefühl. Die Ruhe hat meinem Körper gut getan und ihn unterstützt. Aktuell kann ich wieder arbeiten.
      Ich habe zwei große Fragen:
      Seit Januar gehe ich 2-3 mal zum Sport und das tat mir sehr gut. Jetzt zwinge ich mich dazu, zumindest einmal zu gehen. Das Gefühl ist nicht mehr so schön. Ist das normal? Kommt diese Freude wieder zurück? Zudem habe ich noch mit Übelkeit zu kämpfen. Fühlt sich so an, als müsse ich essen, da ich länger nicht gegessen hätte. So esse ich mehr als vorher. Dann noch ohne Sport. Das zerrt an mir. Fühlte mich vorher bei mir angekommen und war stolz. Und nun? Kennt ihr das auch? Meinen Arzt brauch ich ja nicht fragen…
      Lieben Dank vorab.

    • Veröffentlich von Sarah am 20. August 2017 um 6:24

      Hallo,
      ich habe mir das genauso Vorgestellt. Und es in die Tat umgesetzt bin von 75mg Venlafaxin auf 0 runter. Heute ist mein zweiter Tag ohne und ich bin nur am Heulen mir fällt es schwer das hier zuschreiben bzw vernünftig zuschreiben aber ich denke es ist soweit verständlich. Ich habe massive Angst!! BrainZaps die mich wenn ich stehe zusammen sacken lassen. Weiss einer wie lange die schlimme Phase dauert, ich habe so Angst aber niemanden mit dem ich Reden kann… Niemanden. Ich kann nicht schlafen obwohl ich tot müde bin. Gibt es Tipps es erträglicher zumachen?
      Liebe Grüße
      Sarah

      • Veröffentlich von Mischa am 20. August 2017 um 10:30

        Hi Sarah,
        hast du dir ausreichend Zeit gelassen bis du auf Null bist? Bei mir war es beim ersten Mal so super heftig, weil das Absetzen zu schnell ging. Wenn du das Gefühl hast, es nicht auszuhalten, dann nimm bitte, bitte professionelle Hilfe in Anspruch. Wird dein Absetzen therapeutisch begleitet?

        Sonst kann und darf ich dir keine individuellen Tipps geben, sondern kann nur auf unser Buch verweisen, in dem wir alle Aspekte des Themas aufgegriffen haben.

        Liebe Grüße und alles Gute
        Mischa

  2. Veröffentlich von Maria am 21. Juni 2015 um 20:56

    Ich finde es super, wie wohl durchdacht und reflektiert Du das angehst! Hut ab!

    Und für die Zukunft nur das allerbeste!

    lg
    Maria

    • Veröffentlich von Mischa am 21. Juni 2015 um 22:02

      Hi Maria,

      ich danke dir von Herzen! Und obwohl ich viel mehr Zugang zu meinen Gefühlen als früher habe, freue ich mich immer noch über mein rationales Wesen und mein reflektiertes Vorgehen 🙂

      Ganz liebe Grüße

      Mischa

  3. Veröffentlich von Jan am 21. Juni 2015 um 21:18

    Top!!!!
    Absetzen ist wirklich ultra-scary!
    Und ja, als ich das erste Mal einen Blick auf die Nebenwirkungen im Beipackzettel von Cipralex geschaut habe, dachte ich mir: „was zur Hölle? SO EIN ZEUG SOLL ERNSTHAFT HELFEN!?“

    Daher finde ich top was du sagst. Es hilft, aber irgendwann ist es doch erstrebenswert es selber zu schaffen! Hut ab 🙂

    • Veröffentlich von Mischa am 21. Juni 2015 um 22:06

      Hi Jan,

      dann kannst du also auch mitreden? Wie heftig war es bei dir?

      Ich habe damals den Beipackzettel nicht gelesen, sonst hätte ich das eh nie genommen 😉 Ich war so weit unten, dass ich mir keine Gedanken mehr gemacht habe, ob was auf Dauer gut oder schlecht für mich sein könnte.

      Nachdem ja auch der Test gezeigt hat, dass der erzielte Wert des Medikaments bei mir weit unter dem therapeutischen Nutzen ist, war sowieso klar, dass ich das Zeug einmal loswerden muss. Und nun ist es zum Glück soweit …

      Liebe Grüße
      Mischa

    • Veröffentlich von Birgit am 10. Juli 2015 um 23:29

      ich habe vor einigen Jahren für ein paar Wochen auch Cipralex genommen und dann wieder abgesetzt. Mir waren die Nebenwirkungen nicht geheuer und zudem war mir wichtig, dass ich spüre, wie es mir wirklich geht. Ich bin froh, dass ich alleine wieder aus dem Loch gekommen bin.

      • Veröffentlich von Mischa am 12. Juli 2015 um 11:04

        Hi Birgit,

        klasse, dass du es auch ohne geschafft hast – und jetzt bist du wahrscheinlich heilfroh, dass du dir das Leiden hinterher erspart hast.

        Liebe Grüße und alles Gute

        Mischa

  4. Veröffentlich von Carolin Otzelberger am 21. Juni 2015 um 21:32

    Sau stark, Mischa!!!
    Das ist echt ein scary Cocktail, an den sich dein Körper gewöhnt hat – das braucht halt leider Zeit, bist du wieder du selbst bist.
    Noch drei Ideen an dieser Stelle, die vielleicht auch für deine Leser interessant sind:
    1. Auf jeden Fall mal checken, ob Angst/Panikattacken durch das (strikte!) Weglassen von Gluten besser werden! Das kann ein fetter Schlüssel sein.
    2. Die Angstmuskeln trainieren mit jemandem, der weiß wie das geht (mich gerne ansprechen)
    3. Immer mal wieder die Frage stellen: Wem gehört dieses Gefühl/diese Angst/diese Depression? Ein Großteil „unserer“ Gefühle und Emotionen sind gar nicht unsere, sondern von anderen übernommen. Auch das kann enorme Erleichterung und Klarheit bringen…

    Halt die Ohren steif und meld‘ dich gerne bei Bedarf!
    Alles Liebe,
    Carolin

    • Veröffentlich von Mischa am 21. Juni 2015 um 22:11

      Hi Carolin,

      ich fühle mich eigentlich schon ziemlich ich selbst 😉 Denn ich weiß ja, dass ganz viel von dem, was ich geschafft habe, aufgrund meiner neuen Einstellung zum Leben möglich war und nicht wegen einer Wunderdroge. Sonst hätte es mir ja in all den Jahren auch dank AD immer super gehen müssen, doch in Wirklichkeit ging es langsam aber stetig bergab …

      Nichtsdestotrotz wird es natürlich noch dauern, bis all die Prozesse wieder „normal“ laufen und ich bin da auch über jede Hilfe dankbar.
      Deshalb ganz toll von dir, dass du hier schon mal ein paar Empfehlungen hast. Ich werde in dem Punkt sicher noch auf dich zurückkommen und mich bei dir melden.

      Bis dahin ganz liebe Grüße

      Mischa

    • Veröffentlich von Irina am 14. Dezember 2015 um 22:41

      Klingt interessant ?

  5. Veröffentlich von Nima am 22. Juni 2015 um 9:36

    Auch ich traue mich zuzugeben, dass ich vor einigen Jahren Anti-Depressiva genommen habe. Ich hatte vorher schon mehrfach wieder schwer depressive Phasen und dieses Mal einfach keine Kraft mehr, es ohne medikamentöse Unterstützung durchzustehen.
    Im nächsten halben Jahr ging es mir dann in der Tat wesentlich besser und ich konnte die schwierige private Phase bewältigen.
    Nach sechs Monaten habe ich die Tabletten zu schnell abgesetzt und bin direkt wieder ins Tief gerauscht.
    Beim 2ten Absetzen bin ich es dann deutlich langsamer angegangen und dann ging es. Nochmal möchte ich diese Erfahrung aber nicht machen. Was mich im Nachhinein ärgert, ist die mangelhafte Betreuung durch den Arzt. Tabletten verschreiben war in Ordnung, aber ab dann fühlte ich mich alleine gelassen.

    Mittlerweile weiß ich, was ich damals hätte anders machen können, um mit der Depression umzugehen, hoffe aber dennoch, dass ich nicht noch einmal an diesem Punkt ankomme …

    Danke für deine Offenheit bei diesem Thema!
    Und natürlich liebe Grüße 😉
    Nima

    • Veröffentlich von Mischa am 22. Juni 2015 um 9:58

      Hi Nima,

      ich danke zurück für deine Offenheit 🙂

      Du sprichst ein ganz wichtiges Thema an: die Ärzte. Mit dem Verschreiben von AD sorgen sie (evtl.) für eine Linderung des Problems, schaffen aber später ein neues. Nur bis dahin ist es ja noch lang hin, also steht das Thema ganz weit hinten an. Und wenn es den Patienten dann beim Absetzen in ein tiefes Loch haut, sagen die meisten Ärzte, dass nun die Depression wieder aufgetaucht sei und man die AD wieder nehmen müsse. Weil sie entweder von den Absetzsymptomen nichts wissen, es nicht wahrhaben wollen oder es schlicht für sie der einfachere Weg ist.

      Deshalb freue ich mich schon auf Monis Gastbeitrag nächste Woche, die sich dem Thema im Speziellen widmet.

      Ganz liebe Grüße

      Mischa

    • Veröffentlich von Ramona am 13. Oktober 2016 um 21:08

      Genau das ist bei mir der Fall die Ärzte verschreiben AD und dann sehe zu. Nach dem ich meinem Psychiater sagte ich will die runter dosieren meinte er zu mir wozu hatte ich ihnen die nochmal verschrieben?? Also sorry das sagt ja schon alles. Ich hoffe das es mir bald besser geht und die Entzugserscheinungen bald weg sind. Weil sowas hatte ich nicht einmal wenn ich das Trinken wieder aufgehört habe. LG Ramona

  6. Veröffentlich von Sarah am 22. Juni 2015 um 10:36

    Sehr cool Mischa! 🙂

    Wie du ja weißt, habe ich ein bisschen Vorsprung und bin ein kleines bisschen länger wieder ohne. Ich kann deine Dialoge mit Engelchen und Teufelchen also sehr gut nachvollziehen!

    Außer mein eines Tief beim Absetzen, ging es dann im Nachhinein betrachtet ziemlich gut. Und ich bin immer noch froh, auch die Medikamente genommen zu haben. Bei mir war es aber auch eine lange und dann von mir persönlich getroffene Entscheidung als ich gemerkt habe, dass es einfach nicht geht. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass ich auch wieder mit den Medikamenten anfangen würde, wäre ich irgendwann wieder an dem Punkt.

    Allerdings arbeite ich natürlich sehr daran, an diesen Punkt nicht wieder zu gelangen. Aber den Rettungsanker mit den Antidepressiva lasse ich mir trotzdem.

    Naja, hoffen wir, dass wir alle hier inzwischen andere Wege gelernt haben. Und ich finde es immer wieder krass zu sehen, wie vielen es ähnlich geht. Teilweise Menschen, von denen man es so nie gedacht hätte…

    Alles Liebe
    Sarah

    • Veröffentlich von Nancy am 6. Oktober 2016 um 0:14

      Hallo Sarah, kann man dich auch außerhalb dieser Seite kontaktieren?

      Liebe grüße Nancy

  7. Veröffentlich von Mischa am 22. Juni 2015 um 12:03

    Hi Sarah,

    ja, du warst durchaus auch mein Vorbild in der Konsequenz, in der du das durchgezogen hast 🙂

    Ich bin auch froh, dass ich damals bei meiner ersten schweren Depression ein passendes Medikament bekommen habe. Deshalb verteufele ich auch Antidepressiva nicht, sondern ein Stück weit nur die Tatsache, dass Ärzte sehr locker mit dem Verschreiben umgehen und über die Absetzsymptome zu wenig aufklären. Und da die gerade bei den SSRI so brutal sind, sollte meiner Meinung nach da viel mehr Aufklärung betrieben werden und der Nutzen-Risiko-Faktor deutlich mehr in den Blickpunkt gelangen.

    Und wie du richtig schreibst: Wir haben viel aus den schlechten Zeiten gelernt und uns viele Werkzeuge in den Baukasten gelegt, die wir anwenden können.

    Dann lass uns chemiefrei den Sommer genießen 🙂

    Liebe Grüße
    Mischa

  8. Veröffentlich von Wellenreiterin am 22. Juni 2015 um 13:09

    Hi Mischa!

    Erst einmal glückwunsch zu deiner Entscheidung – find ich super! 🙂

    Auch ich habe vor ein paar Jahren SSRI genommen (insgesamt 1 1/2 Jahre). Mir haben die Tabletten geholfen, aber mittlerweile weiß ich darüber auch so gut bescheid, dass ich genau solche nicht mehr nehmen würde. Beim Absetzen ging’s mir auch richtig übel, mir war für ein paar Wochen ständig schwindlig – Gott sei Dank habe diese Phase durchgestanden und nicht wieder zu den Tabletten gegriffen. Da bin ich schon bisschen stolz drauf ;-).

    Ich wünsche dir einen ganz tollen, unbeschwerten und Tabletten-freien Sommer! 🙂

    • Veröffentlich von Mischa am 22. Juni 2015 um 16:14

      Hi Wellenreiterin (Surfen is sooo cool),

      da darfst du aber mal wirklich richtig stolz auf dich sein, dass du es durchgezogen hast, obwohl es so hart war. Und wie du schreibst: Meist weiß man erst beim oder nach dem Absetzen so richtig über die SSRI Bescheid, und dann nutzt es einem nicht mehr so viel. Aber wie wir beide beweisen: es gibt auch ein Leben ohne das Teufelszeug 🙂

      Vielen Dank für deine guten Wünsche und ganz liebe Grüße

      Mischa

  9. Veröffentlich von Patrick am 22. Juni 2015 um 15:44

    HEy Mischa!

    Sprachlos stolz fühle ich mich gerade. WIe immer ein toller Artikel, aber das weißt du sicherlich!

    Ich finde es immer wieder berührend wie offen du mit dir umgehst. Offenheit und Ehrlichkeit helfen uns im Leben um so vieles weiter und doch ist es für viele so schwer zu praktizieren (so auch mich).
    Es ist schön die Kommentare zu lesen und man merkt dass Mitgefühl der Leser sehr stark.

    TOLL

    alles Gute und nicht aufgeben!

    • Veröffentlich von Mischa am 22. Juni 2015 um 16:21

      Hi Patrick,

      ich liebe deine Kommentare, weil da immer so schöne Komplimente für mich dabei sind 🙂

      Bei diesem Artikel habe ich mir wirklich überlegt, ob ich das so offen kommunizieren soll, da ich mich damit auch angreifbar mache. Aber dann kam wieder die alte Kämpfernatur und die Mach-ich-mich-halt-nackig-Mentalität durch – und es hat sich ausgezahlt.

      Ich will meine Geschichte als Ganzes erzählen und nicht nur die schönen Seiten davon. Und das fühlt sich so verdammt richtig an.

      Ganz liebe Grüße und danke für die positive Energie!

      Mischa

  10. Veröffentlich von Chaoskämpferin am 22. Juni 2015 um 17:48

    Hi Mischa,
    ich hab auch nach meinem Burn Out zunächst ziemliche Mengen an Zeugs genommen. (2 verschiedene ADs und ein Beruhigungsmittel) Insgesamt über drei Jahre, wobei ich nach 1,5 Jahren das erste von 2 ADs abgesetzt habe, ohne irgendwelche Absetzschwierigkeiten – im Gegenteil. Dank Mirtazapin hatte ich unaufhaltsam zugenommen und nachdem ichs absetzte, kam das sofort zum Stillstand, so dass die lästige Nebenwirkung vorbei war, ohne dass ich mich schlechter fühlte. Den Serotoninwiederaufnahmehemmer hab ich in verringerter Dosis noch ein Jahr weiter genommen. Als letztes hab ich das Beruhigungsmittel abgesetzt, das ich zur Bekämpfung meiner Schlafstörungen abends noch genommen hatte.
    Insgesamt hatte ich überhaupt keine Schwierigkeiten beim Absetzen. Also keine Panik 😉 : Es kann zu Problemen kommen muss aber keineswegs.

    Stimmungsschwankungen kommen bei mir zwar immer noch vor, allerdings hab ich jetzt andere Mittel und Wege gefunden, das hinzukriegen. Wenn ich merke, dass der Stress überhand nimmt, sorge ich dafür dass ich schnell wenigstens ne kurze Auszeit kriege und – ganz wichtig – sehe zu dass ich mich an frischer Luft bewege. Hilft mir enorm.
    Liebe Grüße von der Chaoskämpferin aka Astrid

    • Veröffentlich von Mischa am 22. Juni 2015 um 21:25

      Hi Astrid,

      schön, dass ich jetzt deinen Namen kenne 🙂

      Danke, dass du von dem Absetz-Erfolg berichtest, das ist sehr wichtig, denn in den einschlägigen Foren erfahren die Menschen immer nur davon, was alles schiefgegangen ist, aber selten die Storys, die gut ausgehen.

      Ich würde einfach mal sagen, dass du da richtig Glück gehabt hast und freue mich für dich, dass du ohne Probleme durchgekommen bist. Und Panik habe ich nicht, nur einen ordentlichen Respekt aufgrund meiner Erfahrungen vor 2 Jahren. Aber wie schon geschrieben: Ich denke, dass ich mit einem blauen Auge davon gekommen bin, sofern jetzt nichts Gravierendes mehr passiert.

      Ach und: Ich war auch gerade wieder draußen. Das ist auch für mich ein Allheilmittel 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Mischa

  11. Veröffentlich von Anna am 24. Juni 2015 um 16:19

    Hallo!

    Ich habe auch so einiges an Erfahrung dazu. Habe Cipralex 7 Jahre genommen, mit zwei Unterbrechungen von jeweils ca 1,5 Jahren. Habe die ersten beide Male von heute auf morgen abgesetzt (beim zweiten Mal schwangerschaftsbedingt) und hatte keinerlei Probleme.
    Beschwerden also Angst und Panikattacken kamen aber beide Male irgendwann wieder. Sodass ich wieder soweit war und die Tabletten wieder geschluckt habe. Psychotherapie war sowieso immer dabei.
    Letzten Sommer habe ich mich entschieden, da ich einigermaßen stabil war und dachte, die Tabletten würden eh nicht mehr viel ausrichten, abzusetzen. Denn wenn ich ehrlich bin, die Tabletten haben mich „funktionsfähig“ gemacht, wirklich gut war es nie. Dieses Mal wollte ich es nicht überstürzen, so wie empfohlen. Habe über Monate die Dosis verringert, bis ich im Februar nur mehr eine halbe Tablette, alle 6 Tage genommen habe und schließlich auch diese ganz weggelassen habe. Tja, das ging ca ein Monat gut. Dann fing der Dauerschwindel an, die Gefühlslosigkeit, etc. Gegipfelt hat es, mit vielen anderen Auslösern zusammen im Burnout Ende April. Klinikaufenthalt, bei dem ich fast genötigt wurde, wieder Tabletten zu nehmen. War doch tatsächlich, die Einzige, die keine genommen hat. Leider kennt die Schulmedizin nur diesen einen Weg und von Absetzerscheinungen von SSRI haben sie sowieso noch nie etwas gehört.
    Fazit: Es ist schwer. Unglaublich schwer. Vor allem sich und seinem Körper wieder zu vertrauen, dass er es alleine schafft. Trotzdem bin ich mir sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Mit Alternativmedizin, Yoga und Veränderung der Lebensgewohnheiten und dem Überdenken und Verändern des eigenen Lebenskonzepts.
    Ach, ein Thema über das man ein ganzes Buch schreiben könnte.
    LG aus Wien und mach weiter so, Mischa!
    Du inspirierst und berührst so viele Menschen!

    • Veröffentlich von Mischa am 25. Juni 2015 um 10:40

      Hi Anna,

      ganz lieben Dank für deinen sehr offenen und ausführlichen Kommentar. Es ist schon echt verhext, wie schwer es teilweise ist, von diesem Zeug wegzukommen, auch wenn man denkt, dass man nur wirklich bereit dafür ist. Fälle wie deinen habe ich leider schon oft gelesen und ich kann wirklich nachfühlen, wie beschissen es dir ging. Wie ist denn der aktuelle Stand bei dir? Nimmst du jetzt seit der Klinik wieder AD oder hast du dich gegen die Ärzte durchgesetzt?

      Mit Umdenken, Veränderungen und Achtsamkeitsübungen hast du schon einen super Weg eingeschlagen. Dazu gratuliere ich dir und wünsche dir nur das Allerbeste und dass du irgendwann über diese schwere Zeit lachen kannst, weil es dir wieder richtig gut geht.

      Ganz lieben Dank für das Lob und viele Grüße

      Mischa

      • Veröffentlich von Anna am 25. Juni 2015 um 13:24

        Hey!

        Nein, nehme nichts mehr! Habe mich nicht unter Druck setzen lassen.ich spüre es in mir, dass es auch ohne geht. Der weg ist halt mühsam und steinig. Aber wer will es schon leicht?! Gehe auch wieder arbeiten, war 5 Wochen zuhause. Aber da ich Lehrerin bin und bei uns in Österreich die Sommerferien vor der Tür stehen hab ich es gewagt und arbeite jetzt seit 4 Wochen wieder. Ich denke, ich hätte mich umso mehr vor der Schule gefürchtet, wenn ich gleich bis September zuhause geblieben wäre.
        Leicht depressiv fühle ich mich noch immer häufig und auch ängstlich, aber langsam schaff ich es Alles gelassener zu nehmen. Es braucht einfach alles Zeit zum heilen. Auch die seele und der Geist!

        • Veröffentlich von Mischa am 25. Juni 2015 um 17:29

          Das nenne ich sehr, sehr mutig und konsequent. Aber da du dein Ziel so klar vor Augen hast, wirst du es auch schaffen. Aktuell kommen dir manche Schritte vielleicht sehr klein vor, im Nachhinein wirst du staunen, wie viel du in vergleichsweise kurzer Zeit erreicht hast.

          Ich drücke dir ganz fest die Daumen!

  12. Veröffentlich von heiner am 24. Juni 2015 um 20:21

    Hallo,
    ich selbst bin Altenpfleger und habe immer wieder die Erfahrung gemacht ,daß die gleichen AD bei verschiedenen Menschen verschieden wirken. Auf meiner Gerontopsychiatrischen Wohngruppe gibt es viele demente Menschen, die als Begleitdiagnose eine Depression haben. Solche Menschen gehören in die Hände erfahrener Neurologen und kein Allgemeinarzt hat hier was zu suchen. Vor allem die Anpassung der Dosis,oder das Absetzen verlangen viel Fingerspitzengefühl.
    Schade daß die Depression , obwohl so häufig, noch immer eine Diagnose ist, der ein gesellschaftlicher Makel anhaftet.
    Wenn ich einen Eisenmangel habe nehme ich Eisen, wenn ich einen Serotoninmangel habe nehme ich eben Serotonin .
    Mein Gott, manchmal glaub ich wir sind gesellschaftlich immer noch im Mittelalter.
    Schön daß hier so offen darüber gesprochen wird.
    P.S.
    Warum die Mutter Theresa ein schlechter Mensch war habe ich dir gepostet!
    Heiner

    • Veröffentlich von Mischa am 25. Juni 2015 um 10:48

      Hallo Heiner,

      ich stimme dir fast in allen Punkten komplett zu, nur mit dem Serotoninmangel ist es eben ein zweischneidiges Schwert. Erstens ist die Wirksamkeit von SSRI höchst umstritten, zweitens haben diese Dinger eben das Problem der Absetzerscheinungen an Bord. Im Fall des Altenpflege ist Letzteres aber wahrscheinlich nicht mehr das große Problem, weil ja auch nichts dagegen spricht, die Pillen dann dauerhaft zu nehmen. Bei jemandem, der erst 35 ist, sieht das natürlich anders aus.

      Und ja, ich werde auch weiterhin hier gerne offen über das Thema schreiben.

      Liebe Grüße
      Mischa

      P.S.: Das mit Mutter Theresa habe ich gelesen. Ich tue mich schwer damit , jemanden als schlechten Menschen zu beurteilen. Aber Fakt ist wohl, dass ihr Handeln von der Kirche und der Öffentlichkeit moralisch stark überhöht wurde und sie auch nur ein fehlbarer Mensch war wie wir alle.

  13. Veröffentlich von Juliane am 25. Juni 2015 um 10:05

    Hallo Mischa,

    mich hat ein scheinbar nebensächlicherer Teil deines Artikels besonders angesprochen: Dass du versucht hast, dich abzulenken und so weiterzumachen wie bisher.
    Ich mache das auch zu oft, wenn es mir schlecht geht, oder „nur“ okay statt wirklich gut. Dein Artikel hat mich inspiriert, weniger Zeit am Computer zu verbringen. Ich hab soeben beschlossen, mal einen ganz computer- und insgesamt ablenkungsfreien Tag zu verbringen und alle Verpflichtungen sein zu lassen. Wenn das gut läuft, trau ich mich das vielleicht auch öfter… :o)

    Kurz: Danke!

    Liebe Grüße
    Juliane

    • Veröffentlich von Mischa am 25. Juni 2015 um 10:52

      Hi Juliane,

      danke fürs aufmerksame Lesen 🙂

      In der Tat ist es wirklich so wichtig, immer mal wieder nur an sich zu denken. Und das geht eben nur ohne Ablenkungen – und wo wird man besser abgelenkt als am Computer, Smartphone, etc.? Ich kann dir das nur wärmstens empfehlen und würde mich freuen, wenn du mir über deine Erfahrungen damit berichtest.

      Ach und: Bitteschön 🙂

      Liebe Grüße

  14. Veröffentlich von Yvonne am 28. Juni 2015 um 11:16

    Hallo,

    auch ich habe im März meine AD abgesetzt. ( 3. Mal) und fühle mich gut dabei. Allerdings war der Weg bis dahin auch kein leichter. Das Erste was ich gelernt habe, ist die Depression anzunehmen und das fiel mir nicht leicht…
    Dann wollte Ich den Termin des Absetzens festlegen und habe nicht auf meinen Körper gehört und schön gings schief. Diesmal ist alles anders. Als erstes habe ich mich von meiner Neurologin getrennt, da sie die Meinung vertrat. AD bis zum Lebensende. Ich habe mir eine Zweitmeinung bei einem anderen Arzt eingeholt, der mir empfohlen wurde. Dieses sah die Sache so wie ich. Also bin ich seit März wieder „Clean“ Lasse mich aber ganzheitlich begleiten mit Homöopathie, Bachblüten, Kinesiologie und allem was mir gut tut. Das Absetztief war nicht einfach, aber ich habe es gut überstanden. Ich weiß, das meine Seelentiefs ein Teil von mir sind und gelebt werden wollen.
    Ich wünsche allen, die depressive Phasen haben, das sie ihren eigenen Weg finden um damit zu leben.

    Liebe Grüße

    Yvonne

    • Veröffentlich von Mischa am 29. Juni 2015 um 22:17

      Hi Yvonne,

      ich freu mich ganz fest für dich, dass du das Absetzen so gut hinbekommen kannst. Auch klasse, wie du aus den Erfahrungen gelernt hast und nun die Entscheidungen getroffen hast, damit es dir möglichst gut dabei geht.

      Das Thema „Depression annehmen“ finde ich auch unheimlich wichtig. Manchmal dachte ich schon: „Ach, das wird mich schon nie mehr treffen.“ Jetzt weiß ich auch, dass ich vielleicht nie mehr so tief abstürzen werde, aber trotzdem anfälliger bin als andere Menschen und meine Tiefs akzeptieren muss. Ich arbeite mit zunehmendem Erfolg daran 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Mischa

      • Veröffentlich von Adnan am 8. Oktober 2016 um 19:29

        Hallo nehme seid 2013 November 20mg paroxetin…Wegen zitter Anfälle und panickatakken…Zu meine Geschichte 2012 habe ich mein fater verloren mit 56 …2013 März erste Begegnung mit panickatakken..herzrasen und kreislauf ..Krankenwagen…Alles gemessen nichts.??.zum Kranken Haus halbe tag da ..Nichts..Dann August 2013 Zungen Belag. Komische Geschmack Sodbrennen schmerzen Brustkorb. Spätschicht nach hause Salat gegessen mit Tomaten. Habe gedacht ich sterben..Magen Wasser kommt hoch.zum artzt diagnose Reflux.bis dahin nur einmal panik im März sonnst alles gut…Medikamente pantoprazol 40 mg..3 tage später zitter anfall ..Mit angstzustände…2 Wochen lang..Ging selber weg…wieder zu arbeit. Mit benommenheit Gefühlen…November zu artzt wurde mir paroxetin gegeben .7 tage 10mg..Ab 7 tage 20mg…heftige Nebenwirkungen. Nach 2 Monate gings mir besser wieder Fußball gespielt…Mai 2014 aufgehört…Da hatte ich schon halbiert.10mg…einfach von heute auf morgen..Nebenwirkungen elektro Schocks am Kopf…2014 wieder November kreislauf mit angststörung…wieder 20mg …2015 halbiert.jetzt nehme ich wieder 10mg…Mein frage habt ihr ab und zu mal benommenheit Gefühle…?

        • Veröffentlich von Mischa am 14. Oktober 2016 um 21:03

          Hi Adnan,

          danke für deinen Kommentar. Ja, diese Benommenheitsgefühle kenne ich auch von früher. Und bin sehr froh, dass sie irgendwann nach dem Absetzen verschwunden sind.

          Liebe Grüße
          Mischa

  15. Veröffentlich von Uli am 1. Juli 2015 um 0:24

    Alles ok.von Dir nur diese Aussage stört mich doch!
    Zitat:Im Fall des Altenpflege ist Letzteres aber wahrscheinlich nicht mehr das große Problem, weil ja auch nichts dagegen spricht, die Pillen dann dauerhaft zu nehmen. Bei jemandem, der erst 35 ist, sieht das natürlich anders aus.

    Auch ältere Menschen fühlen genau so so wie Du mit 35. Also werden viel zu viele ältere Menschen mit diesen Medikamenten gequält, nur man macht sich jetzt noch keine Gedanken darüber, ich schon, bin auch gerade etwas älter wie 35.

    Gruß Uli

    • Veröffentlich von Mischa am 1. Juli 2015 um 9:50

      Hi Uli,

      danke für deine Nachricht. Aber du hast mich falsch verstanden: Es geht nicht darum, Menschen mit Medikamenten zu quälen. Denn viele der angesprochenen Medikamente haben ja einen tatsächlichen Nutzen. Und auch ich habe davon profitiert und sogar die Nebenwirkungen gern in Kauf genommen, weil ich sonst gefühlt gar nie mehr aus meinem Loch gekommen wäre.

      Mir geht es um die Absetzerscheinungen. Und da bleibe ich dabei, dass es für einen älteren Menschen im Seniorenheim wohl eine kleinere „Bedrohung“ ist, die lebenslang zu nehmen als für jemanden, der zumindest statistisch noch 50 Jahre vor sich hat.

      Zusammengefasst: Ich bin definitiv kein Freund davon, alte Menschen mit Pillen ruhigzustellen. Aber wenn im Einzelfall der Nutzen überwiegt, darf man die Verordnung von Medikamenten eben auch nicht ausschließen. Und zu behaupten, dass Menschen mit Medikamenten grundsätzlich gequält werden, halte ich für falsch und gefährlich.

      Liebe Grüße

      Mischa

  16. Veröffentlich von Uli am 1. Juli 2015 um 14:27

    Wir müssen doch mal den Tatsachen in unserer heutigen Zeit Rechnung tragen.Was glaubst Du denn, wieviel Menschen sind durch unsere globalisierte, industrialisierte Welt und wo man nichts dafür kann durch Ihre genetische Disposition,nur in Deutschland krank geworden? Mehrere Millionen!!!
    Aber jetzt hatt man ja diese Medikamente: Citalopram,Fluoxetin,Venlafaxin,Setralin,Paroxetin und Trizyklische ADs
    dazu noch Halperidol,Risperdal,Seroquel, Melperon,Atosil usw. als Neuroleptika.
    Was ich Dir sagen möchte: Ich bin kein Gegner der Psychiatrie und der Medikamente.
    Nur was seit Jahren im Verschreibungsverhalten (Dosierungen) und Aufklärung seitens der Ärzte (95%) passiert ist ein Skandal seinersgleichen.Deshalb spreche ich nicht von Einzelfällen wo diese Medikamente in der Tat helfen.Nur ich sehe auch sehr sehr viele Fälle, wo Menschen im psychiatrischen Kreislauf versinken, und genau so ist das in sehr vielen Fällen wo durch solche Substanzen ältere Menschen nur ruhig gestellt werden, weil keine Zeit mehr für Zuwendung vorhanden ist.Nur das möchte keiner wissen, und gegen dieses System Gier,Geld sind wir machtlos.
    Ich freue mich trotzdem für Dich, daß Du aus wieder gesund bist, und Dein Leben etwas verändern willst, den das habe ich auch mit Erfolg getan.
    Damit Du das besser verstehen kannst: Ich leite seit 12 Jahren drei Bipolare Selbsthilfegruppen, so kann man besser über den Tellerrand schauen!!

    Gruß Uli

  17. Veröffentlich von Freigeist am 1. Juli 2015 um 22:10

    Ich weiß, was du meinst, Uli!
    (Aber ich verstehe auch was du sagen wolltest, Mischa 🙂 )
    Gerade in diesem Bereich habe ich auch schon viel Verstörendes gesehen und erzählt bekommen… Von einer ganzen Palette an Tabletten bis hin zu sehr hohen Dosierungen – richtigen „Ruhestellungen“.
    Hier ein kurzes Video darüber, aus Österreich: https://www.youtube.com/watch?v=urauUOBS4a4

    Ich weiß, was du meinst Mischa, denn je jünger man ist, desto mehr hat man noch vor sich und desto schlimmer ist es, gesundheitliche Probleme zu bekommen (alleine die Jobsorgen, die folgen können) und doch stelle ich mir ein Leben „gefangen im Medikamentenstrudel“ als ältere Person schlimm vor…

    Viele Pensionisten sind abhängig von Beruhigungsmitteln (das ist eine traurige Tatsache) und die Ärzte trauen sich nicht, diese abzusetzen, weil sie dies eventuell nicht überleben würden… Doch viele von ihnen leben mit täglichen Nebenwirkungen und verlieren ihre Lebensfreude.
    Ein ganz schwieriges Thema.
    Ich wünschte, man würde älteren Personen mehr Ressourcen zukommen lassen -und zwar menschliche und nicht medikamentöse..

    Lg, Moni

    • Veröffentlich von Mischa am 2. Juli 2015 um 18:19

      Hi Moni und Uli,

      dem, was ihr schreibt, stimme ich vorbehaltlos zu. Da gibt es wohl keine zwei Meinungen. Dass wir in unserem System Hunderte Milliarden zur Rettung von Banken haben, aber nicht genug Geld, um genug Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, dort vernünftige Arbeitsbedingungen zu schaffen und den Senioren ein würdiges Leben zu ermöglichen, ist der eigentliche Skandal in dem Land.

      Liebe Grüße an euch beide und bleibt weiter kritisch

      Mischa

  18. Veröffentlich von Claudi H. am 21. Juli 2015 um 13:21

    Hallo Mischa,

    ich hätte zwei Fragen an dich.
    Du schreibst etwas von einem speziellen Bluttest, der bestätigt hat, dass das Med. bei dir gar nichts bewirkt hat. Was ist das für ein Test?

    Und du schreibst du hast für den Notfall ein Medikament das hilft und keine Absetzerscheinungen macht. Welches ist das?

    Danke schon mal

    und
    LG
    Claudi H.

    • Veröffentlich von Mischa am 21. Juli 2015 um 17:18

      Hi Claudia,

      da geht es um den sogenannten Medikamentenspiegel, den du messen lassen kannst. Das übernehmen in der Regel die KK nicht, musst du also selbst zahlen. Den Test macht ein unabhängiges Institut. Dort wird geprüft, wie viel von dem Medikamentenwirkstoff tatsächlich in deinem Körper ankommt. Es gibt eine Spannbreite, die besagt, wann das Medikament also wirksam ist. Liegt der Wert drüber, bist du überdosiert, ist der Wert drunter, kommt zu wenig vom Wirkstoff an. Bei mir kam damals heraus, dass der Wert bei mir deutlich drunter lag, insofern eigentlich kein therapeutischer Nutzen zu sehen war.

      Wegen des anderen Medikaments: Bitte schreib mir doch eine Mail an mischa@adios-angst.de – dann gehe ich dort drauf ein. Hier auf dem Blog möchte ich ganz bewusst keine Medikamentennamen verbreiten. Was bei mir gut/schlecht war, muss bei jemand anderem noch lange nicht gut/schlecht sein.

      Liebe Grüße

      Mischa

  19. Veröffentlich von Birgitt Wortmann am 16. November 2015 um 1:35

    Hallo Mischa
    ich finde es toll wie du zu deiner Entscheidung stehst
    ich nehme seit 2007 Venlafaxin zuletzt 225 mg dazu nehme ich auch noch andere Medis war jetzt in der Klinik wegen Krise und da machender mal eine Medikamentenumstellung sagt die Ärztin da ich so was noch nie gemacht hatte stimmte ich zu man setzte in 2 Wochen das Venlafaxin ab ich bin durchgedreht dann benahm ich 150 mg Elontril da ich nur noch unten bin bekomme ich noch 150mg. Seroquel und 1mg Tavor mir geht es immer noch scheiße bin am Freitag durchgedreht wegen einer Lapalie und abends ist das eskaliert da hab ich mich selbst aus der Klinik entlassen also auf eigenen Wunsch weil es immer schlimmer wird.Jetzt bin ich Zuhause gehe morgen zu meinem Psychiater und möchte ihm sagen das ich keine AD mehr nehmen möchte,ich weiß aber nicht ob das ok ist und wie lange es mir scheiße geht, hoffe ich bin morgen da nicht nur am heulen.
    LG. Birgitt

    • Veröffentlich von Mischa am 16. November 2015 um 10:58

      HI Birgitt,

      das tut mir leid, dass es dir gerade so schlecht geht. Aber von abruptem Absetzen bzw. Medikamentenwechsel kann ich auch nur abraten. Ich hoffe für dich, dass dein Psychiater da eine gute Lösung hat.

      Alles Gute für dich!

      Mischa

  20. Veröffentlich von Ingrid am 2. Dezember 2015 um 11:12

    Hallo Mischa,
    nach langem Suchen nach dem Thema „Absetzen von ADS“ bin ich auf Deine Seite gestoßen. Mit Deinen Anfangsbrief sprichst Du mir direkt aus der Seele.
    Ich bin 51 und nehme seit ca. 10 Jahren Venlafaxin 75 und versuche gerade meinen 3 Absetzversuch. Bin jetzt gerade bei 75 u 37,5 im Wechsel laut meiner Ärztin. Nach 6 Wochen dann nur noch 37,5 für 2 3 Monate. Danach kann man die Hülsen teilen und die einzelnen Kügelchen nehmen (1 Kügelchen 12,5). Ich hoffe dass es so klappt. Ich werde immer wieder auf Deinem Blog berichten.

    Depressionen und Burn Out bekam ich wegen der jahrelangen Drogenabhängikeit meiner Tochter.

    Liebe Grüße
    Ingrid

    • Veröffentlich von Mischa am 2. Dezember 2015 um 16:15

      Hi Ingrid,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde es super mutig von dir, dass du es noch einmal angehst und drücke dir ganz fest die Daumen, dass es diesmal mit dem Absetzen klappt.

      Liebe Grüße
      Mischa

    • Veröffentlich von Debby am 5. März 2017 um 5:00

      Hallo! Ich nehme seit 2013 venlafaxin 75mg oder 37.5. habe auch schon versucht langsam abzusetzen aber ich falle da immer wieder indie depression und angst rein.
      Wie sieht es mitlerweilen bei dir aus?
      Lg
      Debby
      Debby76@bluewin.ch

  21. Veröffentlich von Petra am 5. Dezember 2015 um 23:53

    Hallo !!! Ich bin froh das man hier eine Plattform hat, wo man verstanden wird !!! Habe seit 4 Wochen Mitrazipin abgesetzt und leide extrem unter Schwindel Benommenheit und unwirklichkeitsgefühl. Jeden Morgen wache ich mit Angstzuständen auf und habe extrem Angst niemehr normal zu werden … Mein Selbstbewusstsein ist im Keller und falle immer wieder in grosse Löcher!!! Das unwirklichkeitsgefühl und die Benommenheit hatte ich vor den Tabletten nicht !!! Kennt das jemand und vergeht das wieder ? Wäre schön wenn mir jemand Mut geben könnte …. Danke❤️

    • Veröffentlich von Mischa am 6. Dezember 2015 um 18:48

      Hi Petra,

      lieben Dank für deinen Kommentar. Darf ich dich fragen, warum du Mirtazapin genommen hast, also wegen Depressionen oder Angst? Darfst mir gerne auch eine persönliche Nachricht an mischa@adios-angst.de schreiben.

      Viele der Probleme beim Absetzen entstehen neben den üblichen Absetzsyndromen leider auch durch die Angst vor den Absetzsyndromen. So kommt es oft zu einem verstärkenden Effekt.

      Liebe Grüße und alles Gute!

      Mischa

    • Veröffentlich von Lola am 2. Juni 2016 um 11:12

      Hallo Petra,
      genau das mache ich zur Zeit auch durch. Dieser Schwindel und Benommenheit machen mich fertig. Daraus entsteht eine Angst die schrecklich ist. Du hast hier vor einem Jahr geschrieben. Wie geht es dir heute?…hast du es ohne Tabletten geschafft.
      Lg
      Lola

    • Veröffentlich von Andi am 9. Juni 2017 um 4:40

      Hallo Petra und Mischa,

      Habe vor 6 Monaten Mirtazapin wegen Burn Out / Depression und Panikattacken angefangen zu nehmen. Angefangen mit 7,5 mg bis 45mg. Zwar hat es gut geholfen ruhiger zu werden, aber es war wie durch Watte laufen. Weder richtige Feude noch Traurigkeit. Ausserdem haben sich Horrorgedanken / Angst vor Selbstmord eingestelllt, was ich vorher überhaupt nicht kannte.
      Deswegen habe ich im April 2017 auf 22,5 (4 Wochen) und im Mai auf 15 mg (2 Wochen) reduziert. Seit 3 Wochen auf 0mg. Ging für ca. 3 Wochen gut, habe gegen leichte Panikattacken Passionsblume genommen. Alles war perfekt.
      Seit 4 Tagen habe ich aber massive Angstzustände, welche ich nur von vor 40 Jahren als Kind kannte. Mein Neurologe (und ich) sagt:“Da mußt du durch.“ Die RTMS hilft ganz gut. Weiterhin hilft laufen / auspowern und kalt duschen. Dazu nehme ich weiterhin Lioran und Lavendeltee. Begleitet von Gesprächstherapie.
      Ich hoffe und glaube, dass sich das wieder gibt, da ich zwischendrin auch entspannte Phasen habe.
      Da ich zum Glück immer wieder lese, dass die Entzugserscheinungen weggehen (nach wohl undefinierter Zeit), bin ich guter Dinge.
      Ich drück uns allen exADlern die Daumen!

  22. Veröffentlich von Anastasia am 2. Januar 2016 um 22:18

    Hallo,
    Bin neu hier, habe starke Probleme mit meiner Angst ,obwohl ich nicht mehr weiss ob es das ist.Nach 10 Jahren Paroxetin die mir geholfen haben. Etwa vor 11 Monaten fing das Desaster an, seitdem nur noch Experimente. Der eine Psychiater bleiben sie bei par.20mg und dazu opipramol. Es ging etwas besser man vertraut ja. Dann wieder schlecht ,also der nächste nehmen sie 40 mg und kein opi mehr. Man betraut ja….. Noch schlimmer als vorher Panik ,Unruhe ,Angst. Also absetzen 2 Wochen 10mg ,später wieder 10 unsw. Und nun auf null seit 3 tagen nur noch opi zur Unterstützung sonst geht nichts .Ströme im Kopf Unruhe Angst ,doch ich muss weg von dem Zeug nur. Wann hört das auf ?

    • Veröffentlich von Mischa am 4. Januar 2016 um 17:29

      Hi Anastasia,

      oh weh, das hört sich nicht gut an. Die Absetzsymptome bei Paroxetin sind wirklich sehr unschön. Mir scheint das Absetzen aber auch sehr schnell gegangen zu sein. Ich kann dir leider nicht sagen, wann das aufhört. Bei manchen geht es nach der ersten heftigen Phase recht schnell, bei anderen dauert es.

      Dir alles Gute und baldige Erholung!

      Liebe Grüße
      Mischa

      • Veröffentlich von Anastasia am 4. Januar 2016 um 23:54

        Vielen dank lieber Mischa,
        Hoffe das ich das Ding schauckele (GG)
        LG. Anastasia

  23. Veröffentlich von Anastasia am 13. Januar 2016 um 18:43

    Hallo Mischa,
    Leider habevich es nicht geschafft.
    Nach 14Tagen ohne Paroxetin ,bin ich am Ende .Hat mir zwar nicht mehr geholfen aber ich fühle mich schlecht .Muss also morgen in die Klinik leider.
    Wünsche allen hier und besonders dir alles gute .

    LG Anastasia

    • Veröffentlich von Mischa am 14. Januar 2016 um 10:46

      Hi Anastasia,

      das tut mir sehr leid! ich würde mich freuen, wieder von dir zu lesen, wenn du aus der Klinik zurück bist.

      Alles Gute und hoffentlich geht es dir bald wieder besser!

      Liebe Grüße
      Mischa

      • Veröffentlich von Anastasia am 24. Januar 2016 um 23:55

        Hallo lieber Mischa,
        Bin noch in der Klinik und der Verzweiflung nahe.
        Es geht mir genauso schlecht wie vorher.
        Wird mir kein bisschen geholfen, da die Krankenkasse nicht zahlt.
        Ob man sich erst was antuen muss damit man Hilfe bekommt ?
        Werde nächste Woche entlassen und mir geht es genauso dreckig.
        Weiss mir keinen Rat mehr.

        LG Anastasia

  24. Veröffentlich von Moni am 25. Januar 2016 um 9:59

    Hi Anastasia,

    Wie schaut es denn mit einer Psychotherapie aus? Oder mit einem Arztwechsel (wenn dir bisher nicht geholfen werden konnte)? Oder eine andere Klinik, vielleicht eine psychosomatische?
    Gerade eine Psychotherapie kann sehr entlastend wirken, da man rückgemeldet bekommt, was ist „normal“/menschlich, was kann besser werden, welche kleinen Schritte man setzen kann. Es ist auch immer ein Ansprechpartner in Krisen da.
    Medikamentenwechsel bzw. Auf- und Abdosierungen können den Körper durcheinander bringen – es braucht oft viel Geduld und einen sehr sanften Lebensstil, um wieder stabil zu werden.

    Lg Moni

    • Veröffentlich von Anastasia am 25. Januar 2016 um 15:04

      Hallo Moni,
      bin jetzt wieder zuhause , ja Psychotherapie ist gut ,nur sehr lange Wartezeiten.In diese Klink gehe ich nicht mehr .Man sagte mir ich hätte zuviel gefordert, lach Hilfe ist jetzt zuviel fordern.
      Im Moment fühle ich mich arg verlassen.
      LG Anastasia

  25. Veröffentlich von Isa am 25. Januar 2016 um 12:21

    Hi Mischa,
    ich bin durch Internetrecherche auf deinen Artikel gestossen weil ich seit Freitag vollkomen neben mir bin. Mir wurde letzten Sommer ne Depression diagnostiziert und seitdem nehm ich nun auch Medikamente. Vor einer Woche hatte ich keine mehr und das Rezept war auch nimmer gültig. Da der Termin beim Psychotherapeuten aber für heute war hab ich mir nix bei gedacht. Ich mein mir gings ja gut nich? Tja seit Freitag kämpf ich mit Schwindelgefühl, Konzentrationsschwäche, Übelkeit. Ich hab nen Bürojob und sass Freitag den ganzen Tag vorm PC. Am Wochenende war ich permanent draussen beim Auto schrauben und siehe da! Kein Problem mehr! Also dacht ich ich hatte Freitag nur nen schlechten Tag und hab das gar nicht mit dem Medikament in Verbindung gebracht. Heut Morgen gings wieder los und seit ich den PC eingeschaltet hab gehts stetig abwärts. Wirklich krass, ich bin bei weitem kein Sensibelchen aber ich pack jetzt meine Sachen und seh zu dass ich mit meinem Hund nen langen Spaziergang mache! Wirklich krass, ich hätte nicht gedacht dass diese Medikamente doch so stark sind…
    Ich wollte nur meine Erfahrung teilen, grad weil sie so aktuell ist. Ich wünsch dir viel Mut und Durchhaltevermögen für deinen Weg!
    Viele liebe Grüsse,
    Isa

    • Veröffentlich von Mischa am 26. Januar 2016 um 22:14

      Hi Isa,

      lieben Dank für deinen Kommentar und deinen Erfahrungsbericht! Doch, die Medikamente sind so krass, deshalb verweise ich immer gerne auf Monis Seite, die dem Thema ganz viel wichtigen Platz einräumt.

      Interessant, dass es auch bei dir ohne PC viel besser geht als mit. Ich habe das selbst jetzt noch – obwohl die letzte Pille schon über ein halbes Jahr her ist – immer wieder, dass es mir beim PC-Arbeiten schummrig wird. Also falls du das Zeug jetzt gleich ganz absetzen willst, dann gönn dir alle Zeit und Ruhe der Welt. Falls nicht, dann mach gaaanz langsam und setz dich nicht unter Druck.

      Dir alles Gute und ganz liebe Grüße
      Mischa

  26. Veröffentlich von Anastasia am 27. Januar 2016 um 16:45

    Hallo lieber Mischa,
    Hoffe es geht dir gut wie schon geschrieben bin ich seit 2 tagen wieder zuhause .Nachdem in der Klinik nichts getan wurde,hoffe das diese Ärztin einmal , nur einmal das mitmachen muss was manch einer durchmacht.
    Gehe jetzt nochmal zu meinem psyhodoktor , doch habe irgendwie keine Hoffnung schaffe das Alles nicht ,wo ich doch vorher so ein ausgeglichener Mensch war.

    Dirbweiterhin alles gute
    LG Anastasia

  27. Veröffentlich von Torsten K am 1. Februar 2016 um 18:12

    Hallo Micha,

    ich wende mich an dich, da du mit deiner Erfahrung vielleicht einen Rat geben kannst. Bitte verzeih, wenn ich deine Zeit mit Nichtigkeiten in Anspruch nehme.
    Meine wirklich geliebte Partnerin setzt seit Dezember 2015 Cymalta ab. Leider, trotz ehrlicher und aufrichtiger Liebe zu Ihr, distanziert sie sich zunehmend und mittlerweile denke ich, das ich ihr in dieser Phase mehr schade als nütze.
    Muss bzw sollte ich besser aus ihrem Leben verschwinden?
    Selbstverständlich bin ich bereit, wie auch immer Ihr zur Seite zu stehen. Ich versuche, mit Unternehmungen und Rücksicht ihr das Leben leichter zu machen und ihrer Seele neuen Mut zu geben. Hast du vielleicht einen Tipp?

    Liebe Grüße Torsten
    Ich trat erst nach der Erkrankung in Ihr Leben und ermutigte Sie, das Medikament abzusetzten.

    • Veröffentlich von Anastasia am 7. Februar 2016 um 13:05

      Hallo Torsten,
      Ich kann aus Erfahrung sagen ,bleib bei ihr sie brauch dich .Mache das gerade auch mit habe Paroxetin abgesetzt,ohne meinen Freund wüsste ich nicht was tuen .
      LG Anastasia

    • Veröffentlich von Mischa am 7. Februar 2016 um 16:23

      Hi Torsten,

      verzeih die lange Antwortzeit, ich war richtig krank und deshalb eine Woche lang gar nicht mehr am Rechner. Und eine Nichtigkeit ist deine Frage gar nicht. Gut, dass du sie gestellt hast!

      Hast du denn Schuldgefühle, weil du sie ermutigt hast? Das würde natürlich ein wenig eure komplizierte Situation aktuell erklären. Aber bitte steck jetzt nur nicht den Sand in den Kopf. Wie Anastasia schreibt, braucht sie dich aktuell mehr denn je, auch wenn sie das vielleicht gerade nicht so zeigen kann.

      Das, was deine Partnerin gerade durchmacht, ist echt hart und einem Außenstehenden schwer zu vermitteln. Da braucht es viel Geduld von euch beiden, aber später mal werdet ihr heilfroh sein, dass ihr es gemeinsam durchgezogen habt. Zeige ihr einfach weiter deine aufrichtige Liebe, mach einfach weiter so und lass dich nicht beirren.
      Einen besseren Rat habe ich nicht. Meine Frau musste auch verdammt viel mit mir aushalten, aber hat deshalb nie daran gedacht, aufzugeben.

      Liebe Grüße und viel Kraft euch beiden
      Mischa

  28. Veröffentlich von Torsten K am 7. Februar 2016 um 22:06

    Hallo Anastasia und Micha,

    vielen Dank für die ehrlichen und netten Antworten.
    Ich dachte schon, ich übertreibe…

    Schuldgefühle habe ich nicht, denn die Nebenwirkungen der damals aktuellen Verabreichung von 125mg wollte sie nicht akzeptieren, von daher war der Wunsch ohne SSRI Ihr Wunsch. Mit meiner Unterstützung.
    Und Aufgeben werde sie ich natürlich nicht.

    Aber: die Auswirkungen des Absatzes ihrer Medizin sind wirklich schwer, und haben wohl eher sekundär mit mir zu tun, soviel habe ich verstanden. Als Außenstehender ist es wahnsinnig schwer, sich vorzustellen, was mit dem geliebten Menschen passiert.
    Und natürlich versuche ich, irgendwie ihr beizustehen. Nur ist es manchmal zum Verzweifeln…..

    Und nach endlosen Nachrichten und ersten Telefonaten hat sie sich auf „eine“ gemeinsame Wanderung in den Bergen überreden lassen.
    Und….sie hat gelacht und war auch etwas entspannt. Das war vorgestern. Heute noch einmal das Selbe, mit einem schönen Mittagessen, und es gibt Lichtblicke.
    Das ich zu ihr stehe, steht außer Zweifel. Aber es ist unglaublich schwer. Für Beide.
    Wobei ich natürlich „nur“ den Herzschmerz habe.

    Ich habe das Gefühl, das zu viel Nähe eher schädlich ist und versuch, latent für sie da zu sein.
    Und genau das verunsicht mich, wieviel Abstand soll ich halten? Und was sind Signale auf die ich achten muss?
    Wie gesagt, ich möchte für sie da sein (und werde das auch), aber wann könnte ich zur Last werden?

    Liebe Grüße To

    • Veröffentlich von Mischa am 8. Februar 2016 um 20:01

      Hi Thorsten,

      du machst verdammt viel richtig! Behalte das einfach bei und geh nach deinem Gefühl. Wenn du merkst, dass du sie mit zu viel Nähe gerade belastest, dann lass ihr den nötigen Raum und mach ihr klar, dass du trotzdem für sie da bist, wenn sie dich braucht.

      Das Schlimmste wäre, wenn du jetzt zu viel nachdenkst und alles vom Verstand her richtig machen willst. Nimm die Situation, wie sie ist, frag deine Partnerin immer wieder, wie viel Nähe sie aktuell brauchen kann und hör nicht auf sie aufzumuntern und abzulenken. Du siehst ja, dass es schon Früchte trägt. Vielleicht ist ja auch für dich ein wenig Abstand gar nicht so schlecht, damit du nicht jede Sekunde mitleiden musst.

      Zusammengefasst: Du bist keine Last, sondern eine riesige Hilfe, selbst wenn dir das deine Partnerin aktuell nicht so oft sagt oder sagen kann. Hab Geduld und denk immer daran: Nach dem Teufelszeug kommt das bessere Leben. Versprochen!

      LG
      Mischa

  29. Veröffentlich von Tavina am 15. Februar 2016 um 11:48

    Hallo Mischa

    Ich leide seit 12 Jahren unter Angstzuständen. In der Anfangszeit habe ich echt gedacht ich drehe durch, hab dann auch ziemlich schnell einen Psychiater aufgesucht der mir das Angstsystem erklärt hat. Medis bis dahin immer abgelehnt, da ich davor noch mehr Angst hatte. Ein paar Jahre später (die Ängste waren mal schlimmer mal weniger schlimm) lag mein Vater im sterben und meine Mutter (Eltern geschieden) war auch im Krankenhaus und musste einen Tumor operieren. Mir war plötzlich alles zuviel noch zwei kleine Kinder zu Hause, dass ich von selber gesagt habe, jetzt brauche ich was sonst schnappe ich über. Kurz und gut versch. Medis ausprobiert und immer abgebrochen, weil die Einschleichphase für mich schon der total Horror war. Schlussendlich dann Efexor probiert und ganz langsam mit Kügelchen raufdosiert. Die Dosis von 37.5 habe ich nie überschritten aus Angst höhere Dosis gleich höhere Abhängigkeit. Die Folge war, dass ich auch in dieser Zeit 11/2 Jahre nie richtig Angstfrei wurde. Ich habe die ganzen Jahre immer gearbeitet und mich meinen Ängsten jeden Tag gestellt. Seit Anfang 2015 habe ich eine neue Psychologin, welche wirklich sehr nett ist und ich auch vertraue. über die ganzen Jahre ging es immer mal besser mal schlechter und habe immer durchgebissen. Aber egal was ich mache und versuche dieser sch….Schwindel und die Angst unter Leuten geht nicht weg, egal wie ich mich konfrontiere. Nun habe ich seit längerem das Bedürfnis nach 12 Jahren mal wirklich Angstfrei zu sein. Meine Psychologin meint, dass ich wirklich erstaunlich viel mache und nichts vermeide aber meine Symptome vermutlich schon so chronisch sind, dass ich es aus eingener Kraft nicht mehr schaffe. Haben dann auch das Thema Medis angesprochen und eigentlich (obwohl eine scheiss Angst) bin ich bereit und möchte doch mal einen Versuch starten. Nächste Woche habe ich Termin zur Besprechung. Ich bin hin und hergerissen möchte einerseits nichts nehmen aber dieser Schwindel raubt mir meine Lebensqualität. Ich möchte mal mit meinen Kindern was unternehmen können ohne immer von diesem Schwindel begleitet zu sein, sowie Angst und Unsicherheit.
    Wenn ich dann aber die ganzen Beiträge auf deiner Seite lese, verunsichert mich das.
    Zur Info, habe wie gesagt Efexor 37.5 über 11/2-2 Jahre genommen. Eingeschlichen mit Kügelchen. Absetzen ging noch, schon gewisse Absetzerscheinungen aber ertragbar, obwohl ich ein Angsthase bin. Was ich gemerkt habe, dass wenn ich die Tablette mal vergessen habe, mir extrem schwindlig wurde und innerliche Unruhe. Während der ganzen Zeit hatte ich massive Alpträume und nächtliches Schwitzen.

    Lg Tavina

  30. Veröffentlich von Mischa am 15. Februar 2016 um 16:20

    Liebe Tavina,

    vielen Dank für deinen Kommentar und die offene Schilderung deines Leidensweges. Ich kenne das Gefühl nur zu gut, dass man endlich von dieser Angst befreit sein will, aber es einfach nichts damit wird.

    Weißt du, was bei mir entscheidend war? Dass ich an ganz tief liegende Gefühle wie Wut und Scham gekommen bin. Und dass ich beginnen konnte, mich selbst zu lieben. Das war 100-mal wirksamer als eine Konfrontation mit angstauslösenden Situationen. Insofern finde ich es sehr mutig von dir, dass du dich immer wieder der Angst stellst. Aber vielleicht liegt das Thema einfach viel tiefer begraben und du kommst dort nur mit anderen Methoden dorthin, als bisher bei dir angewendet wurden. Als Beispiele nenne ich nur Meditation, Hypnose, EMDR, Tanztherapie etc.

    Dass deine Symptome chronisch sind, glaube ich nicht. Das hieße ja, du müsstest dich für immer mit ihnen abfinden. Wenn du (mit Hilfe) den Schlüssen zu den Angstauslösern findest, kann es ganz schnell besser werden. Dazu gehört natürlich deine Bereitschaft, ganz genau hinzuschauen, vielleicht mal sehr Ungewohnte auszuprobieren und zu akzeptieren, dass es nochmal ein sehr schmerzhafter Prozess werden kann.

    Aber lass dich auf keinen Fall versunsichern, es gibt auch sehr viele positive Beispiele zu dem Thema

    Liebe Grüße
    Mischa

  31. Veröffentlich von sabine am 15. Februar 2016 um 22:52

    ich glaube nicht an Antidepressiva. Ich war bereits als Kind schwer depressiv und habe mich mit eigener Kraft rausgekämpft. Die Selbstheilung kann nur von Innen kommen. Ich bin keine Esoterikerin, weder gläubig noch sonstwas. Ich habe gelernt, dass ich mich nicht mehr nach Menschen richte, die mir nicht gut tun.

    • Veröffentlich von Mischa am 16. Februar 2016 um 11:26

      Hi Sabine,

      was für eine spannende Geschichte! Magst du ein bisschen mehr davon erzählen? Wie ging das mit dem „aus eigener Kraft heraus kämpfen“?

      Ich stimme dir vollkommen zu, dass die (Selbst)Heilung nur von innen kommen kann. Alles andere ist nur Überbrückung bzw. Symptombekämpfung. Meiner Erfahrung nach ist eine gewisse Öffnung Richtung „Esoterik“ ( wie auch immer man das definiert, für manche ist ja Yoga schon esoterisch) dabei ganz hilfreich.

      Sich ganz bewusst Menschen und Dingen zuzuwenden, die einem gut tun, ist ganz sicher ein große Schlüssel zum Erfolg.

      Liebe Grüße
      Mischa

  32. Veröffentlich von Tavina am 16. Februar 2016 um 10:31

    Hallo Mischa

    Danke für deine Antwort. Hypnose und EMDR habe ich auch schon Versucht und bracht leider auch nicht viel. Wie gesagt über die Jahre habe ich so einiges Versucht und immer wieder Hoffnung gehegt…dieses Mal hilft es mir und bringt was.
    Es gibt ja verschiedene AD’s und dieses Parodexin oder wie das heisst und Efexor sind ja bekannt dafür, dass sie erhebliche Absetzerscheinungen machen.
    Im Moment wäre bei mir das Fluoxetin ein Thema, was nicht dick macht und auch nicht so stark über die Leber abgebaut wird, da diese nicht so gut ist bei mir.
    Habe mich halt die letzen Jahr auch öfters am Abend mit Alkohol runtergefahren, was natürlich auch absolut nicht gut ist.
    Wenn ich hier schon schreibe, hat zufällig jemand mal dieses Fluoxetin genommen gegen Ängste (hoffe ich darf das fragen)

    Lg Tavina

    • Veröffentlich von Mischa am 16. Februar 2016 um 11:22

      Liebe Tavina,

      alle ADs aus der Gruppe der SSRI machen recht heftige Absetzerscheinungen. Darüber muss man sich immer im Klaren sein, leider spielt das im Moment des Verschreibens selten bis nie eine Rolle bei den Ärzten. Die müssen es später ja auch nicht ausbaden …

      Diskussionen über Medikamente führen wir hier aber ganz bewusst nicht, da das zu falschen Rückschlüssen bei Menschen führen könnte, die hier nur mitlesen. Bitte also für so etwas in ein entsprechendes Forum gehen, wo das möglich ist. Deshalb habe ich auch keine Medikamenten-Namen in meinen Artikel geschrieben.

      Liebe Grüße
      Mischa

  33. Veröffentlich von Tavina am 16. Februar 2016 um 11:33

    Hallo Mischa

    Verstehe ich und entschuldige mich für die Frage und das ich den Namen des Medikaments geschrieben habe.
    Bin halt immer noch verunsichert und weiss nicht was ich machen soll. Einerseits so weitermachen wie bisher ohne Sicht auf Besserung.
    Möchte einfach mal einen Tag ohne diesen Druck, Schwindel etc. erleben.

    • Veröffentlich von Mischa am 16. Februar 2016 um 11:47

      Hi Tavina,

      kein Problem, solange hier nicht über das Für und Wider einzelner Medikamente diskutiert wird.

      Ich verstehe dich sehr gut, dass du endlich irgendeine Lösung willst. Aber a) gibt es halt leider keine schnelle Lösung, sodass du weiter Geduld brauchst und b) hängt viel daran, ob du die Angsterkrankung und alles, was damit verbunden ist, weiter ablehnst und bekämpfen/loswerden willst, oder es irgendwie schaffst, eine gewisse Akzeptanz dafür herzustellen, um diesen großen Druck und dieses dauernde Anrennen zu verringern.
      Ich weiß, dass das unlogisch und sehr schwer zu bewerkstelligen klingt, dass man seine Angst als Freund akzeptieren soll. Aber aus eigener Erfahrung und Gesprächen mit vielen anderen Betroffenen weiß ich, dass es ein zentraler Punkt ist. Ich habe auch lange erfolglos konfrontiert, bis ich den Weg nach innen gefunden habe.

  34. Veröffentlich von Samira am 17. Februar 2016 um 12:35

    Ich hatte schon mehrere Depressive Phasen mit generellen Angst.

    Bei den ersten beiden male bekam ich Deroxat verchreiben, danach ging es mir nach etwa 2 Monaten wieder normal. Dazumal wollte ich einfach im Leben „weitermachen“, ich war auch noch nicht bereit, eine Therapie zu machen, ich wollte Leben, was ich auch ausgiebig machte: studieren, reisen, meine Karriere aufbauen etc. Ich ran vor dem Problem weg. Das Medi setzte ich beide Male nach mehreren Monaten ab, mit fast keine Nebenwirkungen.

    Die dritte Phase bekam ich dann vor 3 Jahren, wieder nahm ich Deroxat, und allmächlich ging es mir dann besser und schlussendlich wieder gut. Ich habe dann aber auch angefangen, mein Leben zu verändern, und mir sogar meinem Kindheitstrauma zu stellen. Mein Seltstwertgefühl ging bergauf und mein ganzes Leben veränderte sich zum positiven. Ich veränderte auch meine Lebenshygiene, die Ernährung, mehr Ausruhen, mir weniger Druck zu machen, viel Sport (das machte ich sowieso immer, aber moistens setzte ich mich selber under Leistungsdruck). Da alles gut ging wollte ich das Medi absetzen. Vor 1.5 Jahren setzte ich es zum ersten mal ab, der Rückschlag kam aber nach 1-2 Monaten, ich war dazumal auch in einer professionell unstabilen Phase, kam von einem langen Auslandeinsatz zurück, hatte noch kein neuer Job. Ich nahm es erneut wieder, nach 6-8 Wochen ging es dann wieder gut. Nun versuchte ich es vor Paar Monaten wieder abzusetzen, aber viel langsamer, aber der Rückschlag kam wieder!!! Genau gleich: Schlaflosigkeit, Heulkrämpfe, Angstzustände. Nun nehme ich es seit 6 Wochen wieder, 20mg pro Tag und ich merke, dass ich langsam wieder „zu mir komme“. Gott sei dank!

    Ich lass mich jedoch nicht demotivieren. Ich glaube, es war noch alles zu früh für mich. Alles läuft bestens in meinem Leben, aber meine neuen Grundeinstellung ist immer noch neu, ich muss die noch verfestigen. Und das „Verdauen“ meines Traumas mit den darausfolgenden Aengsten ist doch noch nicht ganz abgeschlossen, ich muss mich an diese neue Situation gewöhnen. Ich hab auch wieder eine Therapie angefangen. Die Heilung braucht Zeit. Wir sind zum Teil einfach zu ungeduldig.

    Diesmal bin ich wirklich bereit, an mir zu arbeiten. Ich will nicht alles auf das Medi setzen. Klar brauche ich es jetzt, und das muss ich jetzt halt so akzeptieren. Ich fühle mich auch nicht verändert oder wie auf Drogen damit. Es schützt mich halt, bis ich die Eigenkraft habe, mich von meinem Trauma selber zu befreien.

    Wir sollten uns nicht schlecht fühlen, wenn wir das Medikament brauchen. Bei anderen Krankheiten nehmen wir ja auch Medis. Wir sollten jedoch nicht davon zurückscheuen, an uns zu Arbeiten und unsere Probleme selber lernen zu bewältigen. Und dann muss der richtige moment gefunden warden, wo das Medi abgesetzt warden kann. Ich bin zuversichtlich, dass ich dies eines Tages schaffen werde, aber ich will mich nicht mehr unter Druck setzen. Der Moment wird kommen.

    Viel Mut Euch allen!

    • Veröffentlich von Mischa am 18. Februar 2016 um 21:16

      Liebe Samira,

      ganz lieben Dank für deine Geschichte und das Mutmachen!

      Super, wie reflektiert du das angehst. Ich bin mir sicher, dass es am Ende das Ergebnis bringen wird, das du dir wünscht. Druck rausnehmen ist sowieso das beste. Du bist gut, so wie du bist – ganz egal, ob mit oder ohne AD.

      Alles Gute und weiter viel Kraft auf deinem Weg
      Mischa

  35. Veröffentlich von Esta am 27. Februar 2016 um 21:11

    Hallo Mischa, nehme seit über 5 Monaten Citalopram ein, 20 mg. Habe jedoch eine Entscheidung getroffen, es abzusetzten und die AD durch Sport, gesunde Ernährung und Meditation zu ersetzten. Hast du vllt damit Erfahrungen, ob das Absetztsyndrom lindert? Habe Bedenken, dass wenn ich AD absetzte, agressiv werde. Bin sonst ein ruhiger Mensch, hatte aber einmal eine Woche lang versucht das Zeug abrupt abzusetzen und meine Mitbewohnerin tat mit leid, denn ich war ständig gereizt und hatte starke Wutanfälle:((

  36. Veröffentlich von Martina Graf am 8. März 2016 um 10:14

    Hallo Mischa, ich habe heute diese Seite durch Zufall? gefunden und mich sehr gefreut. Ich leide seit meiner Kindheit in sehr großen Abständen unter Depressionen und Angst. Mit 9/10 Jahre hatte ich die erste Erfahrung mit diesem Thema. Überforderung in der Familie/Vater Alkoholiker usw. Habe keine Medikamente bekommen. Wollte Ruhe und habe mich zu meiner Oma bringen lassen und kann mich heute (55 Jahre) noch daran erinnern, als ich das erste mal wieder Freude empfand als die Sonne im Frühjahr ihre ersten warmen Strahlen zeigte. Dann mit 37 – 38 Jahren eine erneute Phase mit Angst- und Panikattacken, Depression. Ich sollte Antidepressiva nehmen, lehnte die aber innerlich ab. Und nahm hochdosiert Johanneskraut. Habe eine Psychoanalyse angefangen, die mir sehr geholfen hat. Habe mich danach stark gefühlt – keine Ängeste – keine Depressionen mehr.
    Doch seit Herbst 2015 wurde mir wieder alles zu viel, meine Töchter haben ihr Leben aufgearbeitet (ich war stets für sie da, immer erreichbar und hatte Schuldgefühle). Ich arbeite in der Altenpflege nur Stress und Druck, obwohl ich einen Halbtagsjob habe. Überstunden – ich habe mich komplett aus den Augen verloren. Krankschreibung und pflanzliche Medikamente – habe einige Bekannte die AD nehmen und gut funktionieren. Ich nahm keine – aber mein Zustand wurde auch nicht besser –
    Der Psychiater, den ich konsultierte verschrieb mir nach einem schlimmen Wochenende, AD Doxepin.
    Ich nehme es seit 14 Tagen und mir geht es besser?! Es sediert ja auch erstmal – nehme nur 4/5/6 Tropfen. Aber bemerke auch, dass ich nicht ich selbst bin! Wollte im Internet nichts lesen – aber habe mich nun doch damit auseinander gesetzt. Es gibt Schwierigkeiten beim Absetzen und ich bemerke auch dieses Unwirklichkeitsgefühl. Habe mir vorgenommen, die Dosis nochmal zu reduzieren. Bin auch bei einem Therapeuten in Behandlung – leider nicht so toll wie bei der Psychotherapeutin von damals, die leider in Rente gegangen ist. Bin sehr dankbar, dass ich diese Seite gefunden habe.
    Ich wünsche euch allen Gesundheit und das wir wieder ein lebenswertes Leben haben.
    Vielleicht könnt ihr mir einen Rat geben? Mein Umfeld ist sehr für AD, so belaste ich sie auch alle weniger!!!!

    Vielen Dank Martina

    • Veröffentlich von Mischa am 8. März 2016 um 22:45

      Liebe Martina,

      danke für deine offene Schilderung. Kannst du bitte schreiben, zu was wir dir genau einen Rat geben sollen?

      Liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

  37. Veröffentlich von Martina Graf am 9. März 2016 um 9:22

    Hallo, habe meine Schilderungen von gestern nochmal gelesen und bin selbst überrascht mit dem „Satz – könnt ihr mir einen Rat geben“! Damit verschiebe ich die Verantwortung auf andere!!
    Ich muß selbst herausfinden was für mich das richtige ist. Eine kurze Zeit mit AD, um bestimmte Dinge/Herausforderungen – Therapie durchführen zu können, ist sinnvoll.
    Aber ich möchte das begrenzen.
    Danke, habe heute auch die Seite über die „Angst – Konfrontationstherapie“, Interview mit dem Psychotherapeuten gelesen. Und mir ist dabei klar geworden, dass ich immer noch dagegen ankämpfe.
    Vielen Dank für den Blog.
    Alles Gute Martina

    • Veröffentlich von Mischa am 10. März 2016 um 20:08

      Hi Martina,

      ich hoffe, du hast das nicht so verstanden, dass ich dir keine Rat geben will. Mir war nur nicht klar, was du nun genau für Infos erhoffst. Also frag gerne nochmal hier bzw. auch per Mail, wenn dir an einer Stelle der Schuh besonders drückt.

      Ich finde es super, dass du die Verantwortung bei dir selbst siehst. Damit hast du aus meiner Sicht schon einen Riesenschritt gemacht.

      Liebe Grüße
      Mischa

  38. Veröffentlich von Martina Graf am 12. März 2016 um 8:07

    Hallo Mischa, nein so habe ich das auch nicht verstanden. Ich finde deinen Blog sehr schön und es macht Mut und Hoffnung die Beiträge zu lesen.
    Ich habe schon 2 mal in meinem Leben (als Kind mit 9/10 Jahren), als junge Frau mit Anfang 30 und jetzt – die Zeiten mit Angst, Panik und auch depressiven Episoden erlebt. Ich habe keine chemischen Antidepressiva genommen, sondern Johanniskraut hoch dosiert und pflanzliche Mittel + Psychotherapie. Wahrscheinlich bin ich mit mir selbst unzufrieden, weil ich jetzt ein AD nehme. Und mir darüber keine Gedanken machen wollte, einfach die Symptome weg haben, funktionieren und erst beim Lesen des Blogs ist mir bewußt geworden, dass ich seit Wochen kämpfe ….
    Vielen Dank dafür –

    • Veröffentlich von Mischa am 12. März 2016 um 18:57

      Gerne 🙂

      Ich bin auch immer dankbar, wenn mir durch Gespräche mit anderen Menschen oder durch sehr gute Artikel oder Bücher bestimmte Dinge bewusst werden. Umso schöner, wenn ich mit dem Blog etwas zurückgeben kann.

      LG
      Mischa

  39. Veröffentlich von Ingrid am 21. März 2016 um 9:42

    Hallo Mischa,
    ich habe Dir im Dezember geschrieben, dass ich beim Absetzen von Venlafaxin bin.
    Ich bin jetzt seit ein paar Wochen bei 37,5 alle zwei Tage.
    Jetzt gehen die Absetzerscheinungen richtig los. Bin total matschig im Kopf, Kopfweh und Gliederschmerzen u.s.w. Besonders an dem Tag wo ich es nicht nehme. Ich frage mich ob das so gut ist mit alle zwei Tage (so hat es meine Ärztin mir gesagt). Ich werde wohl die Kapsel doch aufmachen und jeden Tag 18,75 nehmen.
    Aber heute bin ich mal wieder soweit, dass ich das ganze hinschmeiße und wieder hochgehe. Aber ich würde so gerne durchhalten. Ich habe mir jetzt auch ein pflanzliches Antidepressivum (Joyful) bestellt und hoffe dass ich damit noch ganz runter komm von Venlafaxin.
    Ich halte Euch weiterhin auf dem Laufenden.
    LG
    Ingrid

    • Veröffentlich von Andreas am 4. April 2016 um 16:29

      Hallo Ingrid!
      Ich konnte Venla problemlos absetzen, indem ich die Kapseln aufgemacht (es gibt die auch in Tablettenform; da muß man sich also erst Kapseln verschreiben lassen) und die Kügelchen abgezählt habe. Jeden Tag zwei weniger. Das zieht sich ziemlich lange, aber bei mir ging’s problemlos! Ich habe das so gehandhabt, weil ich schon früher Elontril genommen und beim Absetzen die oben mehrfach beschriebenen Nebenwirkungen kennenlernen durfte. Dummerweise hatte ich nicht gemerkt, daß Venla das Gleiche ist, als es mir ein anderer Arzt verschrieben hat …
      Ich bin nun nach diversen Versuchen mit anderen Medikamenten seit einem Jahr wieder „ohne“. Das Verändern der Lebensgewohnheiten gestaltet sich langwierig, weil ich mich in diverse Sackgassen verrannt habe, aber ich kämpfe weiter. Sehr geholfen hat mir eine sehr gute Freundschaft mit einem ebenfalls betroffenen Menschen. Man kann sich gegenseitig über manche Tiefen hinweghelfen.
      Ich glaube auch, daß das Schreiben eines Blogs ein gutes Heilmittel sein kann. Man „redet sich die Probleme von der Seele“. In einem Tagebuch für sich selbst, mit einem Psychologen im Therapiegespräch, in einer Selbsthilfegruppe oder in einem Blog mit Leserkommentaren und daraus entstehenden Diskussionen. Letzteres sähe ich auch für mich als hilfreichen Weg, ich finde aber noch nicht den Mut für den Sprung ins kalte Wasser. Es dauert eben noch ein Weilchen, bis all die „Leichen im Keller“ verräumt sind 😉
      Viel Erfolg Euch allen da draußen! Ihr schafft das!
      Liebe Grüße!
      Andreas

      • Veröffentlich von Mischa am 5. April 2016 um 19:38

        Hi Andreas,

        vielen Dank für deinen Tipp/deinen Erfahrungsbericht. Es ist immer schön von Menschen zu lesen, die auch den mutigen Schritt gewagt haben und ein positives Beispiel sind.

        Schreiben ist wohl zusammen mit Zeit in der Natur das beste Hilfsmittel, das es gibt. Muss nicht immer ein Blog sein, ein (Notiz-)Block reicht da oft völlig aus 😉

        Viele Grüße
        Mischa

  40. Veröffentlich von Katrin Rominski am 1. April 2016 um 9:42

    Hallo Mischa,
    ich bin beim Googeln hier auf deinen Forum? gestoßen und fühlte mich schon gleich beim Lesen der ganzen Beiträge sehr wohl hier. Es ist immer wieder beruhigend, zu wissen, dass man nicht alleine ist. Ich erzähle mal ein bißchen von mir, denn ich habe zur Zeit auch ein ordentliches Problem, zudem ich im Internet nicht viel finden kann. Ich bin 30 Jahre alt, seit 11 Jahren bin ich depressiv und leide an Panikattacken. Dies kann nur von meiner Kindheit und überhaupt von meiner Vergangenheit kommen( habe angefangen, ein Buch zu schreiben und mein Wunsch ist es, dieses, wenn ich fertig bin zu veröffentlichen) Seit einem Schicksalsschlag im Jahre 2009 kam dann noch eine generalisierte Angststörung dazu- sprich Angst vor schlimmen Krankheiten, Angst vorm Tod, Verlustängste und vieles mehr. Ich nehme seit 10 Jahren Antidepressiva, davon 8 Jahre Citalopram die erste Zeit 20 mg und schnell dann aber 40 mg. Irgendwann saß ich beim Psychiater, weil die Citalopram Tabletten überhaupt nicht mehr geholfen haben. Mein Psychiater sagte, dass das tatsächlich passieren kann, wenn man so lange ein und das Selbe Medikament nimmt. Dann ging die Probiererei los nach einem neuen passendem Antidepressivum. Sertralin, Venlafaxin, Paroxetin- entweder schlimme und nicht auszuhaltende Nebenwirkungen oder überhaupt keine Besserung. Dann probierte ich Fluoxetin 20 mg und damit kam ich Super klar. Das nehme ich jetzt seit 2 Jahren. Und jetzt kommen wir zu meinem momentanen Problem: Vor einigen Wochen habe ich die Einnahme nicht mehr ganz so eng gesehen- habe die Tabletten unregelmässig genommen- dann habe ich, weil ich gemerkt habe, dass es mir gut geht das Medikament einfach abgesetzt. Leider weiß ich nicht wie lange das jetzt war- aber einen Monat war es auf jeden Fall. Ich habe mir auch keine Gedanken über Absetzsymtome gemacht- schließlich habe ich es noch nie abgesetzt und deshalb habe ich die Symtome in der letzten Zeit überhaupt nicht mit der Absetzung des Medikamentes in Verbindung gebracht. Ich spürte jedenfalls, dass ich von Tag zu Tag gereizter und müder wurde, Durchfall, plötzlich den ganzen Tag starken Hunger, starke Ängste plötzlich wieder, negative Gedanken und jetzt kommt es zum eigentlichen Punkt: Vor drei Tagen dachte ich, es sei besser, die Dinger wieder zu nehmen, also nehme ich jetzt seit drei Tagen wieder jeden Abend 20 mg. Und genau seit dieser Zeit habe ich den ganzen Tag starke Kopfschmerzen mit übelster Benommenheit- also das Gefühl, als wenn ich total neben mir stehen würde, als wäre ich innerlich gelähmt, sie als wenn ich mir sonst was eingeschmissen habe. Da ich ja vorhin kurz erwähnt habe, dass ich halt auch ein Hypochonder bin, habe ich jetzt starke Angst, dass ich einen Hirntumor habe. gestern abend lag ich im Bett und dachte, sind das vielleicht Absetzsymtome? Aber ich habe es ja erst seitdem ich die Teile wieder nehme- können es also Nebenwirkungen sein? Aber ich habe sie doch nur ca etwas über einem Monat abgesetzt, bekommt man nach so kurzer Pause bei Wiedereinnahme tatsächlich wieder Nebenwirkungen? Mir macht dieses Benommenheitsgefühl totale Angst. Was ist deine/eure Meinung dazu? Im Internet habe ich gelesen, dass diese Benommenheit tatsächlich zu den Absetz und auch zu den Nebenwirkungen gehört- nur hätte ich jetzt gerne gewusst, um was es sich handelt? Die Absetzsymtome müssten doch mit der Wiedereinnahme ab der ersten Tablette wieder verschwinden, oder nicht? Ich würde mich über eure Antworten freuen- vor allem über deine, Mischa. Liebe Grüße Kathy

    • Veröffentlich von Mischa am 18. April 2016 um 16:37

      Hi Kathy,

      nach der grundsätzlichen Theorie (und wie die meisten Fälle in der Praxis zeigen), gehen die Absetzsymptome wieder weg, wenn du auf die Einnahmemenge zurückkehrst, bei der du zuletzt keine Probleme hattest. In dem Fall bei dir also den 20 mg. Aber jeder Mensch ist anders, deshalb solltest du auf alle Fälle einen Psychiater oder Neurologen zu Rate ziehen. Denn ich kann und darf dir für deinen Fall einfach keinen Rat geben, das wäre absolut fahrlässig.
      Mein einziger Rat ist: Wenn du noch einmal vorhast, AD abzusetzen, besprich das bitte vorher mit einem Fachmann und mache es dann wie beschrieben in ganz kleinen Schritten.
      Es tut mir leid, dass ich dir nicht mehr helfen kann und wünsche dir alles Gute

      Liebe Grüße
      Mischa

      P.S.: Ich bin auch so ein Hypochonder-Typ (gewesen). Und zumindest um einen Hirntumor musst du dir keine Gedanken machen. Das hängt ganz klar mit den AD zusammen.

  41. Veröffentlich von Eva am 10. April 2016 um 16:54

    Habe inerhalb von 10 Monaten 11 verschiedene Antidepressiva verschrieben bekommen.Bei keinem eine Besserung bemerkt,dafür nur Nebenwirkungen, wechselwirkungen,Entzugserscheinungen,habe unerträgliche Körpersymptome, die speziell nach dem Schlafen auftreten.Halte das nicht mehr lange aus,nehme zur Zeit Escitalopram ist aber mein letzter Versuch und wenn ich hier lese welche Absetzungssymptome bei SSRI Präparaten auftreten möchte ich es am liebsten nicht mehr weiter nehmen.Ich bin schon so verzweifelt weil mir seit 10 Monaten nichts hilft und ich ständig Schmerzen habe aber erst seit ich Medikamente nehme,ansonsten leide ich an starken Angsstörungen und eine Depression hat sich angeschlossen.Sorge machen mir die starken Unwirklichkeitsgefühle,so dass ich Angst habe ich bin nicht mehr ich sondern schon verrückt.

    • Veröffentlich von Mischa am 18. April 2016 um 16:42

      Liebe Eva,

      meinst du denn, du würdest es ohne AD aushalten? Bzw. signalisiert dein Körper dir vielleicht, dass es ohne AD tatsächlich besser wäre?
      Welche ganz kleinen Schritte kannst du denn einleiten, damit du in deiner Situation Licht am Ende des Tunnels siehst? Bist du in guter Behandlung? Oder wäre vielleicht ein Klinikaufenthalt die richtige Lösung?

      So blöd es sich anhört, aber diese Unwirklichkeitsgefühle sind völlig normal. Ich kann dir versprechen, dass sie wieder verschwinden. Ich denke, dass du jetzt eine Therapie brauchst, die dich als ganzen Menschen anspricht und bei der nicht versucht wird, irgendwie mit AD eine Besserung herbeizuführen, die es bei dir scheinbar nicht gibt.

      Ganz liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

  42. Veröffentlich von Waltzing Matilda am 15. April 2016 um 19:45

    Hallo Mischa,

    ich bin vor einigen Tagen durch Zufall auf Deinen Blog gestoßen und lese seitdem kreuz und quer und kann nicht mehr aufhören weil ich so viele interessante Beiträge und Kommentare finde. Ich schreibe eigentlich keine Kommentare in Blogs aber hier muss ich mal eine Ausnahme machen. Ich will DANKE sagen, dafür das Du Deine Erfahrungen so ehrlich teilst. Da ist sehr viel dabei von dem ich lernen kann.

    Ich habe schon seit meiner Jugend depressive Phasen, habe einige Therapien hinter mir und gerade liegt eine Einweisung in die psychosomatische Klinik auf meinem Schreibtisch. Seit meinem letzten Klinikaufenthalt vor 6 Jahren habe ich mein Leben umgekrembelt: gut bezahlten Job gekündigt, einige Monate ins Ausland gegangen, danach (mit Mitte 30) ein Studium in meinem (fast) Traumberuf durchgezogen. Leider kann ich z.Zt. nur Teilzeit arbeiten, weil ich nicht belastbar bin. Psychisch geht’s mir eigentlich gut, aber seit ich vor 1,5 Jahren versucht habe das Antidepressivum (SNRI) auszuschleichen geht’s mir körperlich ziemlich mies (Muskelschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit, geschwollene Hände und Füße). Jetzt nehme ich ein SSRI aber die Absetzerscheinungen sind immer noch nicht ganz weg. Ich nehme das Zeug seit über 10 Jahren und will es einfach nur loswerden weil ich das Gefühl habe es macht meinen Körper kaputt. Ich habe mein ganzes Leben viel Sport gemacht, jetzt kann ich, an schlechten Tagen, gerade so ein Stockwerk Treppen laufen dann muss ich stehen bleiben. Es gibt sehr hilfreiche Foren für Leute die Probleme mit dem absetzen von AD`s haben und es gibt auch einige Leute die über diese Erfahrung bloggen und wie viele musste ich auch feststellen das viele Ärzte kaum Ahnung haben von den Medikamenten die sie verschreiben. Ich denke, das bei mir das Ausschleichen auch wg meiner Schilddrüse schwierig ist und das meine körperlichen Symptome zum großen Teil psychosomatisch sind, deswegen will ich jetzt nochmal in die Klinik.
    Ich will endlich wieder soweit gesund sein das ich meinen Lebensunterhalt verdienen und mein Leben genießen kann. Von jemanden zu lesen der es schon geschafft hat macht mir Mut und zu sehen das auch andere immer mal wieder einen Schritt rückwärts gemacht haben lässt mich durchhalten. Ich werde mir einige Deiner Beiträge ausdrucken und sie immer wieder lesen um mich daran zu erinnern das es zu schaffen ist.

    Nochmal DANKE.

    Mati

    • Veröffentlich von Mischa am 18. April 2016 um 16:52

      Liebe Mati,

      lieben Dank für deinen Kommentar und das wunderbare Lob.
      Und ja, ich habe es geschafft und trotzdem gibt es vereinzelte Tage, an denen es mich (scheinbar unerklärlich) zurückwirft. Wenn ich dann einen Blick auf die Symptome werfe, weiß ich aber schnell wieder, woher der Wind weht und dass sich die Absetzsymptome mal wieder kurz zu Wort melden. Ich kann das akzeptieren, weil ich dafür ein Leben ohne Medikamente führen kann, die nicht erlauben, dass ich so bin wie ich bin.

      Ich finde deinen Weg sehr mutig und konsequent, dass du noch einmal in die Klinik gehst, um einen weiteren Schritt nach vorne zu machen. Ich kenne einige Menschen, die mehrere Anläufe gebraucht haben, das Gefühl hatten, sie machen zwei Schritte zurück, bis dann der Durchbruch kam.

      Wäre es ein Ansatz, wenn du dir nicht vornimmst, dass du selbst für deinen Lebensunterhalt sorgen kannst (du baust dir damit Druck auf, v.a. finanziellen), sondern dass du alles dafür tust, dass du gesund wirst und gesund bleibst? Das hat mir damals sehr geholfen. Mir was es scheißegal, ob und wie es in meinem Job weitergeht. Sondern erst einmal wollte ich wissen, wie sich ein gesundes Leben ohne Angst anfühlt. Das andere kommt dann automatisch.

      Ich wünsche dir viel Mut und einen gelungenen Aufenthalt

      Liebe Grüße
      Mischa

      • Veröffentlich von Waltzing Matilda am 19. April 2016 um 14:56

        Hallo Mischa,

        vielen Dank für deine Antwort. Meine oberste Priorität ist natürlich erstmal wieder gesund zu werden. Da ich ja nur Teilzeit arbeiten kann und zusätzlich noch Hartz4 bekomme ist es sehr von Vorteil das ich bei meinen Eltern mietfrei wohnen kann. Allerdings tut mir die Nähe zu meinen Eltern nicht so gut und es wäre für meine Genesung besser wenn ich da mehr Abstand hätte. Deswegen will ich meine finanzielle Situation wieder verbessern was aber nur geht wenn es mir körperlich besser geht. Da beißt sich die Katze in den Schwanz…..
        Ich versuche kleine Schritte zu gehen und mich in Geduld zu üben (was nicht gerade meine Stärke ist) und dann hoffe ich darauf das sich der Rest irgendwie ergibt. Grundsätzlich meint es das Leben ja gut mit mir.

        LG
        Mati

  43. Veröffentlich von Nicole am 17. April 2016 um 14:17

    Hey, interessante Diskussion hier.
    Ich nehme seit 2,5 Jahren ein SSRI nach 1,5 Jahren war es ausgeschlichen ohne Probleme, nach 2 Wochen hatte ich den totalen Rückfall. Jetzt bin ich wieder bei der vollen Dosis.
    Ich frage mich ob mein Körper einfach das Serotonin braucht. Irgendwas muss ja dran sein. Und ich war schon immer ein AngstDepri Mensch mit genetischer Vorbelastung. Ich hab auch SD Probleme und PMS Schwankungen. Mit einphasiger Pille, L Thyroxin und SSRI ist es wieder erträglich geworden. Ich glaub seit der 2 Schwangerschaften und Geburten ist mein Hormonhaushalt total durcheinander und dafür verantwortlich dass alles manchmal aus dem Ruder läuft. Zum Glück wird man mit jeder Depressiven Episode ein wenig schlauer und gelassener. So hoffe ich auch das SSRI und die Pille wieder absetzen zu können. Ich will nämlich eigentlich beides nicht.
    Werde mir gleich mal Monis Seite anschauen!

    • Veröffentlich von Mischa am 18. April 2016 um 16:57

      Hi Nicole,

      wie ich schon öfter geschrieben habe, ist jeder Körper anders. Vielleicht braucht deiner gerade diese Unterstützung. Es ist auf alle Fälle gut, dass du dir Gedanken drüber machst, wie du die Medikamente wieder los wirst und dich nicht in dein Schicksal fügst.

      Hast du meinen Artikel: http://www.adios-angst.de/bester-arzt/ gelesen? Da ist ein Tipp zu einem sehr guten Buch drin, dass sich mit Auswegen aus Angst und Depression OHNE Medikamente befasst.

      Liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

    • Veröffentlich von Waltzing Matilda am 19. April 2016 um 14:46

      Hallo Nicole,

      ich möchte dir das Buch „Die Hormonrevolution“ von Michael E. Platt empfehlen. Da wird sehr gut erklärt wie die Hormone den ganzen Körper und auch die Stimmung beeinflussen. Vom Verlag gibt es eine Liste mit Ärzten die mit bio-identischen Hormonen behandeln. Ich war bei einem und habe eine Hormoncreme bekommen. Seitdem habe ich mit PMS kaum noch Probleme.

      Viele Grüße
      Mati

  44. Veröffentlich von Moni am 21. April 2016 um 14:38

    Liebe Nicole, Hormone können einen sehr großen Einfluss auf die psychische Gesundheit ausüben. Hier findest du mehr dazu: http://my-free-mind.at/hormone-und-psyche/
    Außerdem kann ich dir die Seite von Dr. Kelly Brogan empfehlen (einfach googeln), die Informationen dort sind auf Englisch, sie ist Psychiaterin, hat sich auf Frauengesundheit + Hormone spezialisiert und arbeitet ohne Medikamenten, dafür mit sehr konkreten und ärztlich begleiteten Lebensstiländerungen. Ich halte viel von ihr.

    LG, Moni

  45. Veröffentlich von Jena am 8. Mai 2016 um 10:21

    Hi Micha,

    Du bist wirklich bewundernswert!

    Ich bin nun 19 und mir wurden mit 16 Citalopram 20 mg verschrieben. (ich hab das einfach angenommen, weil ich damals so verzweifelt war und ja, eben noch 16 und unwissend..
    Vor 2 Monaten hab ich angefangen die Dosis zu reduzieren,ohne die Hilfe von irgendjemandem.
    nurnoch alle 2 Tage usw. und nach 4 Tagen ohne ging es mir dann immer so matschig usw. im Kopf dass ich wieder eine Tablette ( nurnoch 10 mg) genommen hab.
    dann 6 Tage ohne und die Entzugserscheinungen reduzierten sich.
    hab nun seit über ner Woche keine Tablette mehr genommen, habe auch null Schwindel mehr usw. allerdings bin ich in einem üblen deressiven Tief, und ich merke dass ich wieder viel mehr Ängste und negatives fühle.. .wird das Tief denn mit der Zeit besser, oder setzt da das Gehirn nun einfach wieder aus, so wie vor 3 Jahren…??? oder ist das nur ein Übergangstief…? bin kurz davor wieder anzufangen die tabletten zu nehmen…

    liebe grüße!!

    • Veröffentlich von Mischa am 8. Mai 2016 um 20:18

      Liebe Jena,

      danke für deinen Kommentar und das Kompliment!

      Ich kann dir leider nicht sagen, in welcher Phase du dich gerade befindest. Fakt ist, dass die Symptome irgendwann verschwinden – bei manchen nach Wochen, bei anderen nach Jahren. Hört sich doof für Betroffene an, aber letztlich ist die Frage, ob du das aushältst, was das Hirn mit dir macht, weil du das klare Bild von einem Leben ohne AD vor Augen hast oder denkst, dass du nicht die Kraft dazu hast.

      Liebe Grüße
      Mischa

  46. Veröffentlich von Samira am 9. Mai 2016 um 9:10

    Lieber Micha,
    Du bist nicht machtlos Dir selber ausgeliefert.
    Ich dachte lange Zeit, dass ich mir selber ausgeliefert bin und Medis brauche. Die Vorherigen Krisen hatte ich immer mit Medis gemeistert. Dieses Mal reagierte ich nicht mehr auf das AD! Was für eine Chance! Ich hab dann entschieden, das Medi abzusetzen. Kannst mein Post von Februar lesen, damals hatte ich noch den „farma-approach“.
    Klar es ist nicht einfach, aber wenn Du bereit dazu bist, kann ich es Dir nur empfehlen. Mir geht es jetzt schon besser, und dies ohne Medi!
    Mir hat Paul David’s Erfahrung sehr geholfen. Du kannst alles auf dem folgenden Blog finden. Seine 2 Bücher sind total empfehlenswert. Gehe aber nicht zu viel aufs Net/Forums etc, sondern bleibe an einer Methode und suche Deine Antworten in Dir selber.
    http://anxietynomore.co.uk/

  47. Veröffentlich von Samira am 9. Mai 2016 um 10:14

    Sorry, mein post ist für Jena!

  48. Veröffentlich von Melanie (33) am 30. Mai 2016 um 21:54

    Hallo zusammen,

    Ich finde es unglaublich das du es nach all der Zeit geschafft hast, von diesen Medikamenten wegzukommen.
    Persönlich hätte ich in den knapp 4 Monaten wo ich diesen Medis ausgesetzt war, sage und schreibe 4 verschiedene.
    Bei Cymbalta dachte ich, so das wars, du stirbst.
    Das zweite war fast genauso.
    Von Mirtazapin nahm ich 8 Kilo zu und auch die brutalen Heisshungerattacken machten mir zu schaffen.
    Das 4te war genauso wie die ersten beiden, also entschloss ich mich vor kurzem, komplett weg aus meinem Leben mit dem Zeug.
    Bin jetzt seit einigen Tagen ohne und fühle mich wunderbar.
    Nahm es hauptsächlich wegen chronischen Schmerzen, unter denen ich jahrelang gelitten habe.
    Diese sind bisher nicht wieder da.
    Bis auf eine leichte Übelkeit geht es mir wirklich blendend.
    Vielleicht hatte ich nur eine schwere depressive Phase, aber wer interessiert sich schon dafür.
    Der eigene Freund versteht die Krankheit, die Tiefs nicht immer und auch von der Familie kann man nicht so viel erwarten.
    Doch ich fühle mich super so wie es gerade ist und das kann mir keiner nehmen.
    Freue mich für jeden, dem es jetzt einfach wieder besser geht.
    Mein Leidensweg ging von Juli 2015 bis Mai 2016
    Es hatte verschiedene Gründe.
    Auch ich selbst arbeite an mir, damit es so nicht wieder kommt und ich lerne mehr auf mein Herz zu hören.
    Lg Melanie

    • Veröffentlich von Mischa am 31. Mai 2016 um 21:21

      Hi Melanie,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dass du uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt. Das ist ja großartig, dass es dir ohne die AD blendend geht. Die eigene Einstellung zum Absetzen ist ein ganz wichtiger Bestandteil, insofern bist du auf einem super Weg!

      Alles Gute und liebe Grüße
      Mischa

  49. Veröffentlich von Petra am 2. Juni 2016 um 18:58

    Hallo,
    nehme nun seid 14 Jahren AD. Bin 52 Jahre und hatte neben der Einnahme auch Therapien.Habe mit den Jahren aber auch gelernt ,das ich mich von negativen Einflüssen fern halten muss.Sei es Nachrichten oder bestimmte Menschen.Früher hatte mir das Angst gemacht, die schlechten Zukunftsaussichten,das negative Verhalten mancher Mitbürger.Heute gehe ich damit entspannter um .Es ist nicht mein Problem und ich kann an all dieses nichts ändern ,was mir früher so Angst bereitet hat .Auch ich gehn nun lieber raus mit dem Hund ,genieße das heute und jetzt.Meine jetzige Hausärztin traut sich nicht wirklich diese Medikament abzusetzen.Ich bin nun aber soweit,das ich meinen Körper nicht mit Medis vollpumpen will.Da ist so einiges was ich einnehmen soll, das mir durch die Nebenwirkungen, einfach wieder neue Krankheiten bringen könnten. Das möchte ich nicht.Mir geht es seit Langem gut.Das persönliche Umfeld stimmt ,die Arbeit macht Spass. Was also spricht dagegen es einfach zu wagen und nur ich sein .Die Pillen sind sicher irgendwo ein Anker .Aber manchmal denke ich ,wenn ich Placebos nehmen würde ohne es zu wissen , wäre da ein Unterschied ?

  50. Veröffentlich von Stefan am 17. Juni 2016 um 12:51

    Lieber Mischa,

    wie hattest Du bemerkt oder festegestellt oder entschieden, dass Du es nun ohne Medikamente versuchen willst? Kommt der Tag an dem man sich so gesund und stabil fühlt und sagt, jetzt versuche ich das Ausschleichen? Oder versucht man das Ausschleichen nach einer gewissen Zeit quasi „auf Verdacht“ um mal auszuprobieren ob es evtl. auch schon ohne Medikamente geht?

    Ich fühle mich langsam immer besser und habe immer weniger Symptome bei bisher noch gleichbleibender Medikation. Nach meinem momentanten Gefühl würde ich es zum Absetzen aber noch als zu früh befinden. Deshalb meine Frage wann und wie Du zu dem Schluß kamst abzusetzen.

    Liebe Grüße,
    Stefan

    • Veröffentlich von Mischa am 17. Juni 2016 um 16:57

      Hi Stefan,

      es war in Tat so, dass ich mich so gut und stabil gefühlt habe, dass ich wusste, dass ich den Anlauf wagen kann. Und ich wollte einfach partout dieses Zeug nicht mehr nehmen, weil ich ehrlich gesagt vor evtl. Langzeitfolgen mehr Schiss hatte als vor den Absetzsymptomen.

      Auf jeden Fall ist mein Tipp, das immer aus einer positiven Situation heraus zu starten (es sei denn, AD verursachen bei jemandem so heftige Nebenwirkungen, dass er sie allein deshalb absetzen will, das kommt auch oft vor).

      Liebe Grüße
      Mischa

      P.S.: Mehr dazu gerne mal in einem persönlichen Gespräch in Cambodunum 🙂

  51. Veröffentlich von Lisa am 12. August 2016 um 11:58

    Hallo Mischa, vielleicht interessiert dich und auch die anderen mein Leidensweg. Ich war nie depressiv oder ähnliches bis ich mein 2. Kind bekam. Er hat viel geschrien und der hormonelle Absturz nach dem Abstillen während des Milcheinschuss ( musste sein) hat mich voll umgehauen. Viele Wochen habe ich gekämpft und bin doch in einer Mutter-Kind-Station einer Klinik gelandet. Zum Glück habe ich das noch hinbekommen alles zu organisieren. Das ist jetzt ziemlich genau zwei Jahre her und nachdem ich vor ein paar Wochen schon auf der Minidosis 37,5 mg Venlafaxin war und voller Hoffnung es auch ganz ohne zu schaffen habe ich mir die Spirale einsetzen lassen was meiner Meinung nach zusammen mit beruflichem Stress wieder zu einem Rückfall geführt hat. Ich wusste mir nicht anders zu helfen als die Medis wieder zu erhöhen:-( Das hat mich frustriert aber als Mutter und im Beruf muss man halt funktionieren… Es geht mir wieder besser aber ich mache mir schon Gedanken ob ich es je ganz ohne schaffe und ob ich mich wieder von den Hormonen trennen soll?! Ich wünsche dir und allen anderen auf diesem steinigen Weg viel Kraft und Motivation. Man hat erst aufgegeben, wenn man kein Ziel mehr vor Augen hat… Der Zeitpunkt wird kommen!!tschakaaa!

    LG

    • Veröffentlich von Mischa am 15. August 2016 um 8:46

      Hi Lisa,

      danke für deinen Kommentar und deinen Mut! Wenn du ein großes Ziel hast, wirst du es auch erreichen.

      Ich bin ein wenig über den Satz „muss man halt funktionieren“ gestolpert. Meiner Meinung nach führt genau dieser Gedanke zum meisten psychischen Leiden. Denn genau genommen müssen wir gar nichts, außer uns darum kümmern, dass es uns geht. Und der Weg dorthin ist definitiv nicht zwingend mit einem „Funktionieren müssen“ im Hamsterrad verbunden, auch wenn das die meisten Menschen glauben.

      Ganz liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

  52. Veröffentlich von Tobias am 15. August 2016 um 13:49

    Hi Mischa,

    das finde ich ja ein richtiges Parallel-Universum hier, in dem ich mich an allen Ecken und Enden wiederfinden kann.

    Wie schön und gut und wichtig, dass Du über das Absetzen Deiner Medikation schreibst. –

    Nach 6 Jahren Antidepressiva und Antiepileptika, hatte ich nach mehreren misslückten und vor allem riskanten Versuchen meine Medikation einfach von dem einen auf den anderen Tag wegzulassen – sehr waghalsig und naiv! – im Jahre 2012 einen langsamen Ausschleich-Prozess absolviert.

    Das war ein Zeit, in der noch einmal alle Ängste und Stimmungs-Schwankungen präsenter waren als je zuvor und ich die Möglichkeit bekam sie nicht mehr als etwas Krankhaftes und Falsches zu begreifen, sondern diesem Inneren Erleben einfach bloß zuzuschauen.

    Es ist meiner Ansicht nach sogar ein kriminelles Unterfangen, das Ärzte, Pharma-Industrie und Psychiatrie betreiben, indem Medikamente angesetzt und verschrieben werden, ohne zugleich auch das Absetzen im Bewusstsein zu haben.

    Kaum ein Arzt will seinen Patienten in diesem Prozess begleiten. Tatsache ist. Medikamente sind wichtig, doch meistens nur für eine gewisse Zeit. Kaum ein Mensch bräuchte wirklich lebenslänglich Psychopharmaka, wenn diese besonnen, im richtigen Moment, für eine bestimmte Zeit und mit ausreichender und vor allem richtiger Aufklärung und Betreuung an- und auch wieder abgesetzt würden.

    Das schreibe ich diesmal als EX IN Genesungsbegleiter, nachdem ich in einem einjährigen Prozess mit vielen anderen sogenannten Betroffenen mit diversen Diagnosen viele Einblicke in das psychiatrische Gesundheitssystem erhalten habe.

    Peter Lehmann, Psychopharmaka absetzen ist ein Buch, das mich persönlich sehr in meinem Prozess unterstützt hat.

    Tobias

    • Veröffentlich von Mischa am 21. August 2016 um 16:06

      Hi Tobias,

      Parallel-Universen sind super 😉

      Vielen Dank für den Einblick in deine Geschichte und das Buch kann ich auch empfehlen. Und natürlich mein Buch/unser Buch, das ich gerade mit einer Freundin zu dem Thema schreibe.

      Liebe Grüße
      Mischa

  53. Veröffentlich von Jasmina am 18. August 2016 um 20:42

    Hallo Mischa 😀
    Ich bin auf der Suche nach einem Weg ohne Medikamente (Anti-Depressiva)
    zu leben auf deine Seite gestoßen.Ich muss sagen es macht mir Mut deine
    Erfahrungen zu lesen.Aktuell bin ich ohne Medikamente da ich diese vor ca. 14
    Tagen einfach abgesetzt habe.Nach 5 Jahren Pillen schlucken ohne irgendeinen
    Erfolg zu spüren hab ich diesen Entschluß gefasst.Die letzten haben nach einigen Tagen schon nicht mehr angeschlagen.Ich bin es einfach leid diese Chemie in mich rein zu stopfen die doch nichts bringt!! Die erste Woche ging es mir Hundeelend ,körperlich wie seelisch.Hab wirklich gedacht ich wäre auf „Entzug“….Konnte nicht essen..nicht schlafen…mein Magen hat gekrampft und ich musste ohne Ende auf Toilette….Wie ich diese Tage ausgehalten habe..ich weiß es nicht!! Aber ich bin da durch!! Und ich bin Stolz auf mich!! Ja das erste Mal in meinem Leben bin ich auf mich Stolz!!! Jetzt machen mir nur diese Stimmungsschwankungen ,Angst und Panikattacken zu schaffen..Ich bin total überempfindlich .Auf einer Seite zu Nah am Wasser gebaut auf der anderen aggressiv Hoch 10!! Aber eins steht für mich fest :Nie wieder Tabletten!! Ich will endlich Leben!!! Hoffe das ich etwas finde um diese Dinge in den Griff zu kriegen!!! Werde nun öfter hier rein schauen…und mich ganz in Ruhe hier durchlesen…
    Bin froh auf deine Seite gestoßen zu sein!!
    Lg Jasmina

  54. Veröffentlich von Evelyn Kuttig am 19. Oktober 2016 um 2:26

    Ganz ganz toll, lieber Mischa, dass aus Deinen und Melanies Erfahrungen und Erkenntnissen jetzt ein Buch entstanden ist, das vielen Hilfe und Orientierung geben wird!

    Herzliche Glückwünsche und liebe Grüße,
    Evelyn

  55. Veröffentlich von Antidepressiva absetzen: Interview mit Gewinnspiel am 1. November 2016 um 21:20

    […] es noch einer weiteren Motivation bedurft hätte: Dieser Artikel über meine Erfahrungen in der letzten Absetzphase im Sommer 2015 ist mit Abstand der meist […]

  56. Veröffentlich von Jan am 3. November 2016 um 19:21

    Hallo zusammen, ich bin jetzt auch seit zwei Wochen Chemie frei. Insgesamt habe ich sieben Jahre AD’s genommen, hinzu kommen noch einige andere Medis, um die Absetzsymptome zu mindern, ich denke jeder hier weiß, dass diese Medikamente wieder zu neuen Problemen führen (können). Ich habe mehrere Versuche unternommen, bis ich es jetzt hoffentlich geschafft habe. Letztlich denke ich, dass ich es durch seeeehr langsames ausschleichen mit der Tröpfchenmethode (Escitalopram) geschafft habe. Momentan leide ich aber noch unter Schlafstörungen und starken Stimmungsschwankungen.
    Ich habe das Buch zwar noch nicht gelesen, aber ich finde es super, das sich Betroffene die Mühe machen, Leidensgenossen zu helfen. Von Ärzten kommt ja NULL Hilfe!
    Ich drücke allen hier, die ohne AD’s auskommen wollen, die Daumen! Wenn man das will, dann sollte man es auch versuchen!
    Gruß Jan 🙂

    • Veröffentlich von Mischa am 8. November 2016 um 19:14

      Hi Jan,

      wow, herzlichen Glückwunsch zu deinem mutigen Entschluss! Und großartig, dass du trotz der langen Zeit einen Weg gefunden hast. Es gibt echt so wenige positive Beispiele, vielen Dank dafür.

      Und noch größeren Dank für die guten Wünsche – diese Energie ist wichtig und können alle gut gebrauchen.

      Liebe Grüße
      Mischa

  57. Veröffentlich von Anna Pe am 4. November 2016 um 12:43

    Hi Mischa,

    ich bin immer noch begeistert von Eurer Initiative, die auch mir Mut macht, weil ich endlich loskommen will von der Pille. Und das ist ein tolles Gefühl, wenn du weißt, da gibt es noch ganz viele, die ähnliches durchmachen. Ich warte auch schon sehnlichst auf das Buch in Papierform.

    Ich möchte eine andere Erfahrung schildern: Ich nehmen im Moment Mirtazapin (15mg). Diese AD mit „optimaler“ Wirkung bei Schlafprobleme. Ich muss dazu sagen, dass ich immer schon mit Schlafproblemen zu kämpfen hatte und mein Schlaf sehr schnell gestört ist, sobald auch nur der geringste Stress kommt. Und zwar ist es weniger das Gedankenkarussell sondern eher die psychosomatischen Symptome, wie Zittern, innere Unruhe und ein Art lähmendes Gefühl,
    die mich am Einschlafen bzw. durchschlafen hindern. Manchmal habe ich das Gefühl, die ganze Nacht nicht geschlafen zu haben. Das Problem ist, das ich im schläfrigen Zustand nicht konzentriert genug bin, um Entspannungsübungen durchzuführen. Nun habe ich das Mirtazapin das erste mal nach meiner Scheidung vor ca. 5 Jahren von meiner Hausärztin verschrieben bekommen, weil ich schnell kaum schlafen konnte und ziemlich fertig war. Dann habe ich es nach ca. 2,5 Jahren ausgeschlichen. Damals ging es problemlos. Nun hatte ich vor ca. 1 Jahr familiäre Probleme und wieder einen Rückfall und schnell wieder das Mirtazapin verschrieben bekommen. Und weil ich ja weg will von der Pille, habe ich es versucht nach 8 Monaten auszuschleichen. Eigentlich ganz langsam. Habe die 7,5 mg Dosis über 6 Wochen genommen. Und dann nur noch alle paar Tage. Diesmal waren die Schlafstörungen jedoch wieder da, so dass ich jetzt auf die vorherige Dosis (15 mg). Jedoch schlafe ich jetzt immer noch nicht gut.
    Ich habe das Gefühl, dass das Mirtazapin bei mir nicht mehr wirkt. Ist das möglich? Obwohl es angeblich keine Absetzschwierigkeiten bereitet, schlafe ich jetzt trotzdem schlecht. Hat jemand auch Schlafschwierigkeiten beim Ausschleichen von Mirtazapin?
    Ich würde gerne wissen, ob jemand ähnliche Schwierigkeiten mit dem Schlafen hat. Wie geht ihr damit um? Was hilft euch besser zu schlafen?

    Ich wäre so dankbar für Rückmeldungen!

    • Veröffentlich von Stefan am 4. November 2016 um 16:05

      Hallo Anna, ich hatte zu Beginn meiner Depression schwere Schlafprobleme trotz 15mg Mirtazapin. Mir haben damals Lavendelölkapseln (Lasea) sehr gut geholfen um schlafen zu können. Am besten online bestellen, ist viel günstiger als in der Apotheke (kosten trotzdem noch ganz ordentlich was).

    • Veröffentlich von Mischa am 8. November 2016 um 19:23

      Hi Anna,

      erst einmal danke für deine Unterstützung und das Buch ist fleißigst in Arbeit 🙂

      Zu deiner Frage: Ich habe tatsächlich mit Mirtazapin Ähnliches erlebt. Über viele Jahre war es quasi mein „Schlafschutz“ und am Ende waren aber meine Probleme so groß, dass ich trotz des Medikaments nicht mehr schlafen konnte. Ich habe keine Ahnung, ob das AD nicht mehr gewirkt hat oder ob einfach meine gesamte Verfassung schon so mies war, dass selbst ein AD nichts mehr helfen konnte.

      Was machst du denn alles zur Schlafhygiene?
      Bewegst du dich jeden Tag regelmäßig draußen (min 30 Minuten)?
      Wann isst du zu Abend und wie viel Zeit vergeht danach, bis du ins Bett gehst?
      Sitzt du abends vor dem Fernseher oder Computer?
      Trinkst du Alkohol?
      Machst du untertags oder VOR dem Schlafengehen Entspannungsübungen, sanftes Yoga, meditierst oder hörst beruhigende Musik?

      Wie du siehts, gibt es viele Möglichkeiten für besseren Schlaf. Ich höre ganz gerne auch eine Einschlaf-Trance, das hilft immer 🙂

      Liebe Grüße und alles Gute

      Mischa

  58. Veröffentlich von Anna Pe am 10. November 2016 um 9:43

    Hallo Mischa,
    Hallo Stefan,

    vielen Dank für Eure Tipps. Wie gesagt, es ist nach wie vor eine große Erleichterung und Hilfe, dass man sich austauschen kann.

    Ich versuche schon auf meine Schlafhygiene zu achten. Auch Sport und Bewegung gehört zu meinen regelmäßigen Aktivitäten. Im Moment habe ich jedoch das Problem, dass ich schon so lange erkältet bin und mich ziemlich schlapp fühle. Ich habe das Gefühl, mein Körper kämpft mit dem Virus und kommt deshalb nicht zum Schlafen. Möchte am liebsten die ganze Zeit liegen, nur kommt dan. das Grübbeln über mein Leben, Ängste über meine Tochter und vor der Zunkunft (vor meiner kleinen Rente).
    @Stefan, sollte es diese Woche nicht besser werden, werde ich wohl Lasea probieren.
    @Mischa: Was hat dir geholfen, als es dir so schlecht ging?

    Danke.

    • Veröffentlich von Mischa am 28. November 2016 um 17:37

      Hi Anna,

      sorry, hab deine Antwort erst jetzt gesehen.
      Was meinst du genau mit „als es dir so schlecht ging“? Also auf welchen Bereich zielt deine Frage?

      Liebe Grüße
      Mischa

    • Veröffentlich von Sylvia am 6. Juni 2017 um 8:58

      Liebe Anna, ich versuche nun schon zum 4. Mal von Mirtazapin runterzukommen. War schon bei 3mg. Ohne ist es schlimm. Jeden Morgen Übelkeit, Durchfall, keinen Appetit. Ich könnte über jede Kleinigkeit heulen. Zum Schlafen nehme ich Lioran, das hilft. Lasea habe ich nicht vertragen. Hatte von dem Zeug heftiges Aufstoßen und Sodbrennen. Hab nun schon fast 2 Wochen durchgehalten, aber ich quäle mich. Versuche positiv zu denken und Bei Grübeleien denke ich mir ein Stopschild und lenke mich ab.
      Alles Liebe Sylvia

  59. Veröffentlich von Gabriela Schneider am 18. Dezember 2016 um 1:18

    Lieber Mischa,
    ich bin auf Deine Seite gestoßen weil ich gerade probiere meine Antidepressiva abzusetzen. Ich nehme das Zeug schon über 30 Jahre. Das erste Mittel welches mir half ……..Ludiomil, habe ich 20 Jahre genommen. Da ich das Gefühl habe, dass mir die Herumprobiererei in den letzten Jahren nicht wirklich weiter geholfen hat und es mir trotz oder gerade wegen neuer Mittel total beschissen geht, habe ich nach ein paar Tagen Abstinenz…..ich hatte eine Magen Darm Grippe und konnte nichts zu mir nehmen……..beschlossen es mal OHNE zu probieren. Erst passierte gar nichts, es schien mir sogar besser zu gehen, doch jetzt habe ich extreme Stimmungsschwankungen. Ich habe manchmal das Gefühl irgendwie falsch zu sein. So ein Gefühl als wäre ich im falschen Film, als wäre das alles nicht real….und es macht mir Angst. Das Schlimme ist, dass ich vollkommen alleine bin, und das macht es nicht gerade besser. Mein Leben ist auf dem absoluten Tiefpunkt. Ich habe schon einige Suizidversuche hinter mir. Ich habe in meinem Leben die Hölle durchgemacht. Nun scheint keine Therapie, keine Klinik…..kein Medikament mehr zu helfen. Die Ärzte bei meinem letzten Klinikaufenthalt saßen alle um mich herum und meinten: “Naja, Frau Schneider, bei ihrer Lebenssituation können sie von einem Antidepressiva natürlich keine Wunder erwarten“…….
    Ja, toll….doch…..ich dachte schon dass es endlich mal etwas gibt, was hilft.
    Ich soll wieder ambulante Therapie machen…….Ich kann und will nicht mehr. Oft fragte ich mich schon wer verrückter ist….der/die Therapeut/in oder ich. Ich will das alles nicht mehr, es bringt mir einfach nichts mehr. Ich bin austherapiert. Wenn das Zeug mir nicht hilft, kann ich es auch weglassen! Meine Ärztin wird vor Freude Purzelbäume schlagen……ich dachte schon daran es ihr zu verheimlichen. Sie weiß wie schlecht es mir geht und auch was ich in den letzten Wochen wieder alles durchmachen musste. Die zerbrochene Beziehung mit einem Narzissten war für eine schwer Depressive nicht gerade förderlich. Was das Fass dann auch wieder zum Überlaufen brachte und ich mich auf der Brücke vorfand….kurz davor zu springen. Ich hab’s nicht getan……bin heim gefahren. Wurde aber trotzdem gegen meinen Willen zwangseingewiesen.
    Die Nachbarschaft hatte sicher mal wieder richtig Gesprächsstoff!

    Ich schreibe Dir, weil ich Hilfe brauche beim Ausstieg. Es will mir aber keiner helfen. Ich allerdings sehe eine Chance. Denn ich glaube einfach nicht mehr an diese Mittelchen. Im Gegenteil….sie schaffen immer neue Probleme. Ich habe Nebenwirkungen, die ich benennen kann und sicher auch solche, die für mich schon normal geworden sind. Seitdem ich Antidepressiva nehme, leide ich unter Essstörungen und Gewichtsschwankungen. Zwischen 53 und 130 kg pendelt mein Gewicht. Das ist der Tiefst- und Höchststand. Seitdem halte ich mein Gewicht nicht länger als 2 Wochen, ich hab entweder Fressattacken oder bin im Hungermodus. Beides macht keinen Spaß! Das kann ich Dir sagen…… Es ist einfach kein Leben mehr! Ich kann alle Hilfe brauchen, die ich kriegen kann, denn ich muss da völlig alleine durch. Da ist kein Partner und ich habe auch keinen Job, lebe unter der Armutsgrenze. Weit! Zahle von H4 noch Schulden der Scheidung ab……Alles durch diese Krankheit Nichts lenkt mich wirklich ab. Es gibt für mich null Zukunftsperspektiven.
    Mit ein Grund warum ich jetzt an einem Punkt bin wo ich einfach nicht mehr weiß, wie ich weiter machen soll. Fest steht momentan nur, dass ich keinen weiteren Suizid will….auch wenn ich im Leben eigentlich keinen Sinn mehr sehe. Auch wenn ich es eher verneine, muss da doch noch ein ganz ganz winziges Stückchen Hoffnung sein, irgendwo ganz tief vergraben. Ich weiß dass alle, die das hier gelesen haben jetzt ein ganz bestimmtes Bild im Kopf haben. Ihr liegt völlig falsch!
    Ich bin intelligent, sogar sehr talentiert und auch nicht zerlumpt, verrückt , faul und hässlich!
    Das Ganze zu erklären würde einen Roman füllen. Doch es liegt mir trotzdem daran das klar zu stellen.
    Wenn Du mir einen Tipp geben kannst wäre ich Dir sehr dankbar!

    Liebe Grüße
    Gabriela

    • Veröffentlich von Mischa am 18. Dezember 2016 um 22:13

      Liebe Gabriela,

      ich finde es großartig, dass du trotz allem noch nicht die Hoffnung aufgegeben hast. Das verdient höchsten Respekt!

      Du wirst jetzt sicher viel Kraft und Geduld brauchen. Meine/unsere Empfehlung ist definitiv nicht, die AD von heute auf morgen abrupt abzusetzen, sondern das ganz langsam zu tun – und mit Unterstützung.

      Da ich deine individuelle Situation nicht kenne, kann und darf ich dir dazu leider keinen speziellen Rat geben.

      Ich wünsche dir alles erdenklich Gute.

      Liebe Grüße
      Mischa

  60. Veröffentlich von Ina am 15. Februar 2017 um 12:25

    Lieber Mischa und Hallo an alle,

    ich leide seit frühester Jugend an Migräne und rezidivierenden Depressionen und nehme seit fast dreißig Jahren (mit in Absprache mit Ärzten selbst gewünschten Unterbrechungen) Antidepressiva. Da ich festgestellt habe, dass die Medikamente meinem Körper nicht gut tun, versuche ich jetzt, in einer aus meiner Sicht stabilen Phase, langsam und schonend Duloxetin abzusetzen. Im Laufe der Jahre habe ich so ziemlich alles gelesen, was ich über Depressionen, Migräne und die zur Behandlung eingesetzten Medikamente in der Literatur oder im Internet erfahren konnte. Jetzt habe ich gerade „Unglück auf Rezept“ gelesen und „Antidepressiva absetzen“ zu lesen begonnen. Durch das Vorwort bin ich auf deinen Blog gestoßen, Mischa, den ich ausgesprochen hilfreich und interessant finde. Die Erfahrungen anderer Menschen im Umgang mit Depressionen sind für mich unterstützend und ich wünsche uns allen, dass wir es auch ohne Antidepressiva schaffen, trotz unserer Krankheit ein erfülltes Leben zu führen. Dein Beispiel macht mir Mut, schön, dass es dich gibt!

    Herzliche Grüße an dich und alle Leser deines Blogs
    Ina

    • Veröffentlich von Mischa am 20. Februar 2017 um 20:13

      Liebe Ina,

      ganz herzlichen Dank für deine Rückmeldung und Gratulation zu deinem Mut!

      Und natürlich zu deinem guten Geschmack beim Kauf der beiden Bücher 😉 Im Ernst: Ich halte wirklich beide Werke für eine sehr wichtige Ergänzung der bisherigen Literatur zu dem Thema.

      Ich finde es super, dass wir uns alle hier gegenseitig bestärken und unterstützen können. Insofern großes Dankeschön für deinen Kommentar, denn auch er macht Mut, nie aufzugeben und immer an das große Ziel zu glauben.

      Ganz liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

    • Veröffentlich von Manuela am 4. Juni 2017 um 15:14

      Hallo Ina, mir geht es Ähnlich wie dir.
      Nehme auch schon 20 Jahre AD, mache Jahrelange Psychotherapie….
      Nehme jetzt seit ca.4 Jahren Duloxetin 120mg.
      Bin seit 2 Monaten gerade wieder am Ausschleichen.
      In einer Kapsel sind ca. 307 Kügelchen drinnen, reduziere momentan jedes Monat um 15 Kügelchen….
      Da 120mg 2 Kapseln mit insgesamt ca. 614 Kügelchen sind und ich aber jeden Monat 15 Kügelchen wegnehmen kann, ist es ein langer Prozess und Weg, denn ich vor mir hab.
      Hatte vorher schon ein paar mal Versucht diese AD auszuschleichen, scheiterte aber immer an den Entzugserscheinungen, die nicht mehr auszuhalten waren, sogar jetzt bei der kleinst Menge, macht sich der Entzug bemerkbar, aber es ist zum Aushalten.
      Ich bin froh wenn ich von diesem Teufelszeug weg bin, hätte ich gewusst, was es alles so nach sich zieht, hätte ich mit dem Mist nie angefangen, da es auch Alternative Mitteln gibt, die sehr gut helfen!
      Nur damals zu meiner Zeit, gab es noch kein Internet, wo man sich Informieren konnte, so wie heute….und so musste man dem Arzt das Vertrauen schenken….was aus meinereutigen Ansicht falsch war.
      Für mich kommen in Zukunft nur mehr Pflanzliche/Homöopathische Mitteln in Frage….
      Vieleicht Berichtest von dir weiter, wie es dir beim Ausschleichprozess geht, lg Ela

  61. Veröffentlich von Dany am 3. Mai 2017 um 21:16

    Hi Mischa,

    per Zufall bin ich auf die Seite gestoßen, da ich seit einigen Jahren unter Angst und PA’s leide. Mal mehr mal weniger … Ich habe eine dämliche Herzangst und höre auf jeden ziepen und zwicken, schaukel mich mit Dauerblutdruck und Puls messen noch mehr rein, kann es aber auch nicht lassen (Angst davor, nicht den „Überlick“ zu behalten..) Ich denke was uns „Schissern“ (wie ich uns Ängstler und PA’Ler gerne nenne ;)) fehlt oder abhanden gekommen ist, ist das Vertrauen in uns und den Körper. Das hast du auch super erklärt. Die Frage die ich mir jetzt stelle: Wie bekomme ich das Vertrauen zurück, wenn doch für mich jeder Pulsschlag im 80er Bereich oder mehr schon kurz vor Herzinfarkt ist 🙁 Durchgecheckt wurde ich auch schon x mal .. angeblich Kerngesund-nur mein Kopf nicht 🙁

    Ich wurde stationär im Dezember letzten Jahres von Citalopram ausgeschlichen und nehme jetzt Buspiron, kämpfe aber mit den Nebenwirkungen wie Schwindel, Frieren usw. Ganz absetzten traue ich mich leider noch nicht .. Herzangst und so…

    Ich finde es toll was du geschafft hast und hoffe für mich einen Weg zu finden, entweder die Ängst akzetieren zu können als Teil meines Lebens oder den Mut aufzubringen wie du dein Leben zu ändern .. Ich werde hier weiter stöbern und mir Tips holen – und wünsche dir alles Glück!
    Dany

    • Veröffentlich von Mischa am 4. Mai 2017 um 8:00

      Hi Dany,

      danke für deinen Kommentar! In meiner Welt gibt es keine Zufälle 🙂

      Das mit dem Vertrauen in den eigenen Körper ist ein Riesenthema. Hast du schon den Artikel von mir dazu gelesen?
      Letztlich kannst du das Vertrauen Schritt für Schritt aufbauen – wenn du wirklich Fortschritte machen und ohne PA leben willst, wirst du da das hinbekommen. Was spricht dagegen, ganz leicht mit Bewegung draußen anzufangen und sich dann langsam zu steigern? Nur so kannst du deinem Körper wieder vertrauen und wirst sehen, dass auch ein Puls von 120 nicht lebensgefährlich, sondern gesund ist, weil du endlich mal dein Herz-Kreislaufsystem in Schwung bringst.

      Die Entscheidung darüber, ob du so einen kleinen Schritt unternimmst, liegt bei dir. Du kannst dich fragen: „Bin ich es mir wert, dass ich zumindest mal ein kleines „Risiko“ eingehe, damit es mir langfristig besser geht?“

      Und dann geht es natürlich auch um deine Denkweise. Du steckst aktuell nur in den Problemen und Sorgen und hast noch gar keinen Blick für eine mögliche Zukunft ohne Angst. Doch das lässt sich lernen, zum Glück 🙂 Schau doch mal in meinen vorletzten Artikel, in dem ich die beiden Bücher gegen PA empfehle. Ich denke, das von Klaus Bernhardt kann dir sehr helfen.

      Ich wünsche dir alles Gute und freue mich auf einen Kommentar von dir, wenn es dir besser geht – und dann darfst du gerne strahlende Smileys verwenden 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Mischa

  62. Veröffentlich von Benny am 24. Mai 2017 um 10:50

    Hi Mischa,
    es ist wie eine Vorsehung, dass ich heute Deinen Blog lesen darf. Ich fühle mich derzeit sehr schlecht und meine Stimmung schwankt extrem. Morgens nach dem Aufstehen und bis zum Nachmittag geht es ganz gut und am Abend kommen die üblen Gedanken wieder ( Wo ist der Sinn des Lebens? Wie verdränge ich den nächsten Angstschub? Wie soll ich so meine Kinder großziehen?) Ich habe über 1,5 Jahre Sertralin 50mg genommen und dann schrittweise auf 1/2 Tablette alle 2 Tage reduziert. Dann komplett ausgelassen und als Gegengewicht für den Chronischen Schwindel Betahistidin genommen. Ich denke manchmal, dass ich kurz vor dem Verrücktwerden stehe. Bin dann immer froh, wenn es für kurze Zeit wieder abklingt. Denkst Du diese Symptome sind normal und dass ich gute Chancen habe, dass sie irgendwann abklingen?! Ich wollte einfach auf Chemie verzichten und Alternativen auf pflanzlicher Basis finden. Extreme Nervosität und Gereiztheit sind bei mir an der Tagesordnung und ich habe keinen Schimmer wie ich dagegen ankämpfen kann. Jeder Gedanke wird bei mir von Ängsten begleitet. Ich habe Angst vor der Angst und im Bauch wird das ganze von einer Art Prüfungsangstgefühl begleitet.
    Tja, Neurologen, wie Du ja schon festgestellt hast, geben heutzutage gerne einfach AD um Dich ruhig zu stellen und einen Haken setzen zu können.
    Hast Du vllt. noch ein paar Tips für mich; auch weil ich nicht der Typ bin der auf autogenes Training oder Atemübungen anspricht.

    Schön dass es Deinen Blog gibt. Er gibt mir ein gewisses Gefühl, nicht allein zu sein….

    Gruß
    Benny aus Südhessen

    • Veröffentlich von Mischa am 29. Mai 2017 um 15:17

      Hi Benny,
      ich bin kein Fachmann und darf dir hier auch nichts Individuelles raten. Nur kommt mir die Zeit, die du dir fürs Absetzen gegeben hast, sehr kurz vor. Leider sind die Sysmptome oft heftiger, je schneller man absetzt. Dann heißt es meist zu entscheiden, ob man nochmal auf eine Dosis hochgeht, die man vertragen hat, um dann langsamer zu reduzieren oder es „ausleidet“.
      Ansonsten steht alles, was ich zu dem Thema weiß (und das Wissen vieler Experten) in meinem/unserem Buch.

      Liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

  63. Veröffentlich von Stefan Hintenlang am 27. Mai 2017 um 13:25

    Hallo Mischa,
    ich bin heute beim Stöbern im Internet auf deine Seite gestoßen. Auch ich habe, auf eigenen Wunsch, schon 2x Absetzen von Venlafaxin hinter mir, schön langsam unter ärztlicher Aufsicht. Allerdings hatte ich beide Male nach 4-5 Monaten einen heftigen Rückfall, jeweils fast schlimmer wie zuvor. Hattest du bisher einen Rückfall und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

    Gruß Stefan

    • Veröffentlich von Mischa am 28. Mai 2017 um 7:55

      Lieber Stefan,

      nein, ich bin seit 2 Jahren weg davon. Zu Beginn habe ich in gewissen Abständen schon gemerkt, dass das Gleichgewicht noch nicht ganz zurück ist. Aber einen echten „Rückfall“ gab es nicht.
      Meine Geschichte und die meiner Co-Autorin Melanie samt allem, was wir über das Thema wissen, steht in unserem Buch.

      Liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

  64. Veröffentlich von Michaela am 28. Mai 2017 um 15:59

    Hallo Mischa,

    dies ist das erste Mal, dass ich einen wirklich positiven Beitrag zum Thema „Antidepressiva absetzen“ lese. Normalerweise häufen sich in den Internetforen nur schlimme Geschichten, die mir oftmals jeden Mut genommen haben, selbst meine Medikamente abzusetzen. Trotzdem habe ich mich nach fast 2 Jahren Sertralin/ Citalopram und zum Schluss Venlafaxin dafür entschieden und nehme seit etwa 6 Wochen keine Medikamente mehr.

    Nichtsdestotrotz habe ich oft Phasen, in denen die alten Symptome, die vor der AD-Einnahme auftraten, wieder präsent sind. Am schlimmsten ist für mich das freie Stehen, sei es im Supermarkt in der Schlange, bei Referaten in der Uni, beim Warten auf den Bus usw. Dann fühlt es sich so an, als könnten meine Füße mich nicht tragen, als müsste ich mich abstützen und ich verfalle in einen Schwankschwindel.

    Oft werde ich dann traurig, weil diese Symptomatik unter AD’s besser war, aber auf der anderen Seite konnte ich die zahlreichen Nebenwirkungen nicht mehr vertreten. Ja, oft denke ich daran, mich wieder auf eine kleine AD Dosis einzustellen. Auf der anderen Seite möchte ich stark bleiben und darauf hoffen, dass es auch ohne irgendwann wieder besser wird. Schließlich schiebt eine erneute Einnahme die schlimme Phase des Absetzens in Zukunft ja wieder nur auf…

    Ich erwische mich oft dabei, zu viel Selbstmitleid zu haben, obwohl ich weiß, dass es mir nicht weiterhilft. Manchmal ist es so schwer, immer das Positive zu sehen, aber es ist schön, wenn es Menschen gibt, die einen immer wieder dazu motivieren.
    Da ich auch erst Anfang 20 bin, ist es mein größter Wunsch, behaupten zu können, wie eine ganz normale Studentin zu leben, mal auszugehen und mich nicht immer zurückzuziehen. Ich hoffe, dass es mir bald wieder so gut geht, dass ich jeden Tag lachen kann.

    Liebe Grüße,
    Michaela

    • Veröffentlich von Mischa am 29. Mai 2017 um 15:31

      Hi Michaela,

      ich kann deinen Wunsch gut verstehen! Und mit Sicherheit hat dir niemand einen Gefallen getan, der dir die AD verschrieben hat (meine Meinung).

      Wenn ich das richtig rauslese, geht es bei dir hauptsächlich um das Angstthema, oder? Schau dir doch mal meinen Artikel zu den beiden Büchern an, die ich empfehle, die könnten dir wirklich helfen.

      Und das mit dem Lachen ist ganz einfach: Es gibt doch mit Sicherheit irgendeinen Film, ein Buch, einen Comic oder was auch immer, bei dem du grundsätzlich lachen musst, oder? Einfach jeden Morgen anschauen, Thema gelöst 🙂 Was auch hilft: Mundwinkel mit den Zeigefingern hochziehen. Am besten vor dem Spiegel und so lang, bis du selbst drüber lachen musst, wie lustig das aussieht.

      Liebe Grüße
      Mischa

  65. Veröffentlich von Herbert Hausen am 30. Mai 2017 um 10:26

    Hallo Mischa,
    durch Zufall bin ich auf Deinen Artikel „Antidepressiva absetzen“ gestoßen.
    Ich bin Dir (und dem Zufall !) dankbar, daß Du das so veröffentlicht hast, und uns damit Deine Erkenntnisse zur Verfügung stellst.

    Eine Frage habe ich dazu: Gilt das Gesagte auch für die Medikamentengruppe der Benzodiazepine, die ich seit mehreren Jahren nehme?
    Ich habe das Gefühl, daß ich damit (vielleicht auch im Zusammenhang mit der zusätzlichen Einnahme von Mirtazapin) jetzt in massive gesundheitliche Probleme gekommen bin!
    Viele Grüße
    Herbert

    • Veröffentlich von Mischa am 30. Mai 2017 um 14:25

      Lieber Herbert,

      danke für deinen Kommentar! Und in meiner Welt gibt es keine Zufälle, sondern es passiert alles immer dann, wenn es Zeit dafür ist 🙂

      Zu deiner Frage: Dazu kann (und darf) ich dir leider keine Auskunft geben, weil ich in dem Bereich nicht ausgebildet bin, sondern nur von meinen eigenen Erfahrungen sprechen kann. Diesbezüglich kann ich dir das Buch „Psychopharmaka absetzen“ von Peter Lehmann empfehlen, der geht dort auf alle Medikamentengruppen ein. Du findest es hier: http://amzn.to/2s9IsVx

      Herzliche Grüße und alles Gute
      Mischa

  66. Veröffentlich von Sylvia am 6. Juni 2017 um 7:55

    Lieber Mischa, nach langem Suchen hab ich Deine Seite entdeckt. Es hilft andere Berichte zu lesen, denn zeitweise glaubt man, das man verrückt wird und sich das alles nur einbildet. Der Arzt, der einen belächelt, wenn man seine Erlebnisse schildert, fördert das nur. Kurz zu mir. Ich habe 2008 Brustkrebs gehabt, mit Chemotherapie und allem drum und dran. Danach kam die Trennung von meinem Mann, dann Stress auf Arbeit und dann bin ich aus den Latschen gekippt. Ich war 3 Monate in einer psychiatrischen Tagesklinik und dann nochmal 8 Wochen im Krankenhaus. Ich habe die AD immer verteufelt und wollte nie was nehmen. Als dann Selbstmordgedanken auftauchten und ich vor der Besteckschublade in der Küche stand….bin ich zum Neurologen. Da ich Alleinerziehende mit 2 Kindern bin, hatte ich auch fürchterliche Angst meinen Job zu verlieren. Ich war ja mit der Krebsgeschichte schon 1 1/2 Jahre krank. Ich bekam Mirtazapin. Da ich extrem wenig wog (49kg bei 1,70m) hab ich nur 15 mg genommen. Das Leben wurde schön. Ich machte eine Traumatherapie, Tiefenpsychologie, fing mit Yoga an, entschleunigte mein Leben. Dann kam ich auf die Idee das AD zu reduzieren. Das klappte mit einigen Rückschlägen gut. Zuletzt nahm ich 3 mg, ein winziges Krümel, von dem man kaum glaubt, das es hilft. Mein Neurologe lacht mich jedesmal aus und meint die Dosis ist absolut wirkungslos. Das sehe ich anders. Ich habe 13 kg zugenommen- Tendenz steigend und hatte wahnsinnigen Heißhunger auf Süßigkeiten. Ich schlief nachts ganz gut, war aber morgens total breit. Da es mir die letzte Zeit richtig gut ging, habe ich die Tabletten einfach mal weggelassen. Das ist bereits das 4. Mal, das ich aufhören will, die anderen Male habe ich nach 7-10 Tage aufgegeben. Nun sind fast 2 Wochen rum und ich hab langsam keine Kraft mehr durchzuhalten. Jeden Morgen wache ich mit starker Übelkeit auf, hab heftigen Durchfall, kann kaum was essen und über den Tag verteilt Heulkrämpfe. Ich habe Kopfschmerzen, kann mich schlecht konzentrieren und komme mir oft vor wie auf dem falschen Planeten. Gegen die innere Unruhe habe ich mir ein Präparat mit Passionsblume gekauft. Ich will wirklich gern von dem Zeug loskommen. Ich frage mich, wie lange muss ich mit den Absetzsymptomen rechnen. Bei meiner geringen Dosis müsste doch der Körper wieder schneller ins Lot kommen?
    Alles Gute Dir und den anderen Leuten hier!

    Liebe Grüße Sylvia

  67. Veröffentlich von Dominique Haala am 24. September 2017 um 16:31

    Hallo zusammen….ich hoffe hier ist noch jemand. ..
    Ich nehme seit 3 Jahren cipralex, am Anfang 15 mg dann 10 mg und das letzte halbe Jahr 5mg. Damit ging es mir eigentlich ganz gut. Nach Absprache mit meiner Psychologin (ich habe ca. Alle 2 Monate einen termin) soll ich das Medikament nun in tropfen Form reduzieren.
    Ich nehme seit 2 Wochen 2mg….und langsam hab ich das Gefühl durchzudrehen bzw. Voll wieder in eine Depression zu rutschen. Ich habe Symptome wie Schwindel, gangunsicherheit, Übelkeit und Durchfall, schlafprobleme und wirklich schlechte Stimmung….ich hab das Gefühl keiner versteht mich und ich weiß wirklich nicht wie es weitergehen soll…Bitte gebt mir Tips. …ich habe so Angst dass es wieder so wird wie früher:(

    • Veröffentlich von Mischa am 24. September 2017 um 17:04

      Liebe Dominique,
      bitte nimm als Erstes Kontakt mit deiner Psychologin auf. Wenn es dir gerade damit so schlecht geht, muss sie das unbedingt wissen und ihr müsst drüber reden, was nun die Möglichkeiten sind.
      Liebe Grüße und alles Gute
      Mischa

      • Veröffentlich von Luise am 30. September 2017 um 21:23

        Hallo Dominique, hallo Mischa,

        1 1/2 Jahre habe ich Cipralex genommen. Das erste halbe Jahr 30mg, 1 Jahr 20mg und kurz vorm absetzen, ca. 2 Wochen wieder 30mg.( wegen einer bevorstehenden Prüfung). Dazu nehme ich die gleiche Zeit noch Elontril 450mg. Ich hatte Depression und ein Alkoholproblem und bin freiwillig in eine Klinik gegangen, in der ich die ADs verabreicht bekommen hatte. Mir ging es bis dato auch recht gut- abgesehen von kleien Verstimmungen zwischendurch. Ich wollte von den ADs wieder en. Laut einem Gentest wirkt Cipralex auch nicht richtig und ich habe innerhalb von 9 Tagen Cirpralex ausgeschlichen. Meine Ärztin sagte, das wäre schon eine lange Zeit gewesen. Seit 8 Tagen bin ich nun ohne Cipralex, dafür nehme ich aber noch Elontril. Seit 5 Tagen geht es mir richtig schlecht. Angefangen hat es mit leichtem Schwindel, der sich verschlimmert hat. Ich habe starke Stimmungsschwankungen(leider auch schon wutanfälle gehabt), fühle mich richtig schlapp,, habe zwischendurch überall Schmerzen, Magen-Darm-Probleme, ein Unwirklichkeitsgefühl etc. Irgendwie wird es von Tag zu Tag schlimmer und ich habe Angst, dass es noch schlimmer wird. Die Ärztin wollte mir gestern wieder ein zusätzliches AD verschreiben, welches ich abgelehnt habe. Sie meinte, ich solle weiterhin Elontril 450mg nehmen und mich melden, falls es nicht besser werden sollte. Körperlich geht es mir wirklich mies und gedanklich bin auch am schon am verzweifeln. Was kann ich tun?

        Viele Grüße,
        Luise

        @Dominique: Ich hoffe, dir geht es mittlerweile besser.:

        • Veröffentlich von Mischa am 1. Oktober 2017 um 7:24

          Liebe Luise,

          das tut mir leid, dass es dir nicht gut geht. Ich kann und darf dir aber keine individuellen Tipps geben, da ich kein Arzt/Therapeut bin und deine Situation nicht näher kenne.
          Alles, was ich, meine Co-Autorin und verschiedene Experten zu dem Thema wissen (unter anderem empfehlen wir aus eigener Erfahrung für das Ausschleichen deutlich längere Zeiträume), steht in unserem Buch.

          Ganz liebe Grüße und alles Gute
          Mischa

  68. Veröffentlich von Dominique Haala am 24. September 2017 um 17:14

    Danke für die schnelle Antwort 🙂
    Ich weiß was meine Psychologin sagen wird: „tja dann nehmen Sie wieder die ursprüngliche Dosis“ …Sie ist total überzeugt von diesen Tabletten und ich weiß dass sie mir keinen anderen Rat geben wird….ich möchte aber eigentlich ohne dieses Zeug klarkommen…ich möchte keine Chemie mehr in meinem Körper.
    Ich hoffe nächste Woche einen Termin bei meinem Heilpraktiker zu bekommen, vielleicht weiß er was zur Unterstützung beim runterdosieren.

    • Veröffentlich von Mischa am 25. September 2017 um 6:36

      Das ist eine gute Idee. Stimmen bei dir sonst die begleitenden Umstände (körperliche Fitness, Umfeld, genug Ruhe bzw. Rückzugsmöglichkeiten, Ernährung etc., eine klare Idee, wie dein Leben nach AD aussehen wird)?

  69. Veröffentlich von Dominique Haala am 25. September 2017 um 9:55

    Ich geh 2 mal die Woche ins fitnessstudio wobei mir das im Moment echt schwer fällt. Ich hab einen tollen Freund der mich unterstützt und mit dem ich über alles reden kann…familiär ist es bei uns nicht so einfach, da mein Vater keinen Kontakt mehr haben möchte…aber ich habe einen super tollen Stiefvater! Im Job ist auch nicht immer alles so toll wie ich es gerne hätte aber wo ist es das schon?….
    Ich habe meine eigene Wohnung und somit auch rückzugsmöglichkeiten.
    Ich möchte einfach nur ein normales Glückliches Leben führen und mich wieder normal fühlen! Morgens aufwachen und mich auf den tag freuen!

  70. Veröffentlich von Dominique Haala am 3. Oktober 2017 um 9:10

    Hallo Luis,

    Wie geht es dir aktuell? Mir leider nicht viel besser:(
    Es ist wirklich ein verdammter Teufelskreis mit diesen Tabletten….ich möchte sie wirklich nicht mehr nehmen…aber ich möchte mich auch wieder normal fühlen und am Leben teilhaben! Ich frage mich ständig ob das irgendwann wieder so sein wird oder ob ich mein Leben lang so ein komisches Gefühl habe…Schwindel….Benommenheit…

    Ich lass dir liebe grüße da und hoffe dir geht es besser!

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